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Cholesteatom

Das Cholesteatom ist eine chronisch-eitrige Entzündung des Mittelohrs. Diese breitet sich aus dem äußeren Gehörgang in das Mittelohr aus und führt durch die Entzündung im schlimmsten Fall zu einer Zerstörung der knöchernen Anteile im Mittelohr. Neben Schmerzen und Ohrausfluss macht sich die Erkrankung insbesondere durch eine zunehmende Schwerhörigkeit bemerkbar. Häufig muss zur Behandlung eine Operation durchgeführt werden.

Welche Ursachen sind für die Entstehung eines Cholesteatoms bekannt?

Bisher ist noch nicht vollständig geklärt, wie ein Cholesteatom, auch Perlgeschwulst genannt, genau entsteht. Man geht von verschiedenen Entstehungstheorien aus.
Ein von Geburt an bestehendes (kongenitales) Cholesteatom bildet sich in der Embryonalphase im Mittelohr aus Gewebe unter der Schleimhaut (Submukosa), welches sich vorher nicht vollständig wieder zurückgebildet hat. Das Trommelfell ist bei dieser Cholesteatomart intakt.
Beim sekundären Cholesteatom hingegen wachsen im Laufe des Lebens Zellen eines bestimmten Oberflächentyps (Plattenepithel) aus dem äußeren Gehörgang in das Mittelohr ein. Dies ist möglich, da aufgrund einer chronischen Mittelohrentzündung ein Trommelfelldefekt vorliegt und somit keine vollständige Barriere zwischen dem äußeren Gehörgang und dem Mittelohr besteht.
Das Retraktionscholesteatom hingegen entsteht durch eine Störung der Belüftung des Mittelohres, welche Einziehungen des Trommelfells (Retraktionstaschen) hervorruft. In diesen Taschen sammeln sich Schuppen an, welche die Taschen immer weiter vergrößern bis schließlich das Plattenepithel aus dem äußeren Gehörgang Kontakt mit den Schleimhautzellen des Mittelohres hat.
Da im Mittelohr kein Plattenepithel vorliegt, sondern Schleimhautzellen, reagiert der Körper auf diese ortsfremden Zellen im Mittelohr mit einer Abwehrreaktion. Durch die Zellansammlungen kann das Sekret der Ohren nicht mehr richtig abfließen und es sammeln sich Bakterien in den Retraktionstaschen und im Bereich der Zellansammlungen an, sodass eine Entzündungsreaktion ausgelöst und über lange Zeit aufrechterhalten wird (chronische Mittelohrentzündung).

Welche Risikofaktoren sind für das Enstehen eines Cholesteatoms bekannt?

Folgende Faktoren begünstigen die Entwicklung eines Cholesteatoms:

  • Abweichungen des Aufbau Ihres Mittel- oder Innenohres vom gewöhnlichen Aufbau
  • häufige Mittelohrentzündungen im Kindesalter
  • Erlittene Knochenbrüche im Bereich des Ohrs
  • Geschädigtes Trommelfell

Welche Symptome bestehen bei einem Cholesteatom?

Typisch für diese chronische Mittelohrentzündung ist der zunehmende Hörverlust und ein Ausfluss aus Ihrem Ohr, der unangenehm riecht. Hinzukommen können Schwindel, Tinnitus, Ohrenschmerzen, Kopfschmerzen, Fieber, Geschmacksstörungen und Schädigungen des Gesichtsnervens (N. fazialis). Als Komplikationen können auch eine Hirnhautentzündung (Meningitis), Mastoditis oder eine Fistelbildung auftreten.

Welche Diagnostik wird bei einem Cholesteatom durchgeführt?

Mit einer systematischen Befragung seitens des Hals-Nasen-Ohren-Arztes zu Ihren Beschwerden, versucht der Arzt, möglichst viele relevante Informationen über Ihren aktuellen Gesundheitszustand und Ihre medizinische Vorgeschichte zu erheben. Bei Verdacht auf ein Cholesteatom wird der Arzt die oben genannten typischen Symptome und Begleitsymptome abfragen.
Anschließend wird der HNO-Arzt Ihren Nasenrachenbereich mit einem Blick durch den Mund betrachten und mit einem Ohrmikroskop Ihr Ohren-Inneres vergrößert und gut beleuchtet untersuchen. Typisch für das Cholesteatom ist ein Defekt im Trommelfell mit weißlich-gelben Schuppen oder Zellansammlungen. Ist das Trommelfell nicht einsehbar, wird der äußere Gehörgang unter dem Ohrmikroskop unter Verwendung von einem dünnen Röhrchen, einem kleinen Häkchen oder körperwarmem Wasser gereinigt. Hinter dem Trommelfell kann das Cholesteatom als weißliche Struktur erkennbar sein. Möglich ist auch eine Zerstörung der Gehörgangswand in Trommelfellnähe.
Des Weiteren sind Tests zur Überprüfung Ihres Hörvermögens, der Belüftung Ihres Mittelohres und Ihres Gleichgewichtssinnes möglich. Zusätzlich kann der Arzt zur Bestätigung seines Verdachts eine radiologische Bildgebung, wie eine Computertomographie (CT), eine Magnetresonanztomographie (MRT) oder eine Röntgenuntersuchung, anordnen.

Welche Therapien werden bei einem Cholesteatom durchgeführt?

Eine Operation dient dazu, Ihr aktuelles Hörvermögen zu erhalten oder sogar zu verbessern. Im Rahmen einer Operation (OP) wird unter örtlicher Betäubung oder Vollnarkose das Perlgeschwulst mit dem entzündeten Gewebe unter zu Hilfenahme eines Lichtmikroskopes abgetragen, um eine Ausbreitung der Entzündung zu unterbinden (Radikaloperation). Beim Vorliegen eines Trommelfelldefektes wird dieser repariert und die Gehörknöchelchenkette wieder rekonstruiert (Tympanoplastik). Wenn das Cholesteatom bereits die Knochenvorwölbung hinter dem Ohr (Mastoid) zerstört hat, wird zusätzlich noch eine Mastoidektomie vorgenommen. Dabei wird unter Narkose der Knochen hinter dem Ohr freigelegt, der geschädigte Knochen mit einem Bohrer abgetragen und Eiter oder Entzündungsflüssigkeit mit einem dünnen Schlauch abgeleitet (Drainage). Zusätzlich erhalten Sie vor dem operativen Eingriff Medikamente gegen Bakterien (Antibiotika), um die Entzündung bereits vor der OP einzudämmen und das Heilungsergebnis zu verbessern.
In Fällen, in denen mit der Operation kein Einfluss auf das herabgesetzte Hörvermögen genommen werden kann, können Hörgeräte in das Mittelohr oder das Innenohr (Cochleaimplantat) eingesetzt werden (implantierbare Hörgeräte).

Was muss nach einer Operation beachtet werden?

Nach der OP sollten Sie mindestens einmal im Jahr zum Hals-Nasen-Ohrenarzt zur Kontrolluntersuchung gehen, denn es besteht noch über mehrere Jahre das Risiko, dass sich bei Ihnen erneut ein Cholesteatom bildet. Dabei werden Sie zu Ihrem Gesundheitszustand befragt (Anamnese), Ihre Ohren mit dem Ohrmikroskop untersucht, Ihr Hörvermögen geprüft und in manchen Fällen wird eine bildgebende Untersuchung veranlasst. Außerdem wird nach zwölf bis 18 Monaten eine sogenannte Second-Look-OP durchgeführt, in denen Überbleibsel des Cholesteatoms beziehungsweise der Entzündung entfernt werden können. War der Befund bei der initialen OP sehr ausgeprägt, kann diese Operation auch vorgezogen werden.
Ist bei Ihnen aufgrund eines lebensbedrohlichen Narkoserisiko oder anderen schwerwiegenden Gründen keine Operation möglich, werden Sie in regelmäßigen kurzen Abständen ärztlich untersucht und das Cholesteatom mit Hilfe von bildgebenden Verfahren überwacht.

Unserer Ratgeber aus dem Bereich HNO-Erkrankungen

In folgenden Ratgebern stellen wir aktuelle Behandlungsmethoden vor und zeigen Ihnen, welche Krankenhäuser und Experten sich auf HNO-Erkrankungen spezialisiert haben.

Kliniken für Cholesteatom

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    • Anmerkung der Abteilung: Schwerpunkt: sanierende und gehörverbessernde Mittelohrchirurgie.

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