Medikamentenkopfschmerzen

Dr. med. Tobias Bobinger

Nach aktuellen Angaben leiden in Deutschland bis zu 1% der Bevölkerung an Medikamentenkopfschmerzen, ausgelöst insbesondere durch einen übermäßigen Gebrauch von Schmerzmitteln. Dieser Ratgeber erklärt, wie sie erkennen, dass sie an einem Übergebrauch von Schmerzmitteln leiden, was die Symptome sind und welche Behandlungsmöglichkeiten bestehen. Außerdem erfahren Sie hier, welche Spezialisten und Kliniken empfehlenswert sind und besonders viel Erfahrung mit der Behandlung von Medikamentenkopfschmerzen haben.

Untersuchung und Diagnostik

Dieser Abschnitt geht auf die Diagnose, Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von Medikamentenkopfschmerzen ein. Um Medikamentenkopfschmerzen zu erkennen und behandeln, ist in jedem Fall ein Gespräch mit einem Spezialisten sinnvoll. Diese können ein erster Einstieg sein, ihre Medikamentenkopfschmerzen zu behandeln.

Diagnostik und Therapie von Medikamentenkopfschmerzen

Folgende Punkte geben Ihnen einen Überblick über Diagnostik und Therapie von Medikamentenkopfschmerzen.

  • Was ist ein Medikamentenkopfschmerz?

    Ein Medikamentenkopfschmerz ist ein Kopfschmerz, der durch den langfristigen und übermäßigen Gebrauch von Schmerzmitteln entsteht. Der genaue Grund für den Zusammenhang ist nur schwer nachzuweisen. Betroffen sind oft Patienten mit chronischen Kopfschmerzen, die zum Beispiel für Spannungskopfschmerzen oder Migräne oft Schmerzmitteleinnehmen. Aber: Nicht jeder übermäßige Gebrauch von Schmerzmitteln in der Akutphase führt zu einem Medikamentenkopfschmerz.

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  • Welche Kriterien werden für die Diagnose verwendet?

    Die Diagnose eines Medikamentenkopfschmerzes erfolgt nach der internationalen Klassifikation für Kopfschmerzen der Internationalen Kopfschmerzgesellschaft (ICHD-3). Folgende wichtigen Kriterien werden angelegt:

    • Kopfschmerzen >15 Tage / Monat bei vorbestehender Kopfschmerzerkrankung
    • Regelmäßiger Übergebrauch von Medikamenten zur Behandlung von Kopfschmerzen > 3 Monate
    • Keine Erklärung durch andere Kopfschmerzarten

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  • Welche Risikofaktoren sind für die Entstehung von Medikamentenkopfschmerzen wichtig?

    Es kann nicht klar angegeben werden, wer einen Kopfscherz entwickelt. Aber durch einige Studien konnten Risikofaktoren herausgearbeitet werden, die die Entwicklung hin zu einem Medikamentenkopfschmerz wahrscheinlicher machen. Bei folgenden Parametern steigt das Risiko für die Entwicklung eines Medikamentenkopfschmerzes:

    • Adipositas
    • Regelmäßige Einnahme von Beruhigungsmitteln
    • Zusätzliche Depression oder Angsterkrankung
    • Wenig körperliche Bewegung
    • Einnahme von Opiaten
    • Rauchen

    Liegen mehrere Risikofaktoren vor, sollten Sie bei einer deutlichen Steigerung oder regelmäßigen Anwendung von Schmerzmitteln das Thema proaktiv mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen und gemeinsame Strategien entwickeln, der Entwicklung eines Medikamentenkopfschmerzes vorzubeugen.

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  • Welche Therapiemöglichkeiten bestehen?

    Zunächst muss die Art des Kopfschmerzes richtig zugeordnet werden und erkannt werden, dass ein Übergebrach von Schmerzmitteln diese Art hervorruft. Bereits im Vorfeld sollte intensiv daran gearbeitet werden, dass die Patienten darüber aufgeklärt sind, dass der übermäßige Gebrauch von Schmerzmitteln Kopfschmerzen auslösen kann. Oft kann dies bereits helfen, den Kreislauf früher zu durchbrechen und alternative Strategien für die Behandlung der jeweiligen Kopfschmerzursache zu finden.

    • Bei manifestem Medikamentenkopfschmerz werden folgende Verfahren angewendet:
    • Beratung und Aufklärung (Ziel: Reduktion der Einnahme der Akutmedikation)
    • Medikamentöse Prophylaxe (Topiratmat, Onabotulinumtoxin A, Antikörper gegen CGRP)
    • Medikamentenpause (ambulant, tagesklinisch, stationär)

    Bei Patienten mit potentieller Abhängigkeit sowie zusätzlicher Einnahme von Beruhigungsmitteln, Schlafmitteln und Opiaten wird eine multimodale Schmerztherapie mit Medikamentenentzug (stationär, tagesklinisch) nach den aktuellen Leitlinien empfohlen.

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  • Wie kann ein Rückfall verhindert werden?

    Ist der wichtige Schritt einer erfolgreichen Therapie geschafft, besteht bei einer Verschlechterung der Schmerzen immer wieder die Gefahr eines Rückfalls. Bereits während der Therapie werden Sie auf diese Zeit vorbereitet und es werden mit Ihnen Mechanismen erlernt, um genau dies zu verhindern. Je besser Sie selbst vorbereitet sind und Ihren Körper kennenlernen und dann geeignete Strategien anwenden, umso geringer ist das Risiko für einen Rückfall. Genau dies konnte auch in Studien gezeigt werden: Je besser sie Lebensstilveränderungen umsetzen können, je besser Sie selbst auch nicht medikamentöse Maßnahmen durchführen, desto erfolgreicher wird die Therapie langfristig verlaufen. Möglichkeiten können Ihnen zusätzlich helfen, das Risiko für einen Rückfall weiter zu verringern:

    • Fortgeführte Psychologische Beratung
    • Elektronisches Tagebuch
    • Tagesklinische Behandlung

    Bei allen drei Verfahren liegen klinische Studien mit einer positiven Beurteilung vor.

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Behandlung

Die Behandlung von Medikamentenkopfschmerzen ist abhängig von der Schwere der Erkrankung und kann nur durch einen Spezialisten beurteilt werden. Abhängig von der Schwere kann eine stationäre Behandlung, teilstationäre Behandlung oder auch ambulante Betreuung angeraten werden. Klinikradar stellt Ihnen offizielle Behandlungsdaten für die Erkrankung Medikamentenkopfschmerz vor.

Kliniken für Medikamentenkopfschmerzen

In Deutschland gibt es 95 Kliniken für Medikamentenkopfschmerzen. Klinikradar hat die neusten offiziellen Qualitätsdaten aller Krankenhäuser ausgewertet und Kliniken mit besonders hoher Expertise im Bereich Behandlung von Medikamentenkopfschmerzen ermittelt. Vergleichen Sie Kennzahlen und Behandlungsangebot, um die für Sie beste Klinik für Medikamentenkopfschmerzen zu finden.

  1. Schmerzklinik Kiel

    Abteilung für Medikamentenkopfschmerzen:
    Schmerzklinik Kiel
    • Medikamentenkopfschmerzen: Fallzahl
      der Abteilung pro Jahr
      269
      Viele
    • Behandlungsfälle
      der Abteilung pro Jahr
      1.683
      Viele
    • Betten
      des Krankenhauses
      80
      Wenige
    Anmerkung der Abteilung zur Behandlung:

    Schwerpunkt multimodale Schmerztherapie.

  2. Benedictus Krankenhaus Tutzing

    Abteilung für Medikamentenkopfschmerzen:
    Schmerztherapie
    • Akademisches Lehrkrankenhaus
    • Medikamentenkopfschmerzen: Fallzahl
      der Abteilung pro Jahr
      138
      Viele
    • Behandlungsfälle
      der Abteilung pro Jahr
      2.494
      Viele
    • Betten
      des Krankenhauses
      200
      Durchschnitt
  3. Jüdisches Krankenhaus Berlin

    Abteilung für Medikamentenkopfschmerzen:
    Klinik für Neurologie
    • Akademisches Lehrkrankenhaus
    • Medikamentenkopfschmerzen: Fallzahl
      der Abteilung pro Jahr
      9
      Durchschnitt
    • Behandlungsfälle
      der Abteilung pro Jahr
      2.647
      Durchschnitt
    • Betten
      des Krankenhauses
      333
      Durchschnitt
Alle Kliniken für Medikamentenkopfschmerzen

Kliniken für Medikamentenkopfschmerzen nach Bundesland

Kliniken für Medikamentenkopfschmerzen in deutschen Großstädten

Spezialkliniken zur Behandlung im Bereich Neurologie

Mit unserer Kliniksuche finden Sie auch in anderen Bereichen des Fachgebiets Neurologie empfehlenswerte Spezialkliniken:

Neue Behandlungsmethoden für Medikamentenkopfschmerzen

  • Gleichzeitiger Beginn von Medikamentenentzug und einer medikamentösen Prophylaxe könnte die wirksamste Therapieform sein

    In einer aktuellen Studie aus Dänemark wurden randomisiert verschiedene Therapieformen für Medikamentenkopfschmerz untersucht: (1) Medikamentenentzug und medikamentöse Migräneprophylaxe; (2) Medikamentenentzug mit Beginn der medikamentösen Migräneprophylaxe nach 2 Monaten; (3) medikamentöse Migräneprophylaxe ohne Medikamentenentzug.

    Zusammengefasst konnte festgestellt werden, dass die Patienten mit gleichzeitigem Beginn von Medikamentenentzug und Medikamentenprophylaxe das beste Ergebnis erzielten.

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  • Ein elektronisches Tagebuch verbessert die Nachbetreuung

    In der COMOESTAS-Studie wurde die Einführung eines elektronischen Tagebuches getestet. Dieses Tagebuch enthielt neben einem Warnsystem auch eine erleichterte Kommunikationsmöglichkeit. In dieser Gruppe war auch nach 6 Monaten ein deutlich höherer Anteil der Patienten rückfallsfrei.

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Behandlungsmöglichkeiten, Kliniken und Spezialisten für Neurologie

Auf den folgenden Seiten stellen wir neue und konventionelle Behandlungsmethoden aus anderen Bereichen des Themenkomplexes Neurologie vor. Dort erfahren Sie auch, welche Krankenhäuser und Experten aus dem Fachgebiet Neurologie sich entsprechend spezialisiert haben.

Weiterführende Informationen

Bücher über Medikamentenkopfschmerzen