Klinikradar

Hautkrebs-Screening

Mit dem Hautkrebs-Screening kann Hautkrebs in einem frühen Stadium erkannt werden. Die Chancen für eine erfolgreiche Krebsbehandlung sind in einem frühen Stadium höher als in einem späten Stadium. Auch Vorstufen des Hautkrebses können aufgedeckt werden, sodass man die Krebsentstehung verhindern kann. Mit dem Hautkrebs-Screening sollen weniger Menschen an Hautkrebs erkranken und sterben sowie bei Krebserkrankten die Behandlungskosten gesenkt und die Lebensqualität verbessert werden. In diesem Artikel klären wir über wichtige Fragen auf.

Dieser Ratgeber auf einen Blick:

  1. Ablauf
  2. Symptome
  3. Prävention
  4. Häufige Fragen

Wie läuft das Hautkrebs-Screening ab?

Zuerst wird Sie der Arzt nach Ihrem Lebensstil befragen, vor allem wie viel Zeit Sie in der Sonne verbringen und ob Sie das Solarium besuchen. Auch ob Hautkrebs in Ihrer Familie bereits aufgetreten ist und Erkrankungen, an denen Sie leiden, werden thematisiert.
Anschließend wird der Arzt Ihre gesamte Körperoberfläche und die sichtbaren Schleimhäute mit dem Auge auf Auffälligkeiten hin untersuchen (Ganzkörperuntersuchung). Tragen Sie am besten keinen Nagellack, Make-Up, Ohrstecker und Piercings, um Hautauffälligkeiten nicht zu verdecken. Bei einer gründlichen Ganzkörperuntersuchung werden auch Schleimhäute der Körperöffnungen untersucht, sodass Sie zumindest für kurze Zeit Ihre Unterwäsche ausziehen müssen. Ist dem Arzt mit bloßem Auge eine Hautstelle aufgefallen, die nicht normal aussieht, kann er ein Dermatoskop einsetzen. Ein Dermatoskop ist ein Instrument mit integrierter Beleuchtung, mit welchem man eine auffällige Hautstelle vergrößert betrachten kann. Auch für Personen mit einem erhöhten Hautkrebsrisiko wird es angewendet. Das Ergebnis der Untersuchung wird der Arzt mit Ihnen besprechen und bei Auffälligkeiten das weitere Vorgehen planen. Falls ein Untersuchungsbefund auffällig ist, sollte innerhalb von zehn Arbeitstagen der Befund gesichert werden.

Was sind Auffälligkeiten für Hautkrebs?

Unabhängig vom Hautkrebs-Screening beim Arzt sollten Sie sich selbst regelmäßig, am besten einmal im Monat, auf Anzeichen für Hautkrebs untersuchen. Nehmen Sie sich einen Spiegel zur Hilfe für Hautbereiche, die sie schlecht einsehen können. Sehen Sie auch im Intimbereich, zwischen Zehen und Fingern und unter Ihren Nägeln nach Hautveränderungen. Die ABCDE-Regel gibt Ihnen die wichtigsten Merkmale vor, bei denen Sie zur Kontrolle zum Arzt gehen sollten. Sie lautet:

  1. A: Asymmetrie: Gehen Sie zum Arzt, wenn Muttermale oder Pigmentflecken nicht gleichmäßig rund oder oval sind (asymmetrisch)
  2. B: Begrenzung: Gehen Sie zum Arzt, wenn die Ränder von Muttermalen oder Pigmentflecken uneben, rau oder verwaschen sind
  3. C: Colour (Farbe): Gehen Sie zum Arzt, wenn Muttermale oder Pigmentflecken zwischen Farbtönen wechseln oder Punkte aufweisen
  4. D: Durchmesser: Gehen Sie zum Arzt, wenn Muttermale oder Pigmentflecken über fünf Millimeter groß sind oder wie eine halbe Kugel aussehen
  5. E: Erhabenheit: Gehen Sie zum Arzt, wenn Muttermale oder Pigmentflecken mehr als einen Millimeter über das Niveau der Haut hinausragen

Zusätzlich sollten Sie einen Arzt aufsuchen, wenn Muttermale oder Pigmentflecken jucken oder bluten.

Wie kann ich mich vor Hautkrebs schützen?

  1. Bräunen Sie sich nicht im Solarium.
  2. Meiden Sie die Sonne in der Mittagszeit.
  3. Bedecken Sie Ihre Haut mit Kleidung. Schützen Sie auch Ihre Kopfhaut beispielsweise mit einem Sonnenhut oder einer Sonnenkappe.
  4. Cremen Sie sich ein und vermeiden Sie Sonnenbrände. Wählen Sie einen Ihrem Hauttyp entsprechenden Lichtschutzfaktor (LSF). Grob kann man sagen, dass für Kinder mindestens LSF 30 und für Erwachsene mindestens LSF 20 gewählt werden sollte. Erhöhen Sie den Lichtschutz, wenn Sie eine empfindliche Haut haben, Hochsommer ist oder Sie sich im Gebirge oder in südlichen Ländern aufhalten.
  5. Informieren Sie sich, ob Sie mit den Medikamenten, welche Sie einnehmen, in die Sonne gehen dürfen.

Häufige Fragen

  • Welche Arten von Hautkrebs treten am häufigsten auf?

    Weißer und Schwarzer Hautkrebs sind die typischen Krebsarten.
    Zum Typ des Weißen Hautkrebs gehören das Basalzellkarzinom und das Plattenepithelkarzinom. Sie treten gehäuft nach erhöhter Strahlenbelastung (Sonne, Solarium, Strahlentherapie) und bei hellem Hauttyp auf. Ebenfalls ursächlich kann eine langjährige hohe Belastung mit Arsen sein, welches im Grundwasser und Boden und folglich auch in Reis vorkommt, sein. Diese Hautkrebsform hat eine gute Prognose.
    Das Melanom wird als Schwarzer Hautkrebs bezeichnet. Ebenso wie beim Weißen Hautkrebs sind Sonnenstrahlung und ein heller Hauttyp wichtige Risikofaktoren für die Entstehung dieser Krebsform. Hinzu kommt noch das Auftreten vieler Pigmentflecken. Die Prognose ist bei diesem Krebstyp nicht so gut, da sich die Krebszellen schnell über die Blutbahn und über Gefäße, welche die Flüssigkeit aus den Körpergeweben abtransportieren (Lymphgefäße) im ganzen Körper verteilen.

  • Wie sieht das weitere Vorgehen bei einem Verdacht auf Hautkrebs aus?

    Bei einem Verdacht auf Hautkrebs ist die Diagnose Hautkrebs noch nicht gesichert. Der Hautarzt schaut sich Ihre Haut mit den gefundenen Auffälligkeiten noch einmal genau an. Abhängig von der Ausprägung wird nach einer örtlichen Betäubung ein kleines Stück der veränderten Hautstelle oder der gesamte Bereich der Haut entnommen werden. Diese Gewebeprobe (Biopsie) untersucht man unter dem Mikroskop und kann auf diese Weise herausfinden, ob und welcher Hautkrebs vorliegt.

  • Wie wird das Hautkrebs-Screening in Deutschland organisiert?

    Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen ab einem Alter von 35 Jahren alle zwei Jahre die Untersuchungen auf Weißen und Schwarzen Hautkrebs. Als Privatversicherte müssen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse erkundigen, ob diese für die Untersuchungskosten aufkommt. Wenn Sie ein erhöhtes Melanomrisiko haben, sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt über ein intensiveres Hautkrebs-Screening. Falls Ihnen Hautstellen an Ihrem Körper auffallen, die sie beunruhigen, suchen Sie unabhängig von dem Zweijahres-Intervall Ihres Hautkrebs-Screenings den Arzt auf. Das Hautkrebs-Screening wird durch den Hautarzt durchgeführt, möglicherweise können auch Hausärzte dieses durchführen, wenn sie sich für die speziellen Untersuchungen fortgebildet haben.

Unserer Ratgeber aus dem Bereich Prävention

In folgenden Ratgebern stellen wir aktuelle Behandlungsmethoden vor und zeigen Ihnen, welche Krankenhäuser und Experten sich auf Prävention spezialisiert haben.