Klinikradar

Darmkrebsvorsorge

Mit der Darmkrebsvorsorge kann Darmkrebs in einem frühen Stadium erkannt werden. Die Chancen für eine erfolgreiche Krebsbehandlung sind höher als in einem späten Stadium. Auch Vorstufen des Darmkrebses können aufgedeckt werden, sodass man diese entfernen und die Krebsentstehung verhindern kann.

Wie ist die Darmkrebsvorsorge in Deutschland organisiert?

Im Alter zwischen 50 und 65 Jahren bekommen Sie alle fünf Jahre einen Brief zu Ihrem Geburtstag von Ihrer Krankenkasse als Erinnerung an die Darmkrebsvorsoge sowie Informationen dazu.

Die Kosten für die Untersuchungen werden ab dem Alter von 50 Jahren von der Krankenkasse übernommen.
Das gesetzliche Krebsfrüherkennungsprogramm sieht Folgendes bezüglich der Darmkrebsvorsorge vor:

  1. Im Alter zwischen 50 und 54 Jahren können Sie einmal pro Jahr Ihren Stuhl auf Vorkommen von Blut untersuchen lassen (Stuhluntersuchung).
  2. Für Männer ab 50 Jahren und Frauen ab 55 Jahren ist eine Darmspiegelung vorgesehen, die bei unauffälligem Ergebnis erst nach zehn Jahren wiederholt wird, da Darmkrebs in der Regel sehr langsam wächst. Bei aufgetretenen Krebsvorstufen wird die Darmspiegelung zur Sicherheit meist schon nach drei bis fünf Jahren wiederholt.
  3. Ab dem Alter von 55 Jahren können Sie als Ersatz für eine Darmspiegelung alle zwei Jahre eine Stuhluntersuchung durchführen.

Haben Sie ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs, beispielweise weil dieser in Ihrer Familie bereits aufgetreten ist oder Sie an einer andauernden (chronischen) entzündlichen Darmerkrankung leiden, besprechen Sie mit Ihrem Arzt Ihr individuelles Vorgehen.
Bei wiederholt auftretenden starken Bauchschmerzen, sichtbarem Blut im Stuhl oder längerfristigen Veränderungen Ihrer Stuhlgewohnheiten sollten Sie zur Kontrolle einen Arzt aufsuchen, auch wenn dies nicht nur Darmkrebs sein könnte, sondern auch andere Darmerkrankungen.

Wie wird der Immunologischer fäkaler Okkultbluttest (iFOBT) durchgeführt?

Diesen Stuhltest auf verstecktes (okkultes) Blut bekommen Sie beim Hausarzt oder als Frau beim Gynäkologen und als Mann beim Urologen und führen Ihn selbst zu Hause durch. Sie erhalten ein kleines Röhrchen mit Deckel, in welchem ein Stab integriert ist. Mit diesem Stab entnehmen Sie eine kleine Probe Ihres Stuhles, stecken den Stab mit Probe zurück in das Röhrchen und verschließen das Röhrchen gut. Das Röhrchen geben Sie spätestens bis zum nächsten Tag in der Arztpraxis ab, sodass die Probe im Labor untersucht werden kann. Sie erhalten normalerweise nur eine Benachrichtigung, wenn Ihre Probe auffällig war. Wenn Sie gerade Ihre Regelblutung haben, sollten Sie den Test erst im Anschluss durchführen, um Testverfälschungen zu vermeiden.

Der Darmkrebs hat als Eigenschaft, dass er häufig blutet. Das Blut wird anschließend über den Stuhl ausgeschieden, ist aber meist durch die geringe Blutmenge mit dem bloßen Auge nicht sichtbar. Das Blut wird im Labor durch Antikörper nachgewiesen, welche an den Blutfarbstoff Hämoglobin binden.

Ein richtig negatives Ergebnis, also wenn richtigerweise kein Blut im Stuhl gefunden wurde, ist kein sicherer Ausschluss einer Darmkrebserkrankung, da mancher Darmkrebs nicht blutet. Andererseits kann aus einem richtigen positiven Ergebnis, also wenn richtigerweise Blut im Stuhl gefunden wurde, nicht automatisch die Diagnose Darmkrebs gefolgert werden. Es gibt Darmentzündungen, erweiterte Blutgefäße im Bereich des Enddarms (Hämorrhoiden) und Ausstülpungen der Schleimhaut (Polypen), welche ebenso wie Darmkrebs bluten können. Da beispielsweise aus einem Polypen Darmkrebs entstehen kann, wird bei einem positiven Stuhltest-Ergebnis im Anschluss eine Darmspiegelung durchgeführt.

Wie wird eine Darmspiegelung (Koloskopie) durchgeführt?

Diese Untersuchung kann ambulant in einer Praxis für Gastroenterologie durchgeführt werden, sodass Sie nach der Untersuchung wieder nach Hause gehen können. Für die genaue Beurteilung der Schleimhaut Ihres Darms muss Ihr Darm vollständig entleert sein. Die genauen Anweisungen hierfür wird der Arzt im Voraus mit Ihnen klären. Kurz gefasst erhalten Sie eine Trinklösung, die Abführmittel enthält und wovon Sie zwei bis drei Liter am Nachmittag oder spätestens am Abend vor der Untersuchung trinken. Ab diesem Zeitpunkt bis zur Untersuchung sollten Sie auch weitgehend auf Essen verzichten. Sollten Sie Hunger haben, können Sie zuckerhaltige Limonade oder eine klare Brühe zu sich nehmen. Flüssigkeiten, außer Kaffee, dunklen Tees und dunklen Säften sind erlaubt, da genannte Getränke das Bild der Untersuchung verschlechtern.

Bereits zwei bis drei Tage vor der Darmspiegelung sollten Sie auf ballaststoffreiche sowie kernhaltige Lebensmittel verzichten. Dazu zählen beispielsweise Vollkornprodukte, Nüsse, Müsli, Mohn, Obst mit kleinen Kernen (z.B. Kiwis) und Saft mit Fruchtfleisch. Sie können am Tag vor der Darmspiegelung bis mittags Brot ohne Körner und Kerne, mageren Aufschnitt, Marmelade, wenig Butter oder eine Klare Brühe ohne Einlage essen.

Wenn Sie Medikamente einnehmen, besprechen Sie dies im Voraus mit Ihrem Arzt, da Sie die Medikamente eventuell ein paar Tage vor der Untersuchung absetzen müssen. Auch können Medikamente möglicherweise durch das Abführmittel schneller ausgeschieden und somit vom Körper nicht im gleichen Maß wie üblich aufgenommen werden, sodass sich schließlich Ihr Medikamentenspiegel im Blut verändert.

Eine Darmspiegelung ist nicht schmerzhaft, wird von manchen Menschen jedoch als unangenehm empfunden. Daher können Sie ein Betäubungsmittel vor der Untersuchung erhalten. Bei der Darmspiegelung wird Ihnen ein biegsamer Schlauch mit integrierter Lichtquelle und Kamera (Koloskop) durch den After über den Dickdarm bis zum Dünndarm vorgeschoben. Beim Zurückziehen des Koloskops betrachtet der Arzt mit der Kamera die Schleimhaut von Dickdarm und Enddarm. Auf einem Monitor können Sie die Bilder der Kamera mitverfolgen. Sieht der Arzt Schleimhautveränderungen, aus denen sich möglicherweise Krebs entwickeln kann oder welche ein frühes Krebsstadium zeigen, kann er von diesen eine Gewebeprobe (Biopsie) für die Kontrolle im Labor entnehmen oder sie ganz entfernen.

Die Darmspiegelung liefert momentan die zuverlässigsten Ergebnisse.

Bei der Darmspiegelung kann es zu Blutungen beispielweise bei der Entfernung der Polypen kommen oder wenn man mit dem Koloskop eine empfindliche Stelle der Darmschleimhaut berührt. Die Blutungen können aber während dem Eingriff versorgt werden. Selten kommt es zu einem Durchstoßen der Darmwand mit dem Koloskop. Auch kann die Betäubung zu Herz-Kreislauf-Problemen führen.

Welche anderen Methoden der Darmkrebsvorsorge gibt es?

Wenn bei Ihnen ein Stuhltest oder eine Darmspiegelung nicht möglich sind, kann man auf alternative Verfahren zurückgreifen, welche aber in Deutschland normalerweise nur im Rahmen von Studien durchgeführt werden und nicht Teil des gesetzlichen Krebsfrüherkennungsprogrammes sind. Diese Untersuchungen müssen Sie je nach Indikation eventuell selbst übernehmen.

  • Sigmoidoskopie

    Wie bei der Koloskopie wird der Darm von innen untersucht, jedoch wird das Untersuchungsinstrument nur in den unteren Teil des Darmes, den Enddarm, und den letzten Abschnitt des Dickdarms eingeschoben. Folglich kann nicht der gesamte Darm auf Darmkrebs beziehungsweise seine Vorstufen untersucht werden.

  • Virtuelle Koloskopie

    Mit einem Bildgebungsverfahren, wie dem Computertomograph (CT) oder der Magnetresonanztomographie (MRT), können Bilder des Darms von außerhalb des Körpers angefertigt werden, sodass kein Untersuchungsinstrument in den Körper eingeführt werden muss. Bei der Untersuchung mit dem CT besteht jedoch eine Strahlenbelastung für den Körper, die Untersuchung mit dem MRT wird momentan noch entwickelt. Meist wird diese Untersuchung für besondere Fragestelllungen eingesetzt.

  • Kapselendoskopie

    Sie schlucken eine kleine Kapsel mit integrierter Kamera, die Bilder vom gesamten Verdauungstrakt mit Darm macht und anschließend wieder mit dem Stuhl ausgeschieden wird. Anschließend wertet der Arzt die Bilder am Computer aus. Diese Methode kann aktuell von der Zuverlässigkeit die herkömmliche Darmspiegelung noch nicht ersetzen, zudem kann mit dieser Methode auch keine Biopsie oder Entfernung von Gewebewucherungen durchgeführt werden.

Unserer Ratgeber aus dem Bereich Prävention

In folgenden Ratgebern stellen wir aktuelle Behandlungsmethoden vor und zeigen Ihnen, welche Krankenhäuser und Experten sich auf Prävention spezialisiert haben.