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Angststörungen

Angst ist ein natürlicher Schutzmechanismus, um gefährliche Situationen rechtzeitig zu erkennen und vor Gefahren zu warnen. Bei einer Angststörung tritt diese Furcht jedoch auch in ungefährlichen Situationen auf. Die Angst ist entweder auf bestimmte Auslöser beschränkt oder tritt unabhängig von konkreten Auslösern auf. Neben phobischen Ängsten gibt es außerdem die generalisierte Angstörung und die Panikstörung. Für Betroffene ist diese Erkrankung eine enorme Einschränkung des Alltages, weshalb eine Therapie meist sinnvoll ist. Zur Behandlung setzen Psychotherapeuten und Psychiater auf kognitive Verhaltenstherapie, teilweise auch mitmedikamentöser Unterstützung.

Dieser Ratgeber auf einen Blick:

  1. Symptome
  2. Einteilung
  3. Therapie
  4. Kliniken
  5. Tageskliniken

Welche Symptome bestehen bei einer Angststörung?

Angst ist grundsätzlich eine vollkommen normale Reaktion auf eine Gefahr. Dieses Gefühl ist wichtig und hat uns evolutionär vor Gefahren beschützt. Überschreitet Angst jedoch ein normales Maß, beeinträchtigt sie den Alltag und die Lebensqualität enorm. Angststörungen zählen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen.

Bei einer Angststörung können folgende Symptome in unterschiedlicher Intensität auftreten:

  • Schwitzen
  • Zittern
  • Hitzewallungen
  • Mundtrockenheit
  • Herzrasen
  • Atemnot
  • Hyperventilation
  • Erstickungsgefühl
  • Schwindel
  • Übelkeit
  • Bauchschmerzen

Wenn Angststörungen nicht behandelt werden, ziehen sich viele Patienten immer mehr aus dem Alltag zurück. Es entstehen Probleme in Beruf und Familie. Es kommt außerdem oft zu einer sogenannten Erwartungsangst, also Angst vor der Angst. Viele Patienten fühlen sich ausgeliefert und verlieren das Vertrauen in ihre eigene Stärke und Selbstwirksamkeit.

Welche Formen einer Angststörung gibt es?

Angststörungen können unterteilt werden, nämlich durch den Charakter sowie die Situationen, in denen sie auftreten. Dazu zählen phobische Ängste, Panikstörung sowie generalisierte Ängste.

  • Phobische Störungen

    Bei phobischen Störungen lässt sich die Situation, welche die Angst auslöst, sehr genau beschrieben. Die Symptome reichen von leichten körperlichen Anzeichen wie Schwitzen und Herzrasen bis hin zu deutlichen Panikattacken. Patienten versuchen dann mit der Zeit, bestimmte Situationen zu vermeiden und erlernen über die Jahre ein bestimmtes Vermeidungsverhalten.

    Folgende phobische Störungen sind häufig:

    1. Klaustrophobie: Angst vor geschlossenen Räumen
    2. Akrophobie: Angst vor Höhe
    3. Arachnophobie: Angst vor Spinnen
    4. Hämatophobie: Angst vor Blut
    5. soziale Phobie: Angst vor vermehrter Aufmerksamkeit (Präsentationen, größere Gruppen)
    6. Agoraphobie: Angst vor öffentlichen Plätzen, Menschenmengen, Öffentlichkeit

    Patienten mit spezifischer Phobie nehmen die Angst wahr und bemerken, dass diese übertrieben ist. Spezifische Phobien müssen sehr oft nicht therapiert werden, da sie das Leben und den Alltag der Patienten nicht einschränken. Die genaue Entstehung von phobischen Störungen ist noch nicht bekannt. Vermutet wird eine genetische Komponente. Studien haben gezeigt, dass bei Patienten mit phobischer Störung eine überhöhte Aktivität in der Amygdala zu finden ist.

  • Panikstörung

    Eine Panikstörung bezeichnet eine plötzlich auftretende, meist wiederkehrende Panikattacke in unspezifischen Situationen. Die Attacken dauern oft wenige Minuten an. Typisch hierbei sind folgende Symptome:

    • Zittern
    • Schwitzen
    • Hitzewallungen
    • Herzrasen
    • Atemnot
    • Erstickungsgefühl
    • Hyperventilation
    • Schwindel
    • Übelkeit
    • Kontrollverlustängste
    • Entfremdungsgefühle
    • Todesängste
    • Taubheits- und Kribbelgefühle
  • Generalisierte Angststörung

    Bei der generalisierten Angststörung sind die Symptome nicht auf eine bestimmte Situation beschränkt und dauern oft über einen langen Zeitraum, teils mehrere Wochen bis Monate, an. Die Symptome werden von Patienten als sehr wechselhafte beschrieben. Häufig leiden die Betroffene auch unter starken Schlafstörungen in der Nacht und Konzentrationsstörungen am Tag.

    Bei dieser Erkrankung gibt es keinen einzelnen Auslöser. Vielmehr wird von einem sogenannten multifaktoriellen Modell ausgegangen. Dies bedeutet, dass viele unterschiedliche Ursachen zur Erkrankung beitragen. Neben genetischen Faktoren vermuten Psychiater und Psychotherapeuten als Auslöser psychosoziale Aspekte (wie etwa traumatische Erlebnisse) und bestimmtes Lernverhalten.

Welche Therapie wird bei Angststörung durchgeführt ?

Die Therapie von Angststörungen stützt sich auf mehrere Pfeiler, die je nach Ausprägung unterschiedlich sind:

  1. Psychotherapie (Verhaltenstherapie mit Konfrontationstherapie, Gesprächstherapie)
  2. Medikamentöse Therapie (Antidepressiva)
  3. Selbsthilfegruppen

Unserer Ratgeber aus dem Bereich psychische Erkrankungen

In folgenden Ratgebern stellen wir aktuelle Behandlungsmethoden vor und zeigen Ihnen, welche Krankenhäuser und Experten sich auf psychische Erkrankungen spezialisiert haben.

Kliniken für Angststörungen

In Deutschland gibt es 586 Kliniken für Angststörungen. Klinikradar hat die neusten offiziellen Qualitätsdaten aller Krankenhäuser ausgewertet und Kliniken mit besonders hoher Expertise bei der Behandlung von Angststörungen ermittelt. Vergleichen Sie Kennzahlen und Behandlungsangebot, um die für Sie beste Klinik für Angststörungen zu finden.

  1. Burghof-Klinik Bad Nauheim

    Viele Angststörungen
    • Angststörungen
      239 Fälle
    • Fachklinik für psychische Erkrankungen
      52 Betten
    Fachabteilung für Angststörungen:
  2. Evangelische Stiftung Tannenhof

    Viele Angststörungen
    • Angststörungen
      231 Fälle
    • Mittelgroßes Krankenhaus
      336 Betten
    Fachabteilung für Angststörungen:
    • Anmerkung der Abteilung: Fachstation für Psychosomatik und Psychotraumatologie.

  3. Psychosomatische Fachklinik Simbach

    Viele Angststörungen
    • Angststörungen
      172 Fälle
    • Fachklinik für psychische Erkrankungen
      190 Betten
    Fachabteilung für Angststörungen:
Alle Kliniken für Angststörungen

Kliniken für Angststörungen nach Bundesland

Kliniken für Angststörungen in deutschen Großstädten

Tageskliniken für Angststörungen

Eine Tagesklinik für Angststörungen kann eine sinnvolle Alternative zu einem stationären Aufenthalt sein. Patienten werden in einer Tagesklinik mit Spezialisierung auf Angststörungen von Montag bis Freitag tagsüber von Fachärzten behandelt, verlassen die Klinik aber ab dem späten Nachmittag und übernachten zu Hause. Die Patienten der Tagesklinik werden so nicht aus ihrem gewohnten Umfeld herausgerissen, können aber trotzdem die Behandlungsmöglichkeiten im Bereich Angststörungen wahrnehmen.

  1. Tagesklinik und Institutsambulanz für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik (Donauisar Klinikum Deggendorf)

    Viele Angststörungen
    • Angststörungen
      85 Fälle
    • Fachklinik für psychische Erkrankungen
    • Tagesklinik
    Fachabteilung für Angststörungen:
  2. Tagklinik Westend

    Viele Angststörungen
    • Angststörungen
      70 Fälle
    • Fachklinik für psychische Erkrankungen
      50 Betten
    • Tagesklinik
    Fachabteilung für Angststörungen:
  3. Tagesklinik und Institutsambulanz für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik (Bezirkskrankenhaus Passau)

    Durchschnittlich viele Angststörungen
    • Angststörungen
      47 Fälle
    • Fachklinik für psychische Erkrankungen
    • Tagesklinik
    Fachabteilung für Angststörungen:

Kliniklisten: Behandlung von psychischen Erkrankungen

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