Klinikradar

Künstliches Hüftgelenk

Dr. med. Tobias Bobinger

Dieser Ratgeber erklärt, wie ein Hüftgelenk aufgebaut ist und warum ein künstliches Hüftgelenk eingebaut wird, welche neuen Behandlungsmöglichkeiten existieren und wie die Nachsorge abläuft. Außerdem erfahren Sie hier, welche Spezialisten und Kliniken empfehlenswert sind und besonders viel Erfahrung mit Hüftoperationen und künstlichen Hüftgelenken haben.

Wie ist das Hüftgelenk aufgebaut?

Das Hüftgelenk ermöglicht uns die freie Bewegung der Beine und ist ein entscheidender Baustein der Fortbewegung. Aufgebaut ist das Hüftgelenk als Kugelgelenk und wird durch eine Hüftpfanne sowie den Hüftkopf gebildet. Beide knöchernen Strukturen sind von einem Knorpel überzogen, der Stöße abfängt und gleichzeitig eine ausgesprochen reibungsarme Bewegung ermöglicht. Dieses Gelenk wird von einer straffen Kapsel sowie einer kräftigen Muskelschicht umgeben. Neben den Muskeln sind in der Umgebung sowohl auf der Vorder- wie auch auf der Rückseite wichtige Nerven und Blutgefäße zu finden, welche die Versorgung des kompletten Beines übernehmen. Besonders häufig von Problemen betroffen ist die bereits genannte Knorpelschicht. Diese bereitet mit zunehmendem Alter Probleme.

Hüftarthrose: Ein Problem des Knorpelüberzuges

Die Hüftarthrose ist die häufigste Erkrankung des Hüftgelenks. Wir erinnern uns, das Hüftgelenk besteht aus den beiden knöchernen Bestandteilen: Hüftkopf sowie Hüftpfanne. Beide sind mit einem Knorpel überzogen, der für eine reibungsarme Bewegung sorgt. Genau hier entsteht mit der Zeit das Problem. Bei der Arthrose wird dieser Knorpelüberzug mit der Zeit abgerieben, das Gelenk verliert seine genaue Form. Es bilden sich durch die ungenaue Bewegung auch Ablagerungen durch Knochenmaterial. Genau diese Ablagerungen bemerken Sie nun mit der Zeit als Schmerzen. Die Schmerzen äußern sich zu Beginn zunächst als sogenannte Anlaufschmerzen, also bei Beginn der Bewegung. Mit der Zeit werden diese auch in Ruhe immer schlimmer.

Zu Beginn der Erkrankung können konservative Methoden (z. B. Stärkung der Muskulatur, Wassergymnastik, entzündungshemmende Medikamente, gegebenenfalls Gewichtsabnahme) durchaus eine Linderung bringen. Oft nehmen die Schmerzen jedoch mit der Zeit zu, werden belastender und beeinträchtigen den Tagesablauf immer mehr. Zu diesem Zeitpunkt empfiehlt Ihr Arzt Ihnen möglicherweise ein künstliches Hüftgelenk.

Was kann das Einsetzen eines Hüftgelenksersatz notwendig machen?

  • Hüftdysplasie (Formstörung der Hüfte)
  • Verletzungen (nach Knochenbruch)
  • Genetische Veranlagung
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Übergewicht
  • Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis
  • Gelenksentzündung
  • Berufliche Fehlbelastung
  • Erworbene Fehlformen (wie etwa Morbus Perthes)

Wissenswertes zur Operation

  • Wie verläuft die Operation beim künstlichen Hüftgelenk?

    Das Problem der Hüftarthrose besteht darin, dass der Knorpelüberzug auf Hüftpfanne sowie Hüftkopf über die Zeit abgerieben ist. Die Operation ist heutzutage eine Standardoperation. Die Operationstechniken werden zunehmend mit weniger invasiven Methoden durchgeführt. Wie bereits beschrieben, wird das Hüftgelenk von einer großen Schicht an Muskeln umschlossen. Zunächst müssen diese durch den Operateur zur Seite gedrängt werden. Es existieren verschiedene Möglichkeiten des Zugangs zum Hüftgelenk; diese hängen von den Begleitumständen (z. B. Körpergewicht, Anatomie) ab. Durch die Operation werden bei einem totalen Hüftgelenkersatz sowohl der Hüftkopf wie auch die Hüftpfanne durch eine Prothese ersetzt. Hierzu existieren verschiedene Materialien. Heute werden meist zementfreie Implantate aus Titan verwendet. Die Operation ist in der Regel binnen zwei Stunden abgeschlossen. Bereits sehr rasch nach der Operation ist eine Mobilisation und auch Therapie durch die Physiotherapie geplant. Wie jede Operation, birgt auch der Hüftgelenksersatz besondere Risiken.

  • Welche Risiken hat eine Operation zum Einsetzen eines künstliches Hüftgelenks?

    Beim Einsatz des künstlichen Hüftgelenks wird die alte Gelenkpfanne sowie der Gelenkkopf entfernt und durch ein neues Material, sprich Fremdmaterial ersetzt. Durch den Austausch mit fremdem Material ist eine Infektion mit Bakterien möglich. Dies kann zu einem schwerwiegendem Problem führen und gegebenenfalls einen weiteren Austausch und eine längere stationäre Versorgung nötig machen. Vorerkrankungen wie etwa Diabetes erhöhen dieses Risiko. Viele Untersuchungen und Maßnahmen vor und während der Hüftgelenks-OP sowie während der Zeit im Krankenhaus dienen der Verhinderung dieser Infektion. Sie selbst können ebenfalls dazu beitragen, nämlich, indem sie bereits vor und nach der Operation neben der Umsetzung der Wundhygiene auf eine regelmäßige und gute Zahnhygiene achten. Denn auch hier liegen Risiken.

    Neben der Infektion wird der Operateur besonders auf eine schonende Operationstechnik achten, denn im Umgebungsgebiet des Hüftgelenkes ziehen zahlreiche wichtige Nerven und Gefäße. Doch auch die eingesetzten Prothesen bereiten im Laufe der Zeit manchmal Probleme: sie können sich vorzeitig lockern oder auch einzelne Teilchen freisetzen. Durch die ständige Weiterentwicklung ist ein Bruch des Materials selten geworden. Sie als Patienten sollten alle Risiken kennen und sich informiert für eine Operation entscheiden. Aus diesem Grund wird ihr Operateur alles nochmals mit ihnen durchgehen und ihre Erkrankungsbild mit den Chancen und Risiken durch diesen Eingriff abwägen.

Häufige Fragen

  • Wann muss ich meine Hüfte operieren lassen?

    Hierzu gibt es keine allgemeingültige Aussage. Dies hängt wesentlich von Ihrer Erkrankung sowie Ihren Beschwerden ab und muss zusammen mit Ihrem Arzt beurteilt werden. Ausschlaggebend ist das Ausmaß des Gelenksschadens, Ihre Einschränkungen im Alltag sowie Ihr Leidensdruck. Zudem müssen auch noch Ihre individuellen Operationsrisiken miteinbezogen werden. Zunächst sollten auf jeden Fall auch konservative Maßnahmen (wie etwa entzündungshemmende Medikamente, Krankengymnastik) versucht werden. Allerdings darf der Zeitpunkt für eine Operation auch nicht zu spät gewählt werden, da sonst vielfach keine vollständige Besserung mehr erreicht werden kann.

  • Wie lange darf man nach einer Hüftoperation nicht Auto fahren?

    In der Regel und abhängig von Ihren weiteren Erkrankungen ist Autofahren wieder möglich, sobald Sie gut und sicher ohne Stöcke mobil sind.

  • Wie lange muss man nach einer Hüftoperation mit Krücken gehen?

    Dies hängt ab von Ihrem individuellen Verlauf. Nach etwa sieben bis zehn Tagen können Sie die Klinik verlassen. Zu diesem Zeitpunkt werden Sie noch an Krücken mobil sein. Nach gängigen Erfahrungen begleiten Sie die Krücken etwa vier Wochen nach der Entlassung aus der Klinik.

  • Welchen Sport kann ich nach einer Hüftoperation noch ausführen?

    Sportliche Tätigkeit sind auch nach einem Hüftgelenksersatz empfehlenswert und haben viele positive Effekte. Oft verbessert sich dadurch auch die Lebensqualität der Patienten enorm. Es sollen jedoch einseitige Belastungen oder längeres Heben von schweren Gewichten vermieden werden. Sportarten wie Fahrradfahren, Schwimmen, Wandern, Gymnastik oder Nordic-Walking können ohne wesentliche Einschränkungen durchgeführt werden.

  • Was muss ich vor einer Hüft-OP beachten?

    Vor einer Operation prüfen der behandelnde Operateur und der Narkosearzt Ihre Operationsfähigkeit. Hierzu werden Vorerkrankungen analysiert und Ihre Herz- und Lungenfunktion betrachtet. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf Risikofaktoren wie Diabetes, Blutdruck und Blutgerinnung gelegt.

  • Wie lange hat man nach einer Hüft-OP Schmerzen?

    Bereits am ersten Tag nach der Operation beginnt in der Regel eine physiotherapeutische Behandlung. Ab dem zweiten Tag werden Sie mit Hilfsmitteln in Begleitung Ihres Physiotherapeuten erste Schritte machen. Etwa nach drei bis sechs Tagen nach der Operation können Sie selbständig aufstehen. Während dieser Zeit sind Schmerzen durchaus möglich. Sie erhalten zu diesem Zeitpunkt auch noch Schmerzmittel durch die Klinik. Die Schmerzen verschwinden in der Regel innerhalb weniger Wochen.

  • Wie lange ist ein künstliches Hüftgelenk haltbar?

    Die Lebensdauer eines künstlichen Hüftgelenks ist von zahlreichen Faktoren abhängig. In den letzten Jahren in einer deutlichen Verbesserung der verwendeten Materialen gekommen. Aktuelle Studien zeigen, dass ein künstliches Hüftgelenk nach etwa 20 Jahren erneutert werden muss.

Neue Behandlungsmethoden für Künstliches Hüftgelenk

Wie in anderen Bereichen der Medizin verändert sich das Wissen rund um Hüft-OPs und das künstliche Hüftgelenk ständig. Neue Methoden entstehen und verändern die gängige Praxis. Im Folgenden stellen wir Ihnen wissenswerte Neuigkeiten vor.

  • Eine frühe Entlassung nach Hause führt nicht zu mehr Komplikationen

    Eine großen Studie mit knapp 30.000 Patienten hat gezeigt, dass eine frühe Entlassung nach Hause nicht zu vermehrten Komplikationen wie etwa Infektion, Prothesenlockerung, anderer schwerer Erkrankung oder erneute Aufnahme in das Krankenhaus führt. Im Gegenteil, frühzeitige Entlassungen führen zu weniger Komplikationen. Natürlich sollte immer der komplette Patientmit seinen Vorerkrankungen, seiner individuellen Mobilität und Versorgungssituation eingebunden werden.

  • Aktuelle Register belegen eine lange Haltbarkeit der Implantate

    In einem großen Register aus England/Wales mit Dokumentation von Hüftoperationen seit 2003 konnte gezeigt werden, dass die Haltbarkeit von Hüftimplantaten über 14 Jahre bei mehr als 92 % liegt. Als Grund für diese Steigerung wird eine deutliche Verbesserung der Implantate sowie der Operationstechnik gesehen.

Unserer Ratgeber aus dem Bereich Chirurgie

In folgenden Ratgebern stellen wir aktuelle Behandlungsmethoden vor und zeigen Ihnen, welche Krankenhäuser und Experten sich auf Chirurgie spezialisiert haben.

Kliniken für Künstliches Hüftgelenk

In Deutschland gibt es 1172 Kliniken für Künstliches Hüftgelenk. Klinikradar hat die neusten offiziellen Qualitätsdaten aller Krankenhäuser ausgewertet und Kliniken mit besonders hoher Expertise bei der Behandlung der Hüfte ermittelt. Vergleichen Sie Kennzahlen und Behandlungsangebot, um die für Sie beste Klinik für Künstliches Hüftgelenk zu finden.

  1. Helios Endo-Klinik Hamburg

    Viele Fälle im Bereich Künstliches Hüftgelenk
    • Künstliches Hüftgelenk
      2.219 Fälle
    • Mittelgroßes Krankenhaus
      204 Betten
    Fachabteilung für Künstliches Hüftgelenk:
  2. Schön Klinik Neustadt

    Viele Fälle im Bereich Künstliches Hüftgelenk
    • Künstliches Hüftgelenk
      1.999 Fälle
    • Großes Krankenhaus
      357 Betten
    Fachabteilung für Künstliches Hüftgelenk:
  3. Krankenhaus Barmherzige Brüder München

