Alles zum Thema Bluthochdruck

Bluthochdruck entsteht schleichend über viele Jahre und wird oftmals nicht bemerkt. Er stellt dennoch einen der größten Risikofaktoren für viele Herz-Kreislauf-Erkrankungen dar. Hier geben wir Ihnen einen Überblick über diese Erkrankung und einige der Therapien, die zur Verfügung stehen. Zudem informieren wir Sie über viele Maßnahmen, die Sie selbst als Patient ergreifen können.

Welche Symptome können für Bluthochdruck sprechen?

Bluthochdruck äußert sich meist nicht durch typische Beschwerden und wird daher nicht selten erst bei einem Arztbesuch aufgrund einer anderen Erkrankung zufällig entdeckt. Kopfschmerzen, Schwindel, Abgeschlagenheit und Nasenbluten können darüber hinaus Hinweise geben.

Kommt es zu sehr hohen Blutdruckwerten, können unter anderem folgende Beschwerden auftreten:

  • Kopfschmerzen (vor allem morgens im hinteren Kopf)
  • Schwindel
  • Schlafstörungen
  • Abgeschlagenheit
  • Nervosität
  • Herzklopfen
  • Atemschwäche
  • Ohrensausen (Tinnitus)
  • Übelkeit
  • Nasenbluten
     

Welche Ursachen für einen Bluthochdruck sind bekannt?

Bei über 90% der Erwachsenen ist keine Ursache für den Bluthochdruck, auch arterielle Hypertonie genannt, bekannt. Man nennt die arterielle Hypertonie in diesen Fällen auch primäre Hypertonie.

Möglich ist aber auch eine arterielle Hypertonie infolge der Krankheit eines Organes, auch sekundäre Hypertonie genannt.

Zu den Ursachen zählen unter anderem: 

  • schlafbezogene Atemstörung (Obstruktive Schlafapnoe)
  • Nierenerkrankungen, z.B. eine Verengung des nierenversorgenden Gefäßes (Nierenarterienstenose) 
  • Gefäßerkrankungen, z.B. Gefäßentzündung (Vaskulitis)
  • Hormonelle Störungen, z.B. Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
  • Psychische Erkrankungen, z.B. Panikstörung
  • Krebs 
  • Langanhaltende Schmerzen (Chronische Schmerzen)

Bei Kindern hingegen ist Bluthochdruck aufgrund einer organischen Ursache häufiger.

Kurzzeitige Erhöhungen des Blutdrucks können ausgelöst werden durch verschiedene Medikamente, Drogen, Kohlenmonoxidvergiftungen, Lakritz oder die Schwangerschaft. 

Generell kommt es durch oben genannte Prozesse …

  • zu einem Anstieg des Blutvolumens im Gefäßsystem oder
  • zu einem erhöhten Blutvolumen, das pro Zeiteinheit aus dem Herzen ausgeworfen wird oder 
  • zu einer Abnahme der Elastizität der Blutgefäße (starre Gefäße) oder
  • zu einem Zusammenziehen der Blutgefäße 
     
  • … und in Folge zu einem Bluthochdruck. 


 

Welche Risikofaktoren für einen Bluthochdruck sind bekannt?

Ein erhöhtes Risiko, an Bluthochdruck zu erkranken, haben Sie, wenn …

  1. Sie rauchen.
  2. Sie viel Alkohol trinken.
  3. Sie viel Coffein zu sich nehmen.
  4. Sie viel Salz konsumieren.
  5. Sie sich fettreich ernähren.
  6. Sie stark übergewichtig sind.
  7. Sie Stress ausgesetzt sind.
  8. Sie unter der Obstruktiven Schlafapnoe leiden.
  9. Sie sich wenig bewegen.
  10. Sie durch Ihre Erbanlagen dazu neigen. 
  11. Sie eine bestimmte Gruppe an Medikamenten, die schmerzlindernd, entzündungshemmend und fiebersenkend wirken, einnehmen (NSAR).
     

Welche Diagnostik wird bei Bluthochdruck durchgeführt?

Das Ziel der Diagnostik ist unter anderem, eine primäre von einer sekundären Hypertonie zu unterscheiden, um bei einer sekundären Hypertonie die Grunderkrankung zu behandeln. Außerdem soll der Schweregrad des Bluthochdrucks festgestellt werden. 


Leiden Sie unter mehreren der oben genannten Symptome und suchen Sie daraufhin den Arzt auf oder haben Sie bei Routineuntersuchungen regelmäßig hohe Blutdruckwerte, wird Sie der Arzt zu den Risikofaktoren einer arteriellen Hypertonie, Ihrem Lebensstil, Ihren Vorerkrankungen und familiären Erkrankungen befragen. Er wird Sie anschließend mit dem Stethoskop untersuchen, mitunter Ihren Puls tasten und Ihren Herzrhythmus zählen. In einer Blutuntersuchung schaut sich der Arzt besonders die Schilddrüsenwerte, die Nierenwerte, die Mineralstoffmenge mit elektrischer Ladung (Elektrolyte) als auch den Blutzuckerwerte und die Blutfettwerte an. 


Anschließend erfolgt eine Blutdruckmessung. Bei der Praxisblutdruckmessung werden bei Ihnen zwei Blutdruckmessungen im Abstand von zwei Minuten an beiden Armen durchgeführt. Bevor der Blutdruck gemessen wird, sollte Sie erst einmal im Sitzen zur Ruhe kommen, um den Blutdruckwert nicht zu verfälschen. Außerdem ist es wichtig, dass die Blutdruckmanschette auf Herzhöhe angebracht wird. 


Eine andere Möglichkeit der Blutdruckmessung ist die 24-Stunden-Blutdruckmessung mithilfe eines tragbaren Blutdruckmessgerätes und einer dauerhaft anliegenden Blutdruckmanschette. So können die Blutdruckwerte während Ihrer alltäglichen Tätigkeiten und zu den verschiedenen Tageszeiten über 24 Stunden hinweg erfasst werden. 
Der Blutdruck wird typischerweise in Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) gemessen, einer Maßeinheit zur Angabe von Drücken. Angegeben wird der Blutdruck in einem systolischen Wert abgetrennt mit einem Trennstrich vom diastolischen Wert, zum Beispiel 128/82 mmHg. Der systolische Wert wird gemessen, wenn das Herz sich während eines Herzschlags zusammenzieht und das Blut aus dem Herzen über die Gefäße in den Körper pumpt. Der entstehende Druck in diesen Gefäßen ist der systolische Blutdruck. Der diastolische Blutdruck hingegen ist geringer als der systolische Blutdruck und entspricht dem Druck in den Körperarterien während der Herzentspannung, wenn sich also das Herz wieder mit Blut füllt. 


Ihr durchschnittlicher Blutdruck wird anschließend einem der Blutdruckkategorien zugeordnet. Nachfolgend sind die drei Hypertoniekategorien mit ihren Grenzen und der normale Blutdruck sowie der hoch-normale Blutdruck angegeben. Die Einteilung ist wichtig für die Auswahl der Therapie. 

  1. Normal: < 130/85 mmHg
  2. Hochnormal: 130/85 – 139/89 mmHg
  3. Hypertonie Grad I: 140/90 – 159/99 mmHg
  4. Hypertonie Grad II: 160/100 – 179/109 mmHg
  5. Hypertonie Grad III: ≥ 180/110 mmHg
     

Ist bei Ihnen eine arterielle Hypertonie festgestellt worden, müssen Sie regelmäßig eigenständig Ihre Blutdruckwerte kontrollieren, damit gegebenenfalls die Therapie angepasst werden kann.
Abhängig vom Verdacht auf eine sekundäre Hypertonie werden spezifische Untersuchungen durchgeführt, um die Grunderkrankung aufzudecken.

Was ist das Ziel einer Blutdrucktherapie?

Zunächst ist eine Therapie des Bluthochdruckes nötig, um Folgeschäden an anderen Organen, wie der Niere, dem Herz oder dem Auge zu verhindern.

Das Ziel der Bluthochdruck-Therapie ist generell die Einstellung der Blutdruckwerte unter den Wert 140/90 mmHg. Wenn Sie die Blutdrucktherapie gut vertragen oder Diabetiker sind, zielt man auf einen Wert unter 130/80 mmHg ab. Bei älteren Patienten werden Werte bis zu 140/90 mmHg akzeptiert. Grundsätzlich sollte bei der Therapie ein Durchschnittswert von 120/70 mmHg nicht unterschritten werden. 

Was kann ich als Patient gegen meinen Bluthochdruck machen?

Allgemeine Lebensstiländerungen können bereits einen enormen Beitrag zu einer Verbesserung des Bluthochdrucks liefern. Dazu gehören verschiedene Maßnahmen: Reduzieren Sie Ihren Alkoholkonsum und Ihren Salzkonsum, ernähren Sie sich vielfältig und mit viel Gemüse und Obst, verzichten Sie auf das Rauchen, bewegen Sie sich regelmäßig und versuchen Sie, Normalgewicht zu erreichen. Alle Maßnahmen sind oft nicht einfach dauerhaft umzusetzen. Aus diesem Grund gibt es mittlerweile viele Unterstützungsprogramme, die Sie bei Ihrem Vorhaben zur Änderung des Lebensstils unterstützen. 

Welche Medikamente stehen zur Behandlung zur Verfügung?

Für die medikamentöse Therapie des Bluthochdrucks stehen fünf Medikamentengruppen zur Verfügung. Die Auswahl erfolgt vorrangig aufgrund Ihrer Begleiterkrankungen. Die Medikamente basieren auf unterschiedlichen Mechanismen, die letztendlich eine Blutdrucksenkung bewirken.

Ab wann und mit welchen Medikamenten eine Therapie bei Ihnen eingeleitet wird, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt. Neben der erforderlichen Diagnostik (etwa 24h Blutdruckmessung) sind dazu auch eine genau Kenntnis Ihrer Vorerkrankungen wichtig. 

Zuerst werden Sie zwei Wirkstoffe der unten genannten Wirkstoffgruppen in Kombination erhalten, wobei Betablocker für Menschen mit Herzproblemen vorgesehen ist. Diese Wirkstoffe sind meist in einer Tablette kombiniert und werden zu Beginn in niedriger Dosierung verabreicht. Anschließend wird die Dosis der Kombination gesteigert, bis Sie Ihren Zielblutdruck erreichen. Reicht die erste Kombination nicht aus, können Sie auf eine andere Kombination ausweichen oder eine Kombination mit einem dritten Wirkstoff versuchen.

Folgende Wirkstoffgruppen werden in der medikamentösen Therapie eingesetzt: 

Thiazide
Calciumantagonisten
Betablocker
ACE-Hemmer
Sartane
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