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Diabetes

Diabetes ist eine Zuckerstoffwechselerkrankung. Grundlage dieser Störung ist eine Erhöhung des Zuckers (Glucose) im Blut. Die wichtigsten Erkrankungen sind der Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2. Bei Diabetes mellitus Typ 1 liegt eine Autoimmunreaktion des Körpers als Ursache zugrunde, bei Diabetes mellitus Typ 2 führt eine gestörte Wirkung des Insulins und damit schlechtere Aufnahme in die Zellen zu einem stark erhöhten Blutzucker. Erkrankungen an Gefäßen, Augen, Nieren sowie Nervensystem sind die Folge. Wenn eine Ernährungs- und Lebensstilanpassung nicht erfolgreich ist, kann eine medikamentöse Behandlung oder Insulin-Therapie begonnen werden.

Welche Symptome bestehen bei Diabetes?

Die Symptome von Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2 unterscheiden sich stark: Diabetes Typ 1 betrifft meist junge Patienten, bei denen es zu einem absoluten Insulinmangel im Körper kommt. Die Symptome treten dann oft sehr schnell auf. Häufig bricht Diabetes Typ 1 nach einer Virusinfektion aus.

Der Diabetes Typ 2 hingegen betrifft eher ältere Patienten. Bei dieser Form entsteht über viele Monate eine Unempfindlichkeit für Insulin (Insulinresistenz). Die Symptome sind daher oft sehr mild und werden im schlimmsten Fall über einen langen Zeitraum nicht entdeckt, was zu Folgeschäden führen kann. Menschen mit mehreren gesundheitlichen Risikofaktoren sollten deshalb regelmäßig Kontrolluntersuchungen bei ihrem Hausarzt durchführen lassen.

Folgende Symptome deuten auf einen Diabetes hin:

  • Leistungsminderung
  • Müdigkeit
  • quälender Durst
  • häufiges Wasserlassen
  • Wadenkrämpfe
  • Pruritus (Juckreiz)
  • Sehstörungen

Welche Ursachen liegen Diabetes zugrunde ?

Diabetes ist ein Überbegriff für verschiedene Erkrankungen. Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2 sind in Ihrer Entstehung unterschiedlich und müssen auch auf verschiedene Art und Weise behandelt werden.

  • Diabetes mellitus Typ 1

    Der Typ 1 Diabetes ist durch einen Insulinmangel gekennzeichnet. Insulin wird benötigt, um Zucker aus dem Blut in die verschiedenen Zellen zu transportieren. In den Zellen wird der Blutzucker dann gespeichert. Beim Typ 1 Diabetes kommt es allerdings zu einer Autoimmunreaktion gegen die Körperzellen in der Bauchspeicheldrüse, die normalerweise Insulin produzieren. Als Folge davon stellen diese ihre Arbeit ein und es steht anschließend nicht mehr ausreichend Insulin zur Verfügung, um den Zucker vollständig in die Körperzellen aufzunehmen. Ab etwa 80 Prozent Zerstörung der insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse (Beta-Zellen) kommt es zu einem merklichen Anstieg des Blutzuckers im Körper. Öfters tritt die erste Episode nach einer Virusinfektion auf. Bekannte Ursachen sind außerdem bestimmte genetische Komponenten (HLA-Assoziation). Auch eine Kombination mit anderen Autoimmunerkrankungen (etwa Hashimoto-Thyreoiditis, Typ-A-Gastritis, Morbus Addison) tritt häufig auf.

  • Diabetes mellitus Typ 2

    Beim Typ 2 Diabetes besteht eine sogenannte Insulinresistenz. Zwei Mechanismen sind hierfür verantwortlich: Zum einen können die Körperzellen das Insulin nicht mehr ausreichend verwerten (sogenannte periphere Insulinresistenz). Zum anderen gibt die Bauchspeicheldrüse nur noch verringert Insulin ab. Beide Faktoren führen dazu, dass der Blutzucker nur unzureichend aus dem Blut in die Körperzellen aufgenommen wird und es zu einem Überangebot von Zucker im Blut kommt. Bei dieser Form spielt auch eine genetische Prädisposition eine große Rolle. Weitere Risikofaktoren für die Entstehung von Diabetes Typ 2 sind Übergewicht und Bewegungsmangel. Die Erkrankung kann lange schleichend verlaufen. Während dieser Zeit entstehten oft schwere Folgeschäden an Auge, Niere und Nervensystem.

  • Diabetes mellitus Typ 3

    Unter dem Diabetes mellitus Typ 3 werden unterschiedliche Formen zusammengefasst, die durch Störungen anderer Körpersysteme oder andere Erkrankungen ausgelöst werden. Dazu zählen etwa genetische Erkrankungen mit Defekten der Pankreaszellen (sogenanntes MODY), Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse (Mukoviszidose, Bauchspeicheldrüsenentzündung), Erkrankung des Hormonhaushaltes (Cushing-Syndrom) oder der Einfluss von Medikamenten (Korisonpräparate).

  • Diabetes mellitus Typ 4 (Schwangerschaftsdiabetes)

    Bei Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) wird der Diabetes erstmalig während der Schwangerschaft diagnostiziert. Auslöser ist ein veränderter Insulinbedarf während der Schwangerschaft. Insbesondere im ersten Trimenon kommt es zu einer erhöhten Insulinwirkung an den Körperzellen. In diesem Stadium tritt auch oft ein Unterzucker auf. Im weiteren Verlauf der Schwangerschaft (zweites und drittes Trimenon) entwickelt sich eine zunehmende Insulinresistenz, wodurch der Blutzucker zunehmend schlechter verwertet wird. Risikofaktoren für das Auftreten sind eine genetische Vorbelastung, Übergewicht, Schwangerschaftsdiabetes in vorausgegangenen Schwangerschaften sowie ein höheres Alter. In sehr vielen Fällen bemerkt die Frau recht wenig von dieser Erkrankung und die Diagnose wird durch eine Schwangerschaftskontrolluntersuchung gestellt. Die Blutzuckerwerte müssen dann unbedingt verbessert werden, da neben Schäden für die Mutter auch Komplikationen am ungeborenen Kind auftreten können.

Welche Diagnostik wird bei Diabetes durchgeführt?

Die Diagnostik bei Diabetes verfolgt zwei Ziele: zum einen das Erkennen der Erkrankung; zum anderen die Verlaufskontrolle und die Vorbeugung von Folgeschäden. Welche Untersuchung bei Ihnen zu welchem Zeitpunkt durchgeführt wird, entscheiden Ihre Ärzte in Abhängigkeit vom Stadium der Erkrankung.

  • Diagnose der Erkrankung

    Folgende Untersuchungen werden bei Diabetes angewandt:

    1. Nüchternblutzucker nach 8 Stunden Nahrungskarenz
    2. HbA1c-Wert (Langzeitblutzuckerwert)
    3. 2h-Blutzucker nach Zuckerbelastungstest
    4. Urinuntersuchung (Suche nach Nierenschäden und Blutzucker)
    5. Antikörpertest (Suche nach Antikörpern bei Diabetes Typ 1 z. B. GAD65-AK, IA-2-AK, Insulin-Autoantikörper)
    6. Gendiagnostik (bei bestimmten genetischen Varianten)
    7. Blutfettprofil (Cholesterin, LDL, HDL, Triglyceride)
  • Verlaufsuntersuchung

    Folgende Untersuchungen werden bei Diabetes zur Verlaufsuntersuchung durchgeführt:

    1. Nüchternblutzucker
    2. HbA1c-Wert (Langzeitblutzuckerwert)
    3. Urinuntersuchung (Suche nach Nierenschäden und Blutzucker)
    4. Blutfettprofil (Cholesterin, LDL, HDL, Triglyceride)
    5. Check des Medikamentenplans
  • Vorbeugung von Folgeschäden

    Unkontrollierter Diabetes kann viele Organe im Körper schädigen, darunter insbesondere Augen, Niere, Gefäße sowie Nervensystem. Um Schäden zu verhindern, passen Ihre Ärzte die Therapie engmaschig an und führen regelmäßige Kontrolluntersuchungen durch. Dazu gehören:

    1. EKG-Untersuchung (bei Auffälligkeiten weiterführende Herzdiagnostik)
    2. Blutfette
    3. Blutdruck
    4. Körpergewicht
    5. Kontrolle der Niere (Blutwerte wie GFR und Nierenwerte, Blutsalze; Urin)
    6. Augenhintergrunduntersuchung
    7. Untersuchung der Füße (Polyneuropathie, diabetisches Fußsyndrom)

Welche Behandlung wird bei Diabetes durchgeführt?

Eine erfolgreiche Behandlung von Diabetes ist nur gemeinsam mit Ihnen möglich. Daher sollten das Therapieschema und alle Veränderungen an Ihr Leben angepasst sein. Genau diesen Aspekten widmen sich Diabetologen in den speziellen Patientenschulungen. Dort werden Sie auch an die Erkrankung mit Ihren speziellen Herausforderungen herangeführt.

Im Folgenden zeigen wir Ihnen den Grundaufbau der Therapie des Diabetes, die an aktuelle Leitlinien angepasst ist:

  • Allgemeine Ziele der Therapie

    Ziel der Diabetes-Therapie ist eine Normalisierung des Blutzuckerspiegels und Vermeidung von Folgeerkrankungen an Gefäßen, Niere, Herz, Auge und Nervensystem. Folgeerkrankungen an diesen Organen sind etwa ein Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenschwäche (Niereninsuffizienz) oder eine Polyneuropathie.

    Da neben einer genetischen Komponente insbesondere Übergewicht und Bewegungsmangel eine große Rolle bei der Entstehung der Zuckerkrankheit spielen, sollte bei allen Therapieplanungen eine Lebensstiländerung im Vordergrund stehen. Einige Studien haben nämlich gezeigt, dass vermehrte körperliche Bewegung zu einer höheren Insulinempfindlichkeit und damit einer automatischer Senkung des Blutzuckerspiegels führt.

    In frühen Phasen des Diabetes kann durch derartige Maßnahmen eine notwendige Medikation vermindert werden, in späteren Phasen gegebenenfalls die Medikation deutlich gesenkt werden.

    Neben dem Körpergewicht und Blutzucker sollte auch ein besonderes Augenmerk auf Ihren Blutdruck sowie Ihre Blutfette gelegt werden. Diese zwei Faktoren können weitere Schäden an den Herz- und Gehirngefäßen auslösen, die schleichend über viele Monate und Jahre zu großen Problemen wie etwa einem Schlaganfall oder Herzinfarkt führen.

  • Basics zur Ernährung

    Bei Typ-1-Diabetikern besteht ein Insulinmangel. Hier sollte die Ernährung so angepasst werden, dass die Aufnahme von Kohlenhydraten genau auf die Insulinzufuhr abgestimmt ist.

    Bei Typ-2-Diabetikern besteht eine Insulinresistenz. Das bedeutet, die Körperzellen sind resistent gegen Insulin. Neben häufigeren kleineren Mahlzeiten sollte der Patientvor allem langsam resorbierbare Kohlenhydrate zu sich nehmen und sich insgesamt sehr balaststoffreich ernähren. Einfache Zucker wie Glukose sind zu vermeiden.

  • Antidiabetika

    Antidiabetika werden eingesetzt, wenn durch eine Lebensstiländerung allein keine Verbesserung des Langzeitblutzuckerwertes erreicht wird. Hierzu stehen mehrere Präparate zur Verfügung:

    • Biguanide (Metformin)
    • GLP-1-Analoga (Inkretinmimetika)
    • SGLT2-Inhibitoren (Gliflozine)
    • Dipeptidylpaptidase-4-Hemmer (Gliptine)
    • Sulfonylharnstoffe
    • Sulfonylharnstoff-Analoga (Glinide)
    • Glucosidasehemmer (Acarbose)

    Oft kann auch eine Kombinationstherapie unter den Antidiabetika sowie auch zusammen mit Insulin durchgeführt werden.

  • Insulintherapie

    Bei Typ-1-Diabetes wird immer eine Insulintherapie angewendet, da bei dieser Form ein Insulinmangel vorliegt. Bei Typ-2-Diabetes wird Insulin eingesetzt, wenn durch die Therapie mit Lebensstiländerung sowie oraler Medikation keine zuverlässige Senkung des Blutzuckers erreicht werden kann.

    Neben einer notwendigen Grundmenge an Insulin für den Stoffwechsel (basales Insulin) ist eine weitere Dosis für die zusätzliche Nahrungsaufnahme notwendig, die an den jeweiligen Bedarf angepasst werden kann (prandiales Insulin). Hierfür gibt es verschiedene Präparate.

    Je nach Ausprägung, Einnahme von Medikamenten und Zielvorstellungen werden unterschiedliche Schemata angewendet:

    1. Konventionelle Insulintherapie: Feste Insulindosis morgens und abends sowie zusätzliche feste Gaben zum Essen
    2. Basal-Insulin zur Nacht: langwirksames Insulin zur Nacht als Ergänzung zu einer oralen Medikation
    3. Intensivierte Insulintherapie: Kombination aus langwirksamen Insulinen und Insulingaben zum Essen je nach Blutzucker und Mahlzeit
    4. Prandiale Insulintherapie: Normalinsulin oder kurzwirksames Insulin zu den Mahlzeiten

Unserer Ratgeber aus dem Bereich hormonelle Erkrankungen

In folgenden Ratgebern stellen wir aktuelle Behandlungsmethoden vor und zeigen Ihnen, welche Krankenhäuser und Experten sich auf hormonelle Erkrankungen spezialisiert haben.

Kliniken für Diabetes

In Deutschland gibt es 1369 Kliniken für Diabetes. Klinikradar hat die neusten offiziellen Qualitätsdaten aller Krankenhäuser ausgewertet und Kliniken mit besonders hoher Expertise bei der Behandlung von Diabetes ermittelt. Vergleichen Sie Kennzahlen und Behandlungsangebot, um die für Sie beste Klinik für Diabetes zu finden.

  1. Diabetes Zentrum Mergentheim

    Viele Fälle im Bereich Diabetes
    • Diabetes
      4.195 Fälle
    • Fachklinik für hormonelle Erkrankungen
      155 Betten
    Fachabteilung für Diabetes:
    • Anmerkung der Abteilung: Mit Schwerpunkt Diabetes mellitus.

  2. Asklepios Klinik Barmbek

    Viele Fälle im Bereich Diabetes
    • Diabetes
      3.218 Fälle in 6 Fachabteilungen
    • Großes Krankenhaus
      640 Betten
    6 Fachabteilungen für Diabetes:
  3. Caritas-Klinik St. Marien

    Viele Fälle im Bereich Diabetes
    • Diabetes
      2.205 Fälle in 2 Fachabteilungen
    • Kleines Krankenhaus
      129 Betten
    2 Fachabteilungen für Diabetes:
Alle Kliniken für Diabetes
Kriterien der Klinikbewertung

Kriterien für das Qualitätssiegel Diabetes

Die Kliniksuchmaschine Klinikradar hat exzellente Diabeteszentren mit hoher Erfahrung und Behandlungsqualität das Qualitätssiegel Top-Klinik für Diabetes verliehen. In die Auswertung wurden die offiziellen Qualitätsdaten der Krankenhäuser und andere qualitative Fakten einbezogen. Zu den Bewertungskriterien zählen:

  • Erfahrung: Die Klinik hat hohe Fallzahlen nach ICD-10-GM-2018 E10-E14, bietet dem Personal regelmäßig Fortbildungen sowie Gruppenschulungen an, nimmt an wissenschaftlichen Studien auf dem Gebiet der Zuckerkrankheit teil und beschäftigt Diabetologen und Diabetesberater. (Datenquelle: Qualitätsberichte des G-BA; ClinicalTrials)
  • Zertifizierung: Um sich für das Siegel zu qualifizieren, muss die Klinik von der Deutschen Diabetesgesellschaft (DDG) als Diabeteszentrum zertifiziert worden sein.
  • Interdisziplinäre Arbeitsweise: Die Diabetesklinik arbeitet in enger Kooperation mit anderen Fachbereichen wie Augenheilkunde, Nephrologie, Neurologie, Psychologie, Angiologie und Kardiologie.
  • Hygiene- und Qualitätsmanagement: Das Diabeteszentrum muss ein Hygiene- und Qualitätsmanagementkonzept installiert haben. (Quelle: G-BA)
  • Patientenzufriedenheit: Die behandelten Patienten sind mit der Diabetesklinik überdurchschnittlich zufrieden. (Quelle: Klinikbewertungsportale)

Kliniken für Diabetes nach Bundesland

Kliniken für Diabetes in deutschen Großstädten

Tageskliniken für Diabetes

Eine Tagesklinik für Diabetes kann eine sinnvolle Alternative zu einem stationären Aufenthalt sein. Patienten werden in einer Tagesklinik mit Spezialisierung auf Diabetes von Montag bis Freitag tagsüber von Fachärzten behandelt, verlassen die Klinik aber ab dem späten Nachmittag und übernachten zu Hause. Die Patienten der Tagesklinik werden so nicht aus ihrem gewohnten Umfeld herausgerissen, können aber trotzdem die Behandlungsmöglichkeiten im Bereich Diabetes wahrnehmen.

  1. Vitanas Klinik & Tagesklinik für Geriatrie

    Wenige Fälle im Bereich Diabetes
    • Diabetes
      17 Fälle
    • Kleines Krankenhaus
      105 Betten
    • Tagesklinik
    Fachabteilung für Diabetes:
  2. Tagesklinik Gransee

    Wenige Fälle im Bereich Diabetes
    • Diabetes
      6 Fälle
    • Kleines Krankenhaus
      28 Betten
    • Tagesklinik
    Fachabteilung für Diabetes:

Kliniklisten: Behandlung von hormonellen Erkrankungen

Mit unserer Kliniksuche finden Sie auch in anderen Bereichen des Fachgebiets hormonelle Erkrankungen empfehlenswerte Spezialkliniken: