Klinikradar

Qualitätssiegel für Künstliches Kniegelenk

Die Entscheidung zur Operation für ein künstliches Kniegelenk ist keine einfache Entscheidung. Neben vielen weiteren Informationen gibt Ihnen Klinikradar bei der Suche nach Ihrer Klinik Orientierung. Auf der Grundlage offizieller Qualitätsdaten wertet die Kliniksuchmaschine Klinikradar die Behandlungsqualität von großen Zentren für Endoprothetik aus und vergibt das Qualitätssiegel Top-Klinik für Knie-Endoprothetik. In diesem Artikel beleuchten wir unsere Vorgehensweise und stellen Ihnen die Faktoren vor, die dafür einbezogen werden. 

Kriterien der Klinikbewertung

Unsere Kriterien für das Qualitätssiegel Knie-Endoprothetik

Folgende Kriterien werden für das Siegel ausgewertet: 

  • Erfahrung in der Operationstechnik (Fallzahl): Die Anzahl der durchgeführten Knieoperationen (Implantation eines künstlichen Kniegelenks; OPS 5-822) sowie die Behandlung von Patienten mit Gonarthrose (ICD M17) ist ein wesentliches Merkmal. Studien haben gezeigt, dass die Anzahl der durchgeführten Implantationen einen deutlichen Einfluss auf das funktionelle Ergebnis für den Patienten hat. Darunter fallen etwa die Infektionsrate am Gelenk sowie die Dauer des Krankenhausaufenthaltes (Journal of Orthopaedic Surgery and Research). Datenbasis sind die Qualitätsberichte des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA).
  • Qualität (Qualitätsindikatoren): Wesentliche Daten für die Implantation des künstlichen Kniegelenks werden durch alle Krankenhäuser erfasst und an den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) übermittelt. Diese Qualitätsdaten werden veröffentlicht und allen zu Verfügung gestellt. Daneben geht es noch weitere Register, etwa das Endoprothesenregister, die Qualitätsmerkmale erfassen. Wesentliche Fragen hierbei sind: Treten während und nach der Operation Komplikationen auf? Wann kann der Patient wieder gehen? Muss die Prothese im Verlauf ausgewechselt werden? Gibt es schwerwiegende Komplikationen? Diese Daten können einen ersten Hinweis auf die Qualität der Abläufe in der Klinik geben und gehen daher in die Auswertung ein. Datenbasis sind die Qualitätsberichte des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) sowie gegebenfalls auch veröffentliche Daten des Endoprothesenregisters. 
  • Zertifizierung: Durch Zertifizierungen kann die Klinik nachweisen, dass bestimmte Abläufe in der Klinik erfüllt sind. Zudem wird oft bewiesen, dass eine gewisse Mindestmenge an durchgeführten Operationen erreicht wird. Für Sie als Patient bedeutet dies: Hat die Klinik bestimmte Abläufe etabliert, führt dies oft auch zu einer besseren Qualität in der Operation.  In Deutschland sind daher bei der Knieprothethik eine Zertifizierung bei EndoCert oder die Teilnahme am Endoprothesenregister etabliert. Die Klinik sollte an einem dieser Programme teilnehmen oder eine deutliche Transparenz ihrer Qualitätsdaten und somit Vergleich für die Patienten ermöglichen. (Daten: Endoprothesenregister, Klinikangaben)
  • Sicherheit: Jede Operation birgt ein Risiko in sich. Bei jeder Operation sind sehr viele verschiedene Fachbereiche beteiligt, sei es Ärzte in der  Anästhesie undOrthopädie, oder auch Pflegepersonal in den unterschiedlichen Abteilungen. Meist beginnt Ihr Weg auch schon beim niedergelassenen Facharzt und wichtige Informationen müssen an die Klinik übermittelt werden. Bei all diesen Verknüpfungen zwischen verschiedenen Bereichen können Fehler auftreten. Nur durch eine etablierte und vorallem auch gelebte Kultur zur ständigen Verbesserung und Erkennung von Fehlern können Vorgänge weiter verbessert werden. Für die Auswertung dieses Punktes greifen wir aktuell auf die Berichte des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zurück und erfassen etwa regelmäßige Konferenzen zu Fallbesprechungen / Fehlern in der Behandlung.
  • Hygiene: Bei jeder Operation sind hygienische Maßnahmen äußerst wichtig. Die Herausforderungen sind dazu in den letzten Jahren stetig gewachsen. Neben einer konsequenten Schulung des Personals zählen hierzu auch etwa spezielle Maßnahmen zur Überwachung von Antibiotika-Ausgaben (Surveillance). Dies spielt etwa auch für die Vermeidung der Entwicklung von Resistenzen eine wichtige Rolle. (Daten: GB-A)
  • Strukturiertes Nachsorgeprogramm: Nach der Implantation eines künstlichen Kniegelenks ist eine physiotherapeutische Beübung sowie auch Rehabilitation essentiell notwendig, um schnell Beweglichkeit zu erreichen.  In den letzten Jahren wurden zahlreiche verschiedene Ansätze zum richtigen Zeitpunkt der Mobilisation erforscht. Studien haben gezeigt, dass strukturierte und schnelle Rehabilitationsprogramme eine deutliche Verbesserung für den Patienten erbringen (J Orthop Surg Res. 2019; PLoS One. 2017). Auch digitale Tools zur Vor- und Nachbereitung der Operation werden in der Zwischenzeit durch einige Kliniken genutzt und können dem Patienten so Informationen wesentlich strukturierter zur Verfügung stellen. Aus diesem Grund gehen bei in unser Bewertungsprogramm auch Angaben der Klinik ein, ob spezielle Nachversorgungs- und Rehabilitationsprogramme in der Klinik etabliert sind. (Klinikangaben)
  • Patientenbewertungen: Patientenbewertungen geben oft einen ersten Einblick in die Kommunikation und Abläufe der Klinik. Allerdings ist uns auch bewußt, dass diese aufgrund der schwierigen Nachprüfbarkeit und Verzerrungen oftmals problematisch sind.  Insbesondere kann nicht nachwiesen werden, ob der Patient wirklich im Krankenhaus und in dieser Abteilung behandelt wurde. Patientenbewertungen werden daher von uns nach ausgewählten Gesichtspunkten bewertet. Hierbei wird etwa geprüft, ob wesentliche Werteversprechen (etwa Bemerkungen über Organisation, Patientenorientierung) bestätigt werden, die durch andere Kriterien erfüllt werden (Quelle: Klinikbewertungsportale).

Weitere Informationen

Weitere Unterstützung bei der Suche nach Ihrer Behandlung erhalten Sie auf unserem Behandlungsratgeber Künstliches Kniegelenk sowie unserer Klinikliste Künstliches Kniegelenk

Ausgezeichnete Kliniken für Künstliches Kniegelenk

Diese und weitere Kliniken wurden von Klinikradar mit dem Qualitätssiegel für Künstliches Kniegelenk ausgezeichnet.

  1. Schön Klinik Neustadt

    Viele Fälle im Bereich Künstliches Kniegelenk
    • Künstliches Kniegelenk
      2.356 Fälle
    • Mittelgroßes Krankenhaus
      327 Betten
    Fachabteilung für Künstliches Kniegelenk:
  2. Helios Endo-Klinik Hamburg

    Viele Fälle im Bereich Künstliches Kniegelenk
    • Künstliches Kniegelenk
      1.907 Fälle in 2 Fachabteilungen
    • Mittelgroßes Krankenhaus
      204 Betten
    2 Fachabteilungen für Künstliches Kniegelenk:
  3. Diakonie-Klinikum Stuttgart

    Viele Fälle im Bereich Künstliches Kniegelenk
    • Künstliches Kniegelenk
      1.588 Fälle
    • Mittelgroßes Krankenhaus
      400 Betten
    Fachabteilung für Künstliches Kniegelenk:
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