Prähabilitation (OP-Vorbereitung) genauso wichtig wie Rehabilitation

Die Notwendigkeit einer Anschlussheilbehandlung, auch Rehabilitation (Reha) genannt, ist den meisten Patient*innen bekannt. Insbesondere nach Operationen am Bewegungsapparat und nach Krebsoperationen. Doch wie sieht es mit der Vorbereitung zu einer Operation aus? Hier hat sich gezeigt, dass eine Vorbereitung zur Operation genauso wichtig ist.

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Vier bis sechs Wochen Rehabilitationsbehandlungen sind keine Seltenheit und Patient*innen fühlen sich danach häufig in der Lage, ihren Alltag wieder besser zu meistern.

Viel weniger bekannt sind die Möglichkeit und die Wichtigkeit der sogenannten Prähabilitation – der Operationsvorbereitung. Patient*innen werden hierbei durch gezielte Maßnahmen optimal auf die Operation vorbereitet.

Diese Maßnahmen beinhalten beispielsweise die optimale Blutzuckereinstellung bei Diabetes und die Versorgung des Körpers mit allen Nährstoffen, welche zur Heilung notwendig sind. Auch sportliche Betätigung und Bewegung stärken Herz, Kreislauf und Lunge vor einer OP.
Patient*innen, die gut vorbereitet werden, erleiden dadurch weniger Komplikationen und können schneller aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Warum ist das nun so wichtig?


Patient*innen, die z.B. aufgrund von Tumorerkrankungen eine Operation benötigen, haben häufig auch zusätzliche Vorerkrankungen an Herz oder Lunge. Oft haben sie auch stark abgenommen und subjektiv Kraft eingebüßt.

Medizinisch betrachtet liegt daher in vielen Fällen eine Mangelernährung vor:

  • BMI <18kg/m2
  • Gewichtsverlust >10% in 3-6 Monaten
  • BMI < 20 kg/m2 und unbeabsichtigter Gewichtsverlust > 5 % in den letzten 3–6 Monaten)

Zudem sind viele Patient*innen nach medizinischer Definition gebrechlich, wobei hier eine einheitliche Definition fehlt.

Die anerkannte Definition hierfür ist:

  • langsame Gehgeschwindigkeit
  • geringe körperliche Aktivität
  • Gewichtsverlust (ungewollt oder > 4,5 kg im letzten Jahr)
  • Muskelschwäche (gemessen z.B. mittels Handkraftmessung)
  • Erschöpfung

Von Gebrechlichkeit wird gesprochen, wenn drei dieser Symptome vorliegen.


Gebrechliche oder mangelernährte Patient*innen befinden sich in einer schlechten Ausgangslage im Hinblick auf die Operation: Es sind mehr Komplikationen zu befürchten und die Rekonvaleszenz, die „Heilung“, dauert deutlich länger.

Neuere Studien haben nun sogar gezeigt, dass es in manchen Fällen sinnvoll ist, eine Operation zu verschieben, um die Patient*in dafür vorab richtig „fit“ zu machen.Bei Notfalloperationen ist eine Vorbereitung selbstverständlich nicht möglich. Bei allen anderen Patient*innen sollte zumindest mit ihrer Hausärztin oder ihrem Hausarzt oder mit der Chirurgin/ dem Chirurgen besprochen werden, ob eine gezielte Vorbereitung für sie sinnvoll ist.


Und dies ist bei nahezu allen Patient*innen der Fall. Die tolle Möglichkeit der Verbesserung der Ausgangslage durch Prähabilitation sollte von genauso vielen Menschen in Anspruch genommen werden wie die Rehabilitationsbehandlung.

Bei Ihnen ist eine Operation geplant?

Folgende Punkte sollten Sie direkt angehen:

  • Diabetes mellitus Medikamente („Blutzucker“) optimieren
  • Bluthochdruck richtig einstellen (lassen)
  • Körperliche Fitness verbessern durch Bewegung (im Rahmen Ihrer Möglichkeiten)
  • Normalgewicht anstreben durch gesunde Ernährung. Bei Krebsoperationen & Untergewicht ggf. spezielle Aufbaupräparate verschreiben lassen
  • Insgesamt eine gesunde Lebensweise und Ernährung (nährstoffreiche, gemüselastige & eiweißreiche Kost) anstreben

Prof. Dr. Birte Kulemann ist Chirurgin und Medizin Coach. Sie stellt ihre Expertise gemeinsam mit Gesundheitscoach Kathleen von der Heyde in ihrem umfassenden Videokurs FIT IN DIE OP zur Verfügung. Der ganzheitliche Kurs bietet Ihnen die Möglichkeit, sich in Ihrem eigenen Tempo optimal auf Ihre bevorstehende Operation vorzubereiten

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