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Prostatahyperplasie

Die Prostatahyperplasie ist eine sehr häufige Erkrankung bei Männern. Es handelt sich dabei um eine gutartige Vergrößerung durch Zunahme des Gewebes. Eine Vergrößerung an sich führt zu keinen Beschwerden, erst eine Einengung der Harnröhre führt zu den bekannten Störungen beim Wasserlassen. Neben medikamentöser Therapie kann eine operative Therapie durchgeführt werden.

Dieser Ratgeber auf einen Blick:

  1. Symptome
  2. Ursachen
  3. Untersuchung
  4. Therapie
  5. Kliniken

Welche Symptome bestehen bei Prostatahyperplasie?

Die Vergrößerung der Prostata an sich führt zu keinen Beschwerden. Die Symptome entstehen erst durch Einengung des oberen Abschnittes der Harnröhre infolge der vergrößerten Prostata und der erhöhten Anstrengung der Harnblase, den Harn in die verengte Harnröhre abzulassen. Dadurch kann es zu folgenden Beschwerden kommen:

  1. Abgeschwächter bis teilweise unterbrochener Harnstrahl (im Extremfall kein Ausscheiden des Urins möglich)
  2. Verzögerter Beginn des Wasserlassens
  3. Notwendiges Pressen bei der Urinausscheidung
  4. Nachtropfen kleiner Urinmengen nach dem eigentlichen Wasserlassen (Nachträufeln)
  5. Gefühl, dass noch Harn in der Harnblase zurückgeblieben ist (Restharngefühl)
  6. Häufiges Wasserlassen mit kleinen Urinmengen (Pollakisurie)
  7. Mehrfache Urinausscheidung in der Nacht (Nykturie)
  8. Starker Harndrang, der nicht kontrolliert werden kann (imperativer Harndrang)
  9. Blut im Urin (Hämaturie)
  10. Erschwertes Wasserlassen mit Schmerzen (Dysurie, selten)

Zusätzlich sind sexuelle Beeinträchtigungen möglich, wie beispielsweise eine Erektionsstörung (Beeinträchtigung der Versteifung des Penis), eine Ejakulationsstörung (Beeinträchtigung des Samenergusses) oder Schmerzen bei der Ejakulation.

Welche Symptome Sie haben und wie stark diese bei Ihnen ausgeprägt sind, ist individuell und unterschiedlich. Dabei spielt nicht nur die absolute Vergrößerung der Prostata eine Rolle, sondern auch die ursprüngliche Ausgangsgröße.

Welche Ursachen für eine Prostatahyperplasie sind bekannt?

Bei der Benignen Prostatahyperplasie (BPH) handelt es sich um eine gutartige Prostatavergrößerung durch Zunahme der Zellzahl und des Gewebes zwischen den Zellen der Prostata. Früher verwendete man für diese Erkrankung auch die Bezeichnungen Prostataadenom (Prostatageschwulst) und fälschlicherweise Prostatahypertrophie (Zunahme der Zellgröße bei der Prostata). Kommt es zusätzlich bei der Volumenzunahme der Prostata zu Beschwerden, wird dies als Benignes Prostatasyndrom (BPS) bezeichnet.

Bis heute ist die Ursache der Prostatahyperplasie unbekannt. Denkbar wäre eine Veränderung im Hormonhaushalt mit sinkenden Testosteronspiegeln (männliches Geschlechtshormon) als auch ein verändertes Zusammenspiel der Zellen mit dem Bindegewebe der Prostata. Eine genetische Veranlagung spielt mit einer großen Wahrscheinlichkeit bei Erkrankten unter 60 Jahren eine Rolle.

  • Risikofaktoren

    Als Risikofaktor für Prostatakrebs sind bekannt:

    1. Rauchen
    2. Übergewicht
    3. Hohes Alter
    4. Entzündungen im Körper
  • Protektive Faktoren

    Schützen können Sie sich durch:

    1. Kein Nikotin
    2. Normalgewicht
    3. Ausgewogene ballaststoffreiche Ernährung
    4. Regelmäßige Bewegung
    5. Ausreichende Trinkmenge (geringer Alkoholkonsum)

Wie läuft die Untersuchung bei Verdacht auf eine Prostatahyperplasie ab?

Die Untersuchung bis hin zur Diagnose setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen. Der Arzt, idealerweise ein Urologe, wird Sie zuerst nach Ihren Symptomen und deren Stärke befragen und im Anschluss daran eine Digital-rektale Untersuchung (DRU) durchführen. Welche Untersuchungen im Anschluss notwendig sind, wird durch Ihren behandelnden Facharzt nach Ihren individuellen Symptomen sowie auffälligen Befunden mit Ihnen zusammen entschieden.

  • Digital-rekatale Untersuchung

    Bei dieser mit dem Finger (digitus) vorgenommene Untersuchung des Mastdarms (Rektum) und der Prostata kann der Arzt unter anderem die Größe, Konsistenz und Oberflächenbeschaffenheit der Prostata tasten. Die Untersuchungsergebnisse können Hinweise auf eine gutartige oder bösartige Veränderung der Prostata geben. Die Prostata zeigt sich im Falle einer gutartigen Prostatahyperplasie oft vergrößert, glatt und mit praller Konsistenz.

  • Laboruntersuchung

    Um Krebserkrankungen, Infektionen und andere Krankheiten auszuschließen, werden zusätzlich Ihr Blut und Urin untersucht. Die Urinergebnisse geben beispielsweise Aufschluss über Harnwegsinfektionen, mit der Blutuntersuchung wiederum können Nierenschädigungen aufgedeckt werