Klinikradar

Krebsvorsorge

Die Behandlung von Krebs hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Sehr gute Behandlungschancen bestehen meist insbesondere in sehr frühen Stadien des Tumors. Hierzu ist eine aktive Krebsvorsorge notwendig. Hier zeigen wir, wie Sie selbst eine aktive Prävention betrieben können und welche Krebsvorsorgeprogramme aktuell sinnvoll und empfohlen sind.

Dieser Ratgeber auf einen Blick:

  1. Krebsfrüherkennung
  2. Prävention

Warum ist die Krebsvorsorge wichtig?

Die Krebsvorsorge ist wichtig, um Krebs (Tumor) zu erkennen, bevor dieser überhaupt entsteht. Auffällig können Zell- und Gewebeveränderungen sein, die man als Krebsvorstufen bezeichnet. Nach Entfernung dieser Vorstufen kann sich daraus kein Krebs mehr entwickeln.

Auch kann Krebs, wenn er in einem frühen Stadium erkannt wird, besser und erfolgreicher behandelt werden, als in späteren Stadien und die Überlebensaussichten sind größer. Der Tumor verursacht in diesen Anfangsstadien häufig noch keine Beschwerden und ist in den meisten Fällen auch nicht gefährlich für die Betroffenen. Das Aufdecken von Krebs in frühen Stadien nennt man Krebsfrüherkennung.

Wie sieht die Krebsvorsorge in Deutschland aus?

Das gesetzliche Krebsfrüherkennungsprogramm beinhaltet in Deutschland das Screnning auf Brustkrebs, Darmkrebs, Gebärmutterhalskrebs, Haut- sowie Prostatakrebs. Frauen und Männer können freiwillig ab einem bestimmten Alter in bestimmten Zeitabständen an den verschiedenen Untersuchungen speziell für die genannten Krebsarten teilnehmen. Ziel dieses Programmes ist es, die Krebssterblichkeit in Deutschland zu senken.

Haben Sie ein hohes Krebsrisiko, beispielsweise durch ein vermehrtes Auftreten einer Krebserkrankung in Ihrer Familie oder durch Vorerkrankungen, welche eine Krebsentstehung fördern, sollten Sie zusätzliche Vorsorge- und Früherkennungsmöglichkeiten nutzen, welche Sie mit Ihrem Arzt besprechen.

Folgende Untersuchungen auf Krebs gibt es für Frauen:

  • Gebärmutterhalskrebs: von 20 bis 34 Jahren einmal im Jahr Abstich von Gebärmuttermund und Gebärmutterhals, ab 35 Jahren zusätzlich ein Test auf Humane Papillomaviren (HPV) sowie Abstriche der Gebärmutter alle drei Jahre
  • Brustkrebs: ab dem Alter von 30 Jahren Tastuntersuchung der Brüste und der Achselhöhlen, zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre eine Röntgenuntersuchung der Brust (Mammographie)

Folgende Untersuchungen auf Krebs gibt es für Männer:

  • Prostatakrebs: ab 45 Jahren einmal jährlich; dabei untersucht der Arzt die Filterstationen des Körpergewebewassers (Lymphknoten) in der Leiste sowie die äußeren Geschlechtsorgane (Penis, Skrotum) und tastet die Prostata vom Enddarm aus

Für Frauen als auch für Männer werden folgende Untersuchungen auf Krebs angeboten:

  • Hautkrebs: ab 35 Jahren alle zwei Jahre ärztliche Befragung auf Veränderungen der Haut und Untersuchung des gesamten Körpers und der Kopfhaut
  • Darmkrebs: ab 50 Jahren für Männer und ab 55 Jahren für Frauen Darmspiegelung (Coloskopie) mit einmaliger Wiederholung nach 10 Jahren und ab 50 Jahren Stuhluntersuchung auf Blutspuren

Die Kosten werden von der gesetzlichen, als auch der privaten Krankenkasse getragen. Sind Untersuchungen nicht Teil des Krebsfrüherkennungsprogrammes, werden diese als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) gezählt und normalerweise nicht von der Krankenkasse übernommen. Fragen Sie in diesem Fall bei Ihrer Krankenkasse an.

Soll ich an der Krebsvorsorge teilnehmen?

Die Früherkennungsuntersuchungen für Darmkrebs und Gebärmutterhalskrebs sind heutzutage sehr gut, sodass viele Krebsvorstufen aufgedeckt werden, die nach Behandlung oder Entfernung die Krebsentstehung verhindern. Hingegen werden die Untersuchungen auf Brustkrebs, Hautkrebs und Prostatakrebs auf ihren Nutzen hin unter den Experten diskutiert.

Nicht jede Krebsvorstufe und jeder aufgedeckte Tumor ist lebensbedrohlich und benötigt einen sofortigen Eingriff. Da man bei vielen Krebsarten heutzutage jedoch noch nicht vorhersagen kann, ab wann ein Tumor aggressiv ist, wird man, natürlich nur wenn Sie es auch wünschen, eine Behandlung einleiten.

Was kann ich selbst tun, um einer Krebserkrankung vorzubeugen?

  • Essen Sie gesund und abwechslungsreich

    Ein hoher Anteil an Ballaststoffen, Fisch und Kalzium senkt die Wahrscheinlichkeit an Darmkrebs zu erkranken. Erhöht wird das Darmkrebs- und Magenkrebsrisiko mit einer Ernährung, die viel verarbeitetes und rotes Fleisch enthält. Das Lungenkrebsrisiko von Rauchern wird durch eine gemüsehaltige Ernährung sogar gesenkt.
  • Vermeiden Sie Übergewicht

    Ihr Körpergewicht wird in Kombination mit Ihrer Größe im Körpermassenindex (Body-Mass-Index, kurz BMI) verrechnet. Genauere Berechnungen berücksichtigen auch Geschlecht und Alter. Ein Ihrer Größe entsprechendes normales Körpergewicht haben Sie mit einem BMI von 19 bis 24.9 kg/m2. Ab einem BMI von 25 kg/m2 sind Sie übergewichtig, ab einem BMI von 40 kg/m2 leiden Sie unter Fettleibigkeit. Übergewicht (und Fettleibigkeit) sowie eine hohe Menge an Bauchfett und Fett um die Organe, erhöhen das Krebsrisiko. Bewiesen wurde dies für Brustkrebs bei Frauen, Gebärmutterkörperkrebs, Speiseröhrenkrebs, Dickdarmkrebs und Nierenzellkrebs. Die Ursache dieses Zusammenhangs ist bisher nicht bekannt.
  • Rauchen Sie nicht und konsumieren Sie keinen Tabak

    Tabakprodukte enthalten krebserregende Substanzen. Diese Substanzen schädigen die DNA. Bei Rauchern sind die Reparartursysteme, welche DNA-Fehler wieder reparieren sollten, nicht mehr voll funktionsfähig. Häufen sich in einer Zelle die Fehler in der DNA und betreffen wichtige Erbgutabschnitte, kann die Zelle sich bösartig verändern und zu Krebs führen. Das Krebsrisiko für viele verschiedene Krebsarten ist daher erhöht. Zusätzlich ist auch noch die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass nach Heilung einer Krebserkrankung der Krebs zurückkommt und Sie an der Krebserkrankung versterben. Auch sollten Sie vermeiden, Passivraucher zu sein, da für diese Personengruppe das Risiko für Krebserkrankungen ebenfalls erhöht ist.
  • Trinken sie Alkohol nur in kleinen Mengen

    Für Frauen wird eine Tageshöchstmenge von maximal 10 g und für Männer von 20 g empfohlen. In einem Glas Bier oder Wein ist beispielsweise 10 g Alkohol enthalten.
  • Bewegen Sie sich regelmäßig und treiben Sie vor allem Ausdauersport

    Durch die Bewegung werden Gene, welche die Tumorbildung unterdrücken, gefördert. Insgesamt sinkt dadurch das Krebsrisiko verschiedener Krebsarten und bei bestehender Krebserkrankung wird der Krankheitsverlauf verbessert und die Lebensqualität steigt.
  • Nehmen Sie an Krebsvorsorgeuntersuchungen teil.

    Falls bei Ihnen doch ein Krebs auftreten sollte, kann dieser in einer Frühphase erkannt und oftmals besser behandelt werden.
  • Schützen Sie sich vor hoher Sonnenstrahlung

    Meiden Sie die Sonne in der Mittagszeit und cremen Sie sich mit Sonnencreme, mit dem entsprechenden Lichtschutzfaktor für Ihren Hauttyp, ein. Die Sonnenstrahlung schädigt die DNA, welche nicht mehr repariert werden kann. Das Risiko für Hautkrebs steigt dadurch.
  • Impfungen gegen Hepatitis B sowie HPV

    Lassen Sie sich gegen Leberentzündung (Hepatitis) B und als Frau gegen Humane Papillomaviren (HPV) impfen, wenn Sie diese Impfungen nicht bereits in Ihrer Kindheit erhalten haben. Hepatitis B kann Leberkrebs begünstigen. Humane Papillomaviren wiederum sind ein Risikofaktor für Gebärmutterhalskrebs.
  • Stillen wirkt protektiv

    Stillen sie als Frau Ihr Kind, denn hormonelle Einflüsse senken das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken.
  • Vorsicht bei Hormonersatzpräparaten

    Setzen Sie Ersatzpräparate zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden bedacht ein. Eine Kombination aus den weiblichen Geschlechtshormonen Östrogen und den Gestagenen erhöht das Brustkrebsrisiko, da die Geschlechtshormone an Bindungsstellen (Rezeptoren) der Zellen im Brustgewebezellen andocken und die Zellen in Folge beeinflussen. Hingegen sinkt das Brustkrebsrisiko, wenn Sie über fünf bis sechs Jahre nur Östrogen einnehmen.
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In folgenden Ratgebern stellen wir aktuelle Behandlungsmethoden vor und zeigen Ihnen, welche Krankenhäuser und Experten sich auf Prävention spezialisiert haben.