Klinikradar

Prävention

Dr. med. Tobias Bobinger

Die moderne Medizin macht große Fortschritte. Oft können Krankheiten bereits in sehr frühen Stadien erkannt werden, in vielen Fällen durch geeignete Maßnahmen und Vorbeugung auch ganz verhindert werden. Zahlreiche Möglichkeiten helfen Ihnen dabei, Ihre Gesundheit langfristig zu erhalten.

Dieser Ratgeber auf einen Blick:

  1. Prävention
  2. Übersicht
  3. Häufige Fragen

Was versteht man unter Prävention?

In vielen Gesundheitsratgeber wird hauptsächlich über die Erkrankung selbst gesprochen, nicht aber über Maßnahmen, die Sie selbst im Voraus treffen können, damit die Erkrankung erst gar nicht eintritt. Doch was genau ist eigentlich Prävention? Prävention bezeichnet alle Maßnahmen, die jede Art von Beeinträchtigung verhindern, verzögern und weniger wahrscheinlich machen. Darunter fallen also Maßnahmen, die eine Erkrankung, sei es Herz-Kreislauf oder eine Krebserkrankung, unwahrscheinlicher machen.

  • Was wird unter dem Begriff Prävention zusammengefasst?

    Unter Prävention werden nicht nur Maßnahmen zusammengefasst, die eine Krankheit verhindern, die noch gar nicht eingetreten ist (die sogenannte Primärprävention). Nein, bestimmte Maßnahmen sorgen auch dafür, dass Erkrankung möglichst in frühen Stadien erkannt werden (die sogenannte Sekundärprävention). In diesen Stadien ist oft noch eine Heilung möglich. Dazu zählen etwa Krebsvorsorgeuntersuchungen oder Darmkrebsfrüherkennung. Durch die tertiäre Prävention lassen sich Krankheitsfolgen mildern. Hierunter werden etwa viele Leistungen der medizinischen Rehabilitation zusammengefasst.

Welche Möglichkeiten zur Prävention gibt es?

  • Ausdauertraining

    Die Wirksamkeit von Ausdauertraining ist gut belegt. Es wirkt sich unter anderem positiv auf Herz-Kreis-Erkrankungen aus. Zusätzlich zeigen sich auch positive Effekte auf das Immunsystem, die Stimmung, den Zuckerhaushalt, Übergewicht und den Fettstoffwechsel. Wichtig ist, dass das Ausdauertraining regelmäßig durchgeführt wird.

  • Medizinisches Krafttraining

    Rückenschmerzen sind eine Volkskrankheit. Unsere Alltagsbeschäftigungen haben sich stark verändert. Daher verbringen wir beruflich und privat immer mehr Zeit am Bildschirm. Dies kann zu Schäden am Bewegungsapparat führen. Spezialisierte Trainingsprogramme mit und ohne Geräte stärken mit der Zeit die Muskulatur unseres Körpers, um einen weiteren Abbau zu stoppen und um über gezieltes Stärken Dysbalancen zwischen den Muskelgruppen verringern. Mit diesen Maßnahmen können Schmerzen und Verletzungen an Knie, Hüfte, Schulter und Rücken reduziert werden.

  • Meditation und Achtsamkeit

    Stress im Privat- und Berufsleben betrifft uns alle. Hält negativer Stress über lange Zeit an, hat dies negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Meditation, Yoga oder Achtsamkeitstraining können Stress reduzieren. Bei regelmäßiger Durchführung können negative Belastungen reduziert und ein positiver Effekt auf viele Bereiche der Gesundheit erzielt werden.

  • Suchterkrankungen

    Stress, Überlastung, Gewohnheit – oft schleichen sich Süchte über die Jahre in unser Leben ein. Sei es zu viel Alkohol, Rauchen, zu viel Zucker oder zu viel Salz. Über die Jahre haben diese Gewohnheiten negative Effekte auf unsere Gesundheit und schränken uns dann zunehmend ein. Dennoch ist es häufig schwer, diese Gewohnheiten wieder beiseite zu legen. Zertifizierte Programme helfen Ihnen, Ihre Muster zu erkennen und Ihr Leben wieder selbstbestimmt in die Hand zu nehmen.

  • Betriebliches Gesundheitsmanagement

    Wir verbringen einen Großteil unseres Lebens in der Arbeit. Unsere Arbeit hat einen großen Einfluss auf unser allgemeines Wohlbefinden, positiv wie negativ. Was liegt also näher, als sich direkt Gedanken zu machen, wie der Arbeitsplatz zu einem positiven Umfeld gestaltet werden kann. Dies steigert die Gesundheit jedes Einzelnen, aber erhöht auch insgesamt die Produktivität des Betriebes. Dies wurde durch viele Organisationen erkannt, die nun Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung, auch betriebliches Gesundheitsmanagement genannt, durchführen.

  • Früherkennung von Krankheiten

    Die Medizin hat in den letzten Jahrzehnten einen rasanten Fortschritt verzeichnet. Zahlreiche Erkrankungen können nun erfolgreich behandelt und teilweise sogar geheilt werden. Insbesondere bei Krebserkrankungen ist die Behandlung umso erfolgreicher, je früher sie begonnen wird. Deshalb gibt es Vorsorgeuntersuchungen für zahlreiche Krebserkrankungen wie etwa Hautkrebs oder Darmkrebs. Dabei können bereits Krebsvorstufen behandelt werden und der Patient geheilt werden. Diese Untersuchungen werden auch ab einem bestimmten Alter von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

  • Traditionelle chinesische Medizin (TCM)

    Die traditionelle chinesische Medizin (TCM) geht auf die Tradition chinesischer Heilkunde in China zurück. Dazu zählen neben der chinesischen Arzneimitteltherapie auch Akupunktur, Moxibustion, Qigong und Diätetik. Viele Betrachtungsweisen unterscheiden sich von der westlichen Medizin. Als ergänzende Therapieform hat diese Form in den letzten Jahren in Europa zunehmend an Bedeutung gewonnen. In unserem Spezialartikel Traditionelle Chinesische Medizin erfahren Sie mehr über diese Behandlungsform.

Häufige Fragen

Klinikradar beantwortet häufige Fragen zum Thema Prävention:

  • Welche Leistungen werden von der Krankenkasse übernommen?

    Zahlreiche Studien belegen den positiven Effekt von Prävention auf die Gesundheit. Aus diesem Grund sind vielen Leistungen in den Katalog der gesetzlichen Krankenkassen übernommen worden. Dazu zählt die Krebsfrüherkennung, die ab einem bestimmten Alter jedem gesetzlichen Versicherten zur Verfügung steht. Aber auch andere Leistungen wie etwa Rücken- oder Entspannungstraining werden in vielen Fällen von den Kassen übernommen. Zur Kostenübernahme privater Kassen kann keine eindeutige Aussage getroffen werden, da dies sehr abhängig von Ihrem gewählten Versicherungstarif ist.

  • Gibt es einen Unterschied zwischen Prävention und Vorsorge?

    Nein, nicht wirklich. Prävention ist der Fachterminus und wird auf die verschiedenen Phasen eingeteilt. Also die Vorbeugung vor der Entstehung einer Erkrankung (die Primärprävention), die Früherkennung (die Sekundärprävention) und die Abmilderung von Krankheitsfolgen (die Tertiärprävention). Vorsorge beschreibt meist verschiedene Programme, die das gleiche Ziel haben.

  • Gibt es spezielle vorbeugende Maßnahmen für bestimmte Krebserkrankungen?

    Jede Krebserkrankung hat spezielle Auslösefaktoren. Viele Auslöser sind allerdings noch nicht erforscht oder können von Ihnen nicht gesteuert werden. In unseren Artikeln möchten wir speziell auf die bekannten und nachgewiesenen Faktoren eingehen, die Sie selbst beeinflussen können.

    Leider werden in vielen Artikeln im Internet Hoffnungen verbreitet, dass sich durch bestimmte Maßnahmen und oft auch kostspielige Angebote bestimmte Erkrankungen mit hoher Wahrscheinlichkeit verhindert lassen. Meist trifft dies jedoch nicht zu und ist nie unabhängig bestätigt worden. Bleiben Sie daher kritisch und hinterfragen Sie bei derartigen Angeboten, ob sie das Versprechen auch wirklich halten können.

  • Können durch einfache Maßnahmen Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbessert werden?

    Ja. In zahlreichen Studien wurde gezeigt, dass regelmäßiges Ausdauertraining, Ernährungsanpassung und Maßnahmen wie Meditation bestimmte Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie etwa Bluthochdruck günstig beeinflussen können. Wichtig ist hier jedoch die Regelmäßigkeit. Wir geben Ihnen einen Überblick über Programme, die Sie möglichst einfach in Ihren Alltag integrieren können.