    Viele Fälle im Bereich Künstliches Hüftgelenk
    • Künstliches Hüftgelenk
      1.601 Fälle
    • Großes Krankenhaus
      388 Betten
    Fachabteilung für Künstliches Hüftgelenk:
Alle Kliniken für Künstliches Hüftgelenk
Kriterien der Klinikbewertung

Kriterien für das Qualitätssiegel Künstliches Hüftgelenk

Nur Kliniken mit einer besonders hohen Expertise und Qualität erhalten das Qualitätssiegel Top-Klinik für künstliches Hüftgelenk. Die Bewertung erfolgt nach objektiven und belegbaren Kriterien:

  • Fallzahl: Die Klinik muss eine besonders hohe Anzahl an Hüftoperationen nach OPS 5-820 durchgeführt haben. Datenbasis sind die Qualitätsberichte des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA).
  • Qualität: Die Behandlungsqualität der Hüftklinik muss exzellent sein. Dafür wurden Qualitätsindikatoren wie etwa Komplikationen bei der Hüftoperation aus den Qualitätsberichten des GB-A ausgewertet.
  • Zertifizierung: Die Klinik muss am Endoprothesenregister Deutschland teilnehmen oder eine EndoCert-Zertifizierung besitzen.
  • Patientenbewertung: Es werden nur Hüft-OP-Kliniken berücksichtigt, die auf Portalen wie Klinikbewertungen.de sehr viele hervorragende Patientenbewertungen haben.
  • Hygiene: Die Endoprothetik-Kliniken haben besonders hohe Hygienestandards, beispielsweise geschultes Hygienepersonal oder Leitlinien für Antibiotikatherapie. (Quelle: GB-A)

Kliniken für Künstliches Hüftgelenk nach Bundesland

Kliniken für Künstliches Hüftgelenk in deutschen Großstädten

Privatkliniken für Künstliches Hüftgelenk

Privatkliniken für Künstliches Hüftgelenk bieten oftmals kürzere Wartezeiten, hotelähnliches Ambiente und exklusive Wahlleistungen wie Einzelzimmer mit Komfortbetten. Klinikradar kooperiert mit ausgewählten Privatkliniken für Künstliches Hüftgelenk, die Ihnen zeitnahe Termine anbieten.

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    Privatklinik des Helios Klinikums München West

    Steinerweg 5 81241 München Bayern
    • Top-Klinik in Bayern (Focus Klinikliste 2019: Regionale Krankenhäuser)

    • Top-Fachabteilung für Gefäßchirurgie (Focus Klinikliste Top-Fachkliniken 2019)

    • Top-Mediziner (Focus Ärzteliste 2018)

    Beschreibung der Klinik:

    Privatklinik mit höchster medizinischer Qualität, erstklassigem Service und Wohlfühlambiente. Die Klinik verfügt über eine Suite, acht Einzelzimmer und zehn Doppelzimmer. Zur exklusiven Ausstattung gehören ein elektrisch verstellbares Bett, Schreibtisch, Sitzecke, Safe, Großbild-TV mit Sky-Empfang sowie ein hochwertig eingerichtetes Bad und eine Minibar mit kostenlosen alkoholfreien Getränken und Snacks. Die Klinik bietet eine persönliche Betreuung durch einen Patientenmanager.

    Direkte Ansprechpartnerin:

    Nicole Bals

    Leitung Patientenmanagement

Kliniklisten: Behandlung im Bereich Chirurgie

Mit unserer Kliniksuche finden Sie auch in anderen Bereichen des Fachgebiets Chirurgie empfehlenswerte Spezialkliniken:

Bücher über Künstliches Hüftgelenk

  • Schmerzfrei & beweglich mit dem neuen Hüftgelenk: Die besten Übungen für zu Hause

    von Christoph Schönle

    Dieses Buch liefert Ihnen weiterführende Informationen vor der Operation, für die Möglichkeiten und Abläufe während der Operation sowie das Leben nach der Operation einschließlich Rehabilitation. Zahlreiche Übungen runden das Buch ab.

  • Das neue Hüft- und Kniegelenk

    von Michael Fleischhauer

    Experten und Spezialisten im Bereich Endoprothetik und Rehabilitation kommen in diesem Buch zum Thema Hüft- und Kniegelenk zu Wort. Das Buch begleitet Sie von der Entscheidung zur Operation über die Rehabilitation bis hin zu Fragen des täglichen Lebens.