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Aufklärungsgespräch vor einer Operation – Was muss ich als Patient wissen?

29.11.2022

Aufklärungsgespräch vor einer Operation – Was ist wichtig?

Vor einer Operation ist es unerlässlich, dass Sie als Patient gut darüber informiert sind und wissen, was sie erwartet. Dies beinhaltet auch Informationen über die Vorteile, aber auch Risiken des Verfahrens.

Zusätzlich aber auch über die Möglichkeiten, was Sie als Patient tun können, um zu einer schnelleren Heilung beizutragen. Durch die Vorbereitung und Information können Patienten eine aktive Rolle in ihrer eigenen Versorgung spielen und die Chancen auf ein positives Operationsergebnis verbessern.

In diesem Artikel geben wir Ihnen wichtige Informationen zum Aufklärungsgespräch.

Was ist eigentlich ein Aufklärungsgespräch?

Als Patient haben Sie das Recht zu wissen, was in Ihrer Behandlung geschieht. Dazu gehört das Verständnis der Risiken und Vorteile jeder vorgeschlagenen Behandlung. Eine medizinische Beratung ist ein Treffen zwischen Ihnen und Ihrem Arzt, um Ihre gesundheitlichen Bedenken zu besprechen und Entscheidungen über Ihre Behandlung zu treffen.


Ihr Arzt sollte sich die Zeit nehmen, Ihre Diagnose und Behandlungsoptionen zu erklären und alle Ihre Fragen zu beantworten. Dies ist eine Gelegenheit für Sie, mehr über Ihren Zustand zu erfahren und eine fundierte Entscheidung über Ihre Behandlung zu treffen.


Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie nicht verstehen, was passiert, oder wenn Sie Fragen haben, stellen Sie sicher, dass Sie nachfragen. Ihr Arzt wird Ihnen gerne alle Fragen beantworten. Das Vertrauen zwischen Ihnen und Ihrem Arzt ist ein wesentlicher Bestandteil für eine erfolgreiche Behandlung.

Wann sind wesentliche Inhalte eines Aufklärungsgesprächs?

Als Patient treffen Sie die Entscheidung über Ihre Gesundheit. Nur in einem Team mit allen Beteiligten, sei es Pflege oder Ärzt:innen kann eine optimale Behandlung gelingen. Eine Aufklärung erfolgt zu folgenden Inhalten:

  • Aufklärung über Ihren Gesundheitszustand
  • Diagnose
  • Behandlung und alternative Möglichkeiten
  • alle Risiken und Folgen der verschiedenen Diagnosemöglichkeiten
  • ausstehende Untersuchungen
  • anfallende Kosten

Die Aufklärung sollte immer so erfolgen, dass Sie als Patient die Inhalte verstehen. Freiwillig können Sie natürlich auf Teile der Aufklärung verzichten.


Nutzen Sie die Chance und bereiten Sie sich auf das Gespräch vor! Somit können Sie Ihren Nutzen für das Gespräch deutlich erhöhen.

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Wie läuft ein Aufklärungsgespräch vor einer Operation ab?

Nachdem Ihnen von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt empfohlen wurde, eine Operation durchführen zu lassen, werden Sie einen Termin im Krankenhaus vereinbaren. Wichtig ist, dass Sie die Unterlagen zur eigenen Krankheitsgeschichte zu diesem Termin mitbringen. Hier wird Ihnen von der Chirurgin oder dem Chirurgen erklärt, ob die Operation nötig oder sinnvoll ist. Das nennt sich Indikationsstellung. Erst wird Ihnen erläutert, was genau für eine Operation bei Ihnen geplant ist und welche Technik verwendet werden soll.


Vor jeder Operation findet zudem ein formales Aufklärungsgespräch oder auch Gespräch zur Operationseinwilligung statt. Jede Chirurgin bzw. jeder Chirurg ist gesetzlich dazu verpflichtet, die Patientin bzw. den Patienten aufzuklären.


In diesem Gespräch werden Ihnen die Risiken der Operation erklärt und die zu erwartenden Vorteile/ Verbesserungen Ihres Gesundheitszustandes durch den Eingriff besprochen. Dies ist wichtig, damit Sie sich entscheiden können, ob Sie eine Operation durchführen lassen möchten oder nicht – also eine aufgeklärte Entscheidung treffen können.


Am Ende des Gespräches unterschreiben Sie – sofern Sie sich für die Durchführung des operativen Eingriffs entschieden haben und keine Fragen mehr haben – den Aufklärungsbogen und erhalten eine Kopie für Ihre Unterlagen. Sie sollten informiert und mit dem Gefühl zu wissen, was sie erwartet aus dem Gespräch herausgehen.

Informationen zum Aufklärungsgespräch vor Operation von Prof. Dr. Kulemann

Prof. Dr. Kulemann vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (Lübeck) erläutert wesentliche Punkte im Aufklärungsgespräch

Vor Operationen erfolgt auch eine Aufklärung durch den Anästhesisten (Narkosearzt)

Ein Großteil der chirurgischen Eingriffe benötigt eine Narkose. Die Narkose wird durch einen Anästhesisten, der umgangssprachlich bezeichnete Narkosearzt, überwacht. Seine Aufgabe besteht darin, Ihren Körper und Ihre Körperfunktionen während der Operation durch verschiedene Maschinen und Parameter zu überwachen.


Jeder Patient ist anders und hat andere Vorerkrankungen. Diese können sich auf die Wirkungen von Medikamenten sowie auch bestimmte Reaktionen während der Operation auswirken. Daher muss auch der Narkosearzt über Ihre Vorerkrankungen und regelmäßigen Medikamenteneinnahmen sehr genau Bescheid wissen. Gegebenenfalls sind vor der Operation auch noch weitere Untersuchungen notwendig.


Der Anästhesist wird Ihnen im Aufklärungsgespräch die verschiedenen Verfahren sehr genau erklären und auch hier Vorteile und Risiken der verschiedenen Methoden schildern. Gehen Sie hier auch auf Ihre Bedenken und Ängste ein. Ein besseres Verständnis des Vorgehens kann oft Ängste abbauen.

Prof. Dr. Birte Kulemann ist Chirurgin und Medizin Coach. Sie stellt ihre Expertise gemeinsam mit Gesundheitscoach Kathleen von der Heyde in ihrem umfassenden Videokurs FIT IN DIE OP zur Verfügung. Der ganzheitliche Kurs bietet Ihnen die Möglichkeit, sich in Ihrem eigenen Tempo optimal auf Ihre bevorstehende Operation vorzubereiten.