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Prostatakrebs

Dr. med. Tobias Bobinger

Der Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Symptome treten oftmals erst im späteren Stadium auf. Zu diesem Zeitpunkt hat der Krebs bereits eine bestimmte Größe erreicht. Aus diesem Grund kommt der Vorsorgeuntersuchung eine bedeutende Rolle zu. Die Behandlungsmöglichkeiten hängen von der genauen Biologie des Krebses sowie Ihren Vorerkrankungen ab. Grundsätzlich kommen eine operative Entfernung, Strahlentherapie, Antihormontherapie sowie Chemotherapie in Frage. Auch im Anschluß an die Therapie sind weitere Nachsorgeuntersuchungen notwendig.

Welche Symptome bestehen bei einem Prostatakrebs (Prostatakarzinom) ?

Der Prostatakrebs ist einer der häufigsten Tumore des Mannes und nimmt mit steigendem Alter in seinem Auftreten zu. Zu Beginn der Erkrankung zeigen sich häufig noch keine typischen Symptome. Zu diesem Zeitpunkt werden die meisten Prostatakarzinome (Prostatakrebs) bei Vorsorgeuntersuchungen gefunden. Schreitet der Prostatakrebs weiter fort, können folgende Symptome auftreten:

  • Harnverhalt (Unvermögen, Urin zu lassen)
  • Inkontinenz (Urin kann nicht gehalten werden)
  • Blut im Urin
  • Knochenschmerzen und Gewichtsverlust bei weit fortgeschrittener Erkrankung

Wie wird der Prostatakrebs (Prostatakarzinom) erkannt?

  • Früherkennung eines Prostatakrebses (Prostatakarzinom)

    Um ein Prostatakarzinom möglichst früh zu erkennen, auch bevor die oben genannten Symptome auftreten, können Sie an einer Früherkennungsuntersuchung teilnehmen. Diese können Sie regelmäßig bei Ihrem Hausarzt oder einem Urologen durchführen lassen. Sollte hierbei ein auffälliger Befund festgestellt werden, sind weitere Untersuchungen möglich.

  • Untersuchung und Labordiagnostik bei Prostatakrebs (Prostatakarzinom)

    Die Standarduntersuchung bei dem Verdacht auf Prostatakrebs ist die digitale rektale Untersuchung (Ertasten der Prostata mit dem Finger durch den Anus). Zur Stellung einer Diagnose ist sie allein aber nicht ausreichend.
    Es besteht die Möglichkeit, einen Blutwert, den PSA-Wert (prostataspezifisches Antigen), zu bestimmen. Dieser Wert lässt bei einer starken Erhöhung über den Normwert oder im Verlauf, etwa bei einem Anstieg über ein Jahr hinweg, Schlüsse darüber zu, wie wahrscheinlich eine Erkrankung in Ihrem Fall ist.
    Wichtig ist hier jedoch, dass eine Erhöhung des Wertes nicht bei jedem Prostatakarzinom vorliegen muss und dass es zu fälschlicherweise erhöhten Werten kommen kann, beispielsweise durch eine Entzündung der Prostata.

    Zur Sicherung der Diagnose wird eine sogenannte transrektale Stanzbiopsie durchgeführt. Das bedeutet, dass unter einer lokalen Betäubung über den Anus mehrere Gewebeproben von verschiedenen Stellen aus der Prostata entnommen werden. Die Entnahme wird mittels Ultraschall kontrolliert, die gewonnen Proben werden im Anschluss von einem Pathologen unter dem Mikroskop untersucht und bewertet.

  • Risikofaktoren für Prostatakrebs (Prostatakarzinom)

    Als wichtigster Risikofaktor gilt das Lebensalter. Das mittlere Erkrankungsalter liegt um das 70. Lebensjahr. Außerdem kann eine familiäre Veranlagung zusätzlich das Risiko erhöhen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei einem Prostatakrebs (Prostatakarzinom) ?

Die Behandlung des Prostatakarzinoms umfasst verschiedene Konzepte, die sich einerseits am Stadium zum Zeitpunkt der Diagnose orientieren und andererseits Ihre individuellen Vorstellungen berücksichtigen können. Möglichkeiten hierbei sind eine operative Entfernung, Bestrahlung sowie eine Hormon- oder Chemotherapie. Allen Therapien liegt zugrunde, dass der Tumor möglichst entfernt bzw. verkleinert werden soll und mögliche Fernabsiedelungen (Metastasen) behandelt werden.

Jede Behandlung hat spezifische Nebenwirkungen, die sie mit Ihrem Therapeuten besprechen sollten.

  • Operative Prostata-Entfernung (radikale Prostatektomie)

    Eine Operation, die sogenannte radikale Prostatektomie, stellt eine solche kurative Therapieoption dar. Hierbei wird die Prostata einschließlich der Samenblase sowie Teilen der Samenleiter entfernt. Es besteht außerdem die Möglichkeit, zusätzlich Lymphknoten zu entfernen, um weitere Therapiemaßnahmen wie eine folgende Hormontherapie planen zu können.

  • Bestrahlung (Radiotherapie)

    Eine im Frühstadium gleichberechtigte Therapie zur Prostata-Operation ist die externe Bestrahlung, hier wird die Prostata von außen gezielt bestrahlt. Tumorzellen sterben dabei ab, gesunde Zellen bleiben erhalten. Diese Behandlung ist aufgrund einer Bildgebung und Planung des Bestrahlungsfeldes vor Therapiebeginn sehr präzise und garantiert, dass möglichst wenig gesundes Gewebe mitbestrahlt wird. Die Bestrahlung kann entweder von außen (über die Haut, sogenannte perkutane Bestrahlung) oder von innen (sogenannte Brachytherapie) erfolgen. Nebenwirkungen dieser Therapie sind insbesondere gastrointestinale Probleme wie Durchfälle sowie Entzündungen der Darmschleimhaut.

  • Anti-Hormontherapie

    Das Prostatakarzinom ist für das Wachstum auf männliche Geschlechtshormone angewiesen, insbesondere Testosteron. Durch die Antihormontherapie wird die Produktion von Testosteron im Hoden indirekt ausgeschaltet und damit das Wachstum des Karzinoms gebremst. Oftmals führt dieses Vorgehen zu einer Reduktion des Wachstum für eine längere Zeit. Dieses Verfahren kommt insbesondere dann zum Einsatz, wenn eine operative Entfernung nicht mehr möglich ist.

  • Chemotherapie

    Eine Chemotherapie greift direkt in die Zellteilung des Tumors ein und sorgt für eine Verminderung des weiteren Wachstums. Diese Methode wird vor allem bei fortgeschrittenen Stadien sowie bei dem erneuten Auftreten des Tumors sowie Metastasen eingesetzt.

Wie erfolgt die Nachsorge bei Prostatakrebs (Prostatakarzinom) ?

Die Nachsorge des Prostatakarzinoms richtet sich nach Ihrer gewählten Therapieform und dem Ergebnis der Behandlung. Bei kurativen Therapieansätzen, wie der Prostatektomie oder der Strahlentherapie, erfolgt eine Nachkontrolle bei Ihrem Urologen etwa ein viertel Jahr nach Ende der Behandlung. Es wird sowohl eine Tastuntersuchung sowie eine Bestimmung des PSA-Wertes als Verlaufswert durchgeführt. Die folgenden Nachuntersuchungen können bei unauffälligen Befunden in größeren Abständen vorgenommen werden.
Die Verlaufskontrolle der Hormontherapie erfordert eine etwas engmaschigere Untersuchung, um das Ansprechen auf die Medikamente beurteilen zu können. Standardmäßig erfolgt auch hier eine Tastuntersuchung und eine Bestimmung des PSA-Wertes um den Therapieerfolg zu überprüfen.

News zum Thema Prostatakrebs

  • Bewegung, fettreduzierte Ernährung sowie Gemüse hat positive Effekte auf die Entstehung eines Prostatakrebses

    Regelmäßige Bewegung, fettreduzierte Ernährung sowie Gemüse haben insgesamt einen sehr positiven Schutzeffektvor einem Prostatakrebs. Dies konnte erneut in mehreren kleineren sowie größeren Studien gezeigt werden. Nun sind diese Ergebnisse in mehreren Übersichtsarbeiten zusammengefasst worden. Die Vermutungen konnten auch hier bestätigt werden. Zudem: Auch Nebenwirkungen einer Hormontherapie konnten durch ein angeleitetes Bewegungsprogramm reduziert werden.

    Quellen: World Journal of Oncology; Nutrients; Prostate

  • Vorsorge ist und bleibt wichtig. Weniger Vorsorgeuntersuchungen während der Pandemie

    Eine Untersuchungen im angesehenen Fachjournal JAMA Oncology hat gezeigt, dass während der Pandemie ein deutlicher Rückgang von Vorsorgeuntersuchungen und Krebsdiagnosen zu verzeichnen war. Da beim Prostatakarzinom viele Symptome erst verspätet auftreten, ist eine Vorsorgeuntersuchung sehr wichtig, um den Krebs im Frühstadium zu erkennen. Eine Vorsorgeuntersuchung der Prostata ist und bleibt enorm wichtig.

    Quelle: Jama Oncology

Unserer Ratgeber aus dem Bereich Onkologie

In folgenden Ratgebern stellen wir aktuelle Behandlungsmethoden vor und zeigen Ihnen, welche Krankenhäuser und Experten sich auf Onkologie spezialisiert haben.

Kliniken für Prostatakrebs

In Deutschland gibt es 508 Kliniken für Prostatakrebs. Klinikradar hat die neusten offiziellen Qualitätsdaten aller Krankenhäuser ausgewertet und Kliniken mit besonders hoher Expertise bei der Behandlung von Prostatakrebs ermittelt. Vergleichen Sie Kennzahlen und Behandlungsangebot, um die für Sie beste Klinik für Prostatakrebs zu finden.

  1. Martini-Klinik am UKE

    Viele Fälle im Bereich Prostatakrebs
    • Prostatakrebs
      2.049 Fälle
    • Kleines Krankenhaus
      68 Betten
    • Zertifiziertes Zentrum für Prostatakrebs
      Prostatakarzinomzentrum Martini-Klinik am UKE
    Fachabteilung für Prostatakrebs:
    • Anmerkung der Abteilung: Spezialklinik für die ausschließliche Therapie des Prostatakarzinoms. Die Martini-Klinik ist gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf das weltweit größte Prostatakarzinomzentrum.

  2. St. Antonius-Hospital Gronau

    Viele Fälle im Bereich Prostatakrebs
    • Prostatakrebs
      1.578 Fälle in 2 Fachabteilungen
    • Mittelgroßes Krankenhaus
      266 Betten
    • Zertifiziertes Zentrum für Prostatakrebs
      Prostatakarzinomzentrum Nordwest Gronau
    2 Fachabteilungen für Prostatakrebs:
    • Anmerkung der Abteilung: Tumorchirurgie, Minimal-invasive OP bei Nieren-, Nierenbecken und Nebennierentumoren, endoskopische Blasentumoroperationen, minimal-invasive radikale Blasenentfernung mit Blasenersatz, minimal-invasive Prostataentfernung, Lymphknotenentfernung, operative Therapie bei Hoden- und Peniskarzinom .

  3. Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden an der Technischen Universität Dresden

    Viele Fälle im Bereich Prostatakrebs
    • Prostatakrebs
      1.061 Fälle in 2 Fachabteilungen
    • Großes Krankenhaus
      1.410 Betten
    • Zertifiziertes Zentrum für Prostatakrebs
      Prostatakarzinomzentrum Dresden am Universitäts KrebsCentrum (UCC)
    • Hohe Patientenzufriedenheit
      Patientenbefragung der Techniker Krankenkasse
    2 Fachabteilungen für Prostatakrebs:
Alle Kliniken für Prostatakrebs
Kriterien der Klinikbewertung

Kriterien für das Qualitätssiegel Prostatakrebs

Klinikradar verleiht Prostatakrebszentren und -kliniken das Qualitätssiegel Top-Klinik für Prostatakrebs, wenn diese große Expertise und herausragende Qualität nachweisen können. Dabei werden der Klinikbewertung offizielle und nachweisbare Kennzahlen zugrunde gelegt.

  • Zertifizierung: Die Kliniken müssen von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) als Prostatazentrum zertifiziert worden sein. Dadurch ist gewährleistet, dass sie etablierte Prozesse durchführen, zu denen etwa Diagnostik, operative Therapie, Radiologie, Nuklearmedizin, Pathologie, Palliativversorgung und auch die Teilnahme am Tumorboard (DKG) gehören.
  • Hohe Erfahrung: Die Klinik verfügt über besonders hohe Expertise in der Behandlung von Prostatakarzinomen. In die Wertung fließen neben den Fallzahlen (ICD-10-GM-2018 C61) auch die Teilnahme an klinischen Studien ein. Quelle: Qualitätsberichte des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), Clinicaltrials.
  • Hygienekonzept und Qualitätsmanagementsystem: Das Klinikum muss belegen, dass sowohl ein Sicherheits- und Hygienekonzept als auch ein Qualitätsmanagementsystem existieren. Quelle: G-BA.
  • Patientenzufriedenheit: Die Prostataklinik wird überdurchschnittlich oft weiterempfohlen und hat besonders zufriedene Patienten. Quelle: Klinikbewertungsportale.

Kliniken für Prostatakrebs nach Bundesland

Kliniken für Prostatakrebs in deutschen Großstädten

Kliniklisten: Behandlung onkologischer Erkrankungen

Mit unserer Kliniksuche finden Sie auch in anderen Bereichen des Fachgebiets Onkologie empfehlenswerte Spezialkliniken: