Klinikradar

COPD

COPD ist die Abkürzung der Erkrankung „Chronic Obstructive Pulmonary Disease“ und bedeutet übersetzt „Chronisch obstruktive Lungenerkrankung“. Die Lunge kann aufgrund der Verengung (Obstruktion) der Atemwege nicht ausreichend belüftet werden. Ursachen hierfür sind Rauchen, eine hohe Luftverschmutzung durch Feinstaub sowie eine Exposition gegenüber toxischen Stäuben und Dämpfen. Als Patient haben Sie chronische Beschwerden, darunter einen ausgeprägten Husten, einen ausgeprägten Auswurf sowie eine zunehmende Atemnot. Die Therapie erfolgt mit Medikamenten, die die Verengung der Atemwege reduzieren. In fortgeschrittenen Stadien kann aufgrund einer deutlichen Überblähung der Lunge auch eine Operation nötig werden.

Dieser Ratgeber auf einen Blick:

  1. Ursachen
  2. Symptome
  3. Diagnostik
  4. Therapie
  5. Kliniken
  6. Tageskliniken

Was sind die Ursachen für eine COPD?

Der häufigste Auslöser der COPD ist das Rauchen (sowohl aktiv als auch passiv), welches in den Atemwegen zu einer anhaltenden Entzündung führt. Ebenfalls kann eine hohe Luftverschmutzung, vor allem durch Feinstaub, Schwefeldioxid und Stickoxide, diese Lungenerkrankung auslösen. Zusätzlich spielt die berufliche Exposition mit toxischen Stäuben, Gasen oder Dämpfen eine Rolle. Außerdem fand man heraus, dass wiederholt auftretende Atemwegsinfektionen im Kindesalter sowie Nikotinabusus der Mutter in der Schwangerschaft das Risiko für eine COPD erhöhen. Auch Frühgeborene mit einer nicht vollständig entwickelten Lunge haben ein hohes Risiko, diese Krankheit sowohl im Kindes- als auch im Erwachsenenalter zu entwickeln.

Bei den genetischen Faktoren ist die Erbkrankheit Alpha-1-Antitrypsin-Mangel (AATM) zu nennen. Durch einen Gendefekt wird das Protein Alpha-1-Antitrypsin (AAT) nicht in ausreichender Menge oder gar nicht hergestellt und es kommt zu Leber- und/oder Lungenschäden wie etwa der COPD.

Welche Symptome bestehen bei einer COPD?

Die Hauptbeschwerden sind:

  • Dauerhaft anhaltender Husten
  • Abgesondertes Sekret beim Husten (Auswurf)
  • Atemnot: Anfangs bei Belastung, im späteren Verlauf dauerhaft
  • Engegefühl in der Brust

Zusätzlich kann es zu folgenden Symptomen kommen:

  • Bläuliche Verfärbung (Zyanose) der Lippen bzw. Fingerspitzen
  • Unterschenkelschwellung (Ödem)
  • Hervortretende Halsvenen
  • Spätstadium: Starke Wölbung der Finger- bzw. Zehennägel (Uhrglasnägel)
  • Spätstadium: Rundliche Auftreibungen der Fingerendglieder (Trommelschlegelfinger)
  • Spätstadium: Aufgeblähter Brustkorb (Fassthorax)

Welche Diagnostik wird bei COPD durchgeführt?

Besteht bei Ihnen der Verdacht auf eine COPD, wird Sie der Arzt zuerst zu Ihren Beschwerden befragen und danach Ihren Brustkorb mit den Fingerspitzen abklopfen sowie Ihre Lunge mit dem Stethoskop abhören. Im Anschluss werden weitere Untersuchungen durchgeführt:

  • Blutuntersuchung

    Ihre Entzündungswerte können mit einer Blutuntersuchung überprüft werden. Bei Fieber werden eventuell vorhandene Erreger im Labor angezüchtet, um diese anschließend zu bestimmen (Blutkulturen). Ebenfalls wird der Alpha-1-Antitrypsin-Spiegel bei Ihnen gemessen, wenn Sie jünger als 50 Jahre alt sind, um einen AAT-Mangel als Ursache für eine COPD zu erkennen.

  • Pulsoxymetrie und Blutgasanalyse

    Zudem wird Ihre Lunge mithilfe verschiedener medizinischer Geräte untersucht. Mit einem Pulsoxymeter kann man den Sauerstoffgehalt Ihres Blutes messen. Ist der Sauerstoffgehalt im Vergleich zu gesunden Personen zu niedrig, wird eine Blutgasanalyse durchgeführt, um den Anteil von Kohlendioxid am Blutgasgemisch in Ihrem Blut zu erheben. Dabei wird man mit einer feinen Nadel in Ihren Finger stechen und die Bluttropfen in ein dünnes Röhrchen laufen lassen, um dieses Röhrchen anschließend in einem Gerät auslesen zu lassen.

  • Spirometrie

    Um die Erkrankung COPD zu sichern sowie diese von Krankheit Asthma zu unterscheiden, wird eine Lungenfunktionsmessung (Spirometrie) durchgeführt, in der ihr Lungenvolumen zu verschiedenen Zeiten bei der Ein- und Ausatmung gemessen wird. Ebenfalls wird die Stärke der Einengung der Atemwege (Obstruktion) ermittelt. Mit erhöhter Obstruktion steigt der Grad der COPD-Erkrankung vom ersten bis zum vierten Grad. Beim Asthma lässt sich diese Obstruktion mithilfe von Medikamenten, welche die Atemwege entspannen (Bronchospasmolytika), vollständig rückbilden. Dies erreicht man bei einer COPD nicht.

  • Röntgen und Computertomographie der Lunge

    Mit dem Röntgen und der Computertomographie können Veränderungen an der Lunge sowie in Folge auch des Herzens und der herznahen Gefäße sichtbar gemacht werden.

  • Exazerbation bei COPD

    Haben Sie als COPD-Patient plötzlich mit einer deutlichen Verschlimmerung der Symptome mit Blaufärbung der Haut sowie zunehmender Atemnot zu kämpfen, wird dies als Exazerbation bezeichnet. Dies ist meist durch eine Ansteckung mit Krankheitserregern (Infektion), hauptsächlich Influenzaviren oder Pneumokokken, begründet und stellt einen lebensbedrohlichen Notfall dar, der sofort behandelt werden sollte.
    Bei schwerer Exazerbation mit Verdacht auf eine Infektion als Ursache wird eine Bronchoskopie durchgeführt, um den Erreger zu identifizieren und das richtige Medikament zu wählen. Dabei wird ein flexibler Schlauch über Mund oder Nase bis zu den kleinen Atemwegen der Lunge (Bronchien) vorgeschoben, über den man verschiedene Instrumente einschieben kann. Man kann mit der eingebauten Kamera die Schleimhaut der Atemwege beurteilen sowie eine Kochsalzlösung durch den Schlauch einspülen und anschließend wieder absaugen, um Krankheitserreger mitauszuspülen und im Labor zu untersuchen (Bronchial-Lavage).

Wie wird die COPD therapiert?

Die Therapie zielt auf eine Linderung der Beschwerden und eine verbesserte Lebensqualität ab. Das Fortschreiten der Krankheit soll verlangsamt werden und Begleit- bzw. Folgeschäden verhindert und wenn nötig behandelt werden.

  • Therapie einer Exazerbation der COPD

    Kommt es plötzlich zu einer deutlichen Verschlimmerung der Symptome (akute Exazerbation), bekommen Sie Bronchodilatatoren (Medikamente, welche die feinen Atemwege der Lunge /Bronchien erweitern) venös oder als Inhalation. Zusätzlich erhalten Sie über die Vene systemische Glucocorticoide (auf den gesamten Körper wirkende, künstlich hergestellte Hormone), Flüssigkeit und bei starker Atemnot das Medikament Morphin, das auf Ihr Atemzentrum wirkt und dort zu einer Reduzierung Ihres Sauerstoffbedarfes führt. Sie haben daraufhin das Gefühl, dass Sie weniger Sauerstoff benötigen. Besteht bei Ihnen der Verdacht auf eine Ansteckung durch bakterielle Krankheitserreger (bakterielle Infektion) oder ist der Auswurf mit Eiter versehen, erhalten Sie Mittel gegen diese Bakterien (Antibiotika). Zusätzlich kommt Sauerstoff oder eine Beatmung zum Einsatz. Hierbei ist es wichtig zu wissen, dass bei gesunden Menschen der Anteil des Kohlendioxids am Gesamtdruck aller Gase im Blut den Atemantrieb im Gehirn steuert. Beim COPD-Patienten hingegen übernimmt diese Rolle der Anteil des Blut-Sauerstoffes im Blut. Ist viel Sauerstoff im Blut vorhanden, möglicherweise durch die Beatmung, reduziert der Körper die Atmung und es kann bis zu einem Atemstillstand kommen.

  • Empfehlenswerte allgemeine Maßnahmen bei COPD

    Langfristig sollten Sie sich als Schutzmaßnahme gegen Pneumokokken und jährlich gegen Grippe impfen lassen. Neben einer medikamentösen oder operativen Therapie können auch Sie selbst zu Ihrem Wohlergehen beitragen. Sie sollten auf das Rauchen verzichten und sich körperlich fit halten. Physiotherapie sowie Atemtherapie können Sie im Rahmen einer ambulanten oder stationären Rehabilitation in Anspruch nehmen. Atemtraining, die Lippenbremse (Ausatmung durch die zusammengepressten Lippen bei aufgepusteten Backen) sowie die Heimbeatmung (Beatmung zu Hause über Maske) beziehungsweise die Langzeitsauerstofftherapie (LOT) bei schwerer COPD helfen Ihnen, bei Atembeschwerden wieder besser Luft zu bekommen. Sind bei Ihnen die Atemwege durch Sekret verlegt, können eine Kochsalz-Inhalation oder eine bestimmte Lagerung für einen besseren Abfluss des Sekretes sorgen. Da das Risiko für Osteoporose (Knochenschwund) bei COPD-Patienten erhöht ist, werden Ihre Knochen mit der Gabe von Vitamin D und Calcium geschützt.

  • Medikation bei COPD

    Abhängig von der Anzahl der Exazerbationen pro Jahr und der Schwere Ihrer Symptome, werden Ihnen ein oder mehrere Medikamente der folgenden Medikamentengruppen verschrieben:

    1. Beta-2-Mimetika (Aktivierung der beta-2-Rezeptoren): Atemwegserweiternd
    2. Anticholinergika: Atemwegserweiternd
    3. Theophyllin: Atemwegserweiternd
    4. Kortisonhaltige Medikamente (synthetisch hergestelltes Hormon, das normalerweise von der Nebenniere produziert wird): Entzündungshemmend, Verabreichung als Spray, Tablette oder Spritze möglich
    5. PDE-4-Hemmer (Hemmung des Enzyms Phosphodiesterase 4 mit Erhöhung eines Botenstoffes innerhalb der Zelle): Entzündungshemmend

    Im fortgeschrittenen Stadium der COPD kommt es häufig zu einer Überblähung der Lunge, sodass eine Operation nötig sein kann. Luftblasen innerhalb der Lunge werden dabei entfernt (Bullektomie). Ventile platziert man in die Atemwege im Bereich der überblähten Bereiche und Lungenteile entnommen (Lungenvolumenreduktion) oder die gesamte Lunge ersetzt (Lungentransplantation).

Unserer Ratgeber aus dem Bereich Lungenerkrankungen

In folgenden Ratgebern stellen wir aktuelle Behandlungsmethoden vor und zeigen Ihnen, welche Krankenhäuser und Experten sich auf Lungenerkrankungen spezialisiert haben.

Kliniken für COPD

In Deutschland gibt es 1270 Kliniken für COPD. Klinikradar hat die neusten offiziellen Qualitätsdaten aller Krankenhäuser ausgewertet und Kliniken mit besonders hoher Expertise bei der Behandlung von COPD ermittelt. Vergleichen Sie Kennzahlen und Behandlungsangebot, um die für Sie beste Klinik für COPD zu finden.

  1. Fachkrankenhaus Kloster Grafschaft

    Viele Fälle im Bereich COPD
    • COPD
      1.494 Fälle
    • Mittelgroßes Krankenhaus
      205 Betten
    Fachabteilung für COPD:
  2. Thoraxklinik Heidelberg

    Viele Fälle im Bereich COPD
    • COPD
      1.451 Fälle in 2 Fachabteilungen
    • Mittelgroßes Krankenhaus
      310 Betten
    2 Fachabteilungen für COPD:
  3. Ruhrlandklinik

    Viele Fälle im Bereich COPD
    • COPD
      1.347 Fälle
    • Mittelgroßes Krankenhaus
      243 Betten
    • Universitätsklinikum
    Fachabteilung für COPD:
Alle Kliniken für COPD

Kliniken für COPD nach Bundesland

Kliniken für COPD in deutschen Großstädten

Tageskliniken für COPD

Eine Tagesklinik für COPD kann eine sinnvolle Alternative zu einem stationären Aufenthalt sein. Patienten werden in einer Tagesklinik mit Spezialisierung auf COPD von Montag bis Freitag tagsüber von Fachärzten behandelt, verlassen die Klinik aber ab dem späten Nachmittag und übernachten zu Hause. Die Patienten der Tagesklinik werden so nicht aus ihrem gewohnten Umfeld herausgerissen, können aber trotzdem die Behandlungsmöglichkeiten im Bereich COPD wahrnehmen.

  1. Vitanas Klinik & Tagesklinik für Geriatrie

    Wenige Fälle im Bereich COPD
    • COPD
      59 Fälle
    • Kleines Krankenhaus
      105 Betten
    • Tagesklinik
    Fachabteilung für COPD:
  2. Marienhospital Letmathe

    Wenige Fälle im Bereich COPD
    • COPD
      54 Fälle
    • Kleines Krankenhaus
    • Tagesklinik
    Fachabteilung für COPD:
  3. Hohenloher Krankenhaus Künzelsau

    Wenige Fälle im Bereich COPD
    • COPD
      33 Fälle
    • Kleines Krankenhaus
    • Tagesklinik
    Fachabteilung für COPD:

Kliniklisten: Behandlung von Lungenerkrankungen

Mit unserer Kliniksuche finden Sie auch in anderen Bereichen des Fachgebiets Lungenerkrankungen empfehlenswerte Spezialkliniken: