Klinikradar

Wie bereite ich mich auf einen Krankenhausaufenthalt vor?

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13.07.2022

Vor einem Krankenhausaufenthalt hat man oft nur den geplanten Eingriff oder die geplanten Untersuchungen im Kopf. Dabei sollte man nicht vergessen, dass es in verschiedenen Bereichen auch Einiges zu beachten und zu organisieren gibt. Im Folgenden haben wir eine Übersicht mit den wichtigsten Dingen für Sie zusammengestellt.

Diese Vorkehrungen sind im häuslichen Umfeld wichtig

Egal ob Urlaub oder Krankenhausaufenthalt, wenn man längere Zeit nicht zuhause ist, gibt es einige Vorkehrungen zu treffen. Leben Sie alleine, möchten Sie vielleicht einer vertrauten Person Ihren Zweitschlüssel aushändigen, falls Sie etwas aus der Wohnung brauchen oder Ihr Briefkasten geleert und Ihre Pflanzen gegossen werden sollen. Erhalten Sie Unterstützung durch den Pflegedienst oder bekommen regelmäßig Essen geliefert, denken Sie daran, alle Dienstleistungen abzustellen. Falls Sie einen Angehörigen pflegen, können Sie für die Zeit Ihrer Abwesenheit eine Verhinderungspflege oder einen Kurzzeitpflegeplatz organisieren. Denken Sie, falls nötig auch an die Versorgung Ihrer Haustiere für die Zeit Ihres Aufenthalts und falls Sie sich noch schonen müssen, auch für die Zeit danach.

Alle Befunde und medizinischen Ausweise müssen mit in das Krankenhaus

Für den anstehenden Krankenhausaufenthalt ist es essenziell, alle relevanten Vorbefunde zu sammeln und mitzunehmen. Nur so sind die Ärzt*innen im Krankenhaus ausreichend informiert, um sie bestmöglich zu behandeln. Alle benötigten Unterlagen inklusive Ihres Einweisungsscheins erhalten Sie von Ihrer einweisenden Ärzt*in. Sind Sie zusätzlich bei anderen Fachärzt*innen in Behandlung (zum Bespiel in der Kardiologie, Urologie, Nephrologie, Schmerzmedizin oder Ähnliches), ist es sinnvoll auch den letzten Arztbrief aus diesem Bereich anzufordern, damit die Klinikärzt*innen ausreichend über Ihre Begleiterkrankungen Bescheid wissen.

Mit Ihrer einweisenden Ärzt*in sollten Sie besprechen, ob sie vor dem Krankenhausaufenthalt etwas beachten müssen. Werden Sie zum Beispiel operiert, kann es nötig sein, bestimmte Medikamente abzusetzen, ein neues Medikament anzufangen oder am Abend vor der Aufnahme ins Krankenhaus nüchtern zu bleiben, also auf Essen zu verzichten. Außerdem benötigen Sie einen aktuellen Medikamentenplan, den Sie in der Regel von Ihrer Hausärzt*in erhalten. Auch Ihren vollständigen Impfpass sowie andere medizinische Ausweise, wie Schrittmacherausweis oder Implantatsausweise sollten Sie auf Aktualität prüfen und mit ins Krankenhaus nehmen.

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Verschieben Sie regelmäßige Termine und informieren Sie Bekannte

Haben Sie in der Zeit des Krankenhausaufenthalts Termine, sollten Sie daran denken, diese zu verschieben.
Denken Sie auch daran, Ihr Umfeld zu informieren, dass Sie einen Krankenhausaufenthalt geplant haben. Sie können auch darüber nachdenken, einer vertrauten Person eine Vollmacht auszustellen, falls in der Zeit wichtige Angelegenheiten in Ihrem Namen geregelt werden müssen.

Auch der Transport in das Krankenhaus sollte geregelt sein

Haben Sie sich schon Gedanken gemacht, wie Sie zum Krankenhaus kommen und nach Ihrem Aufenthalt wieder nach Hause? Wenn Sie selbst mit dem Auto anreisen möchten, informieren Sie sich vorher über die Parkplatzverfügbarkeit und Parkkosten im Klinikumgelände. Stellen Sie außerdem sicher, dass sie nach Ihrem Krankenhausaufenthalt Autofahren können und wollen. Vielleicht haben Sie jemanden, der sie fahren kann oder es gibt eine gute Anbindung mit dem öffentlichen Nahverkehr. Wenn Sie nicht in der Lage sind aufgrund Ihrer Erkrankung oder Mobilitätseinschränkung, das Krankenhaus selbst zu erreichen, kann Ihnen Ihre Ärzt*in einen Transport verordnen. Die Kosten dafür übernimmt in diesem Fall Ihre Krankenkasse. Dies gilt auch für den Nachhauseweg. Erkundigen Sie sich bereits im Vorfeld, ob die Kosten in diesem Fall übernommen werden. Gerade bei der Übernahme der Kosten für den Transport gibt es derzeit einige Änderungen.

Informieren Sie Ihren Arbeitgeber

Geben Sie Ihrem Arbeitgeber Bescheid, in welchem Zeitraum Sie nicht bei der Arbeit sein werden. Denken Sie auch daran, dass es möglich ist, dass der Aufenthalt etwas länger dauert als geplant oder Sie eventuell auch nach dem Krankenhausaufenthalt noch einige Zeit nicht arbeitsfähig sind. Klären Sie ab, ob Sie eine Krankmeldung benötigen und ob es ausreicht, diese nach dem Krankenhausaufenthalt einzureichen. Prinzipiell müssen Sie Ihren Arbeitgeber weder informieren, dass es sich bei Ihrer Abwesenheit um einen Krankenhausaufenthalt handelt, noch welcher Eingriff oder welche Untersuchungen geplant sind.

Empfohlene Eingriffe und Untersuchungen werden von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen

Bringen Sie in Erfahrung, ob eine Lohnfortzahlung für die Zeit des Krankenhausaufenthalts besteht. Denken Sie außerdem an Rechnungen, die eventuell in der Zeit des Aufenthalts beglichen werden müssen.

Bezüglich der Krankenhauskosten gilt folgendes: Alle ärztlich empfohlenen Eingriffe und Untersuchungen werden in der Regel von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt. Das gilt ebenso für die Übernachtungs- und Verpflegungskosten. Allerdings müssen Sie einen Eigenanteil von 10€ pro Kalendertag zuzahlen. Als Privatpatient müssen Sie zunächst, wie im ambulanten Bereich auch, die Kosten selbst übernehmen und sich später den Betrag von Ihrer Krankenkasse rückerstatten lassen. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit, eine Kostenübernahmeerklärung oder eine KlinikCard vorzulegen. Damit kann das Krankenhaus die Kosten direkt mit der Krankenkasse verrechnen. Nur etwaige Wahlleistungen werden Ihnen direkt in Rechnung gestellt.

Informieren Sie sich außerdem, ob Ihnen im Rahmen Ihrer Versicherung ein Einzelzimmer oder eine Chefarztbehandlung zusteht.

Planen Sie bereits im Vorfeld die Zeit nach dem Krankenhausaufenthalt

Denken Sie auch an die Zeit nach Ihrem Krankenhausaufenthalt. Ist zum Beispiel nach einer Knieoperation eine Physiotherapie geplant, können Sie bereits eine Einrichtung aussuchen und Termine vereinbaren, damit sie ohne Verzögerung mit der Behandlung beginnen können. Auch Termine zur Nachkontrolle können Sie bereits festlegen, falls dies geplant ist. Vielleicht brauchen Sie nach Ihrem Aufenthalt kurzfristig Unterstützung durch Angehörige, einen Pflegedienst, eine Haushaltshilfe oder Essenslieferungen. Auch das können Sie bereits im Vorfeld organisieren. Ist nach Ihrem Krankenhausaufenthalt eine Reha-Maßnahme geplant, können Sie bereits eine Klinik aussuchen und einen Transport dorthin organisieren. Bei allen Fragen zum Thema Reha und Unterstützung nach dem Krankenhausaufenthalt, kann Ihnen auch der Sozialdienst der Klinik weiterhelfen. Sprechen Sie einfach Ihre verantwortliche Ärzt*in in der Klinik darauf an.

Und das Wichtigste: Bereiten Sie sich selbst auf den Aufenthalt vor

Neben allen organisatorischen Vorbereitungen, dürfen Sie nicht vergessen, sich auch persönlich auf den Krankenhausaufenthalt einzustellen. Haben Sie sich ausreichend mit dem geplanten Eingriff, mit den geplanten Untersuchen beschäftigt? Wissen Sie, warum der Krankenhausaufenthalt notwendig ist? Gibt es Fragen, die Sie vorher noch mit Ihrer Hausärzt*in klären wollen? Wenn Sie spezielle Fragen zum Eingriff oder den Untersuchungen haben, können Sie diese auch den Ärzt*innen im Krankenhaus stellen. Schreiben Sie sich dafür am besten alle Fragen auf, damit Sie dann im Gespräch mit Ihrer Ärzt*in nichts vergessen.
Denken Sie auch darüber nach, eine Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht auszufüllen oder Ihre bisherige zu aktualisieren. Auch diese sollten Sie mit ins Krankenhaus nehmen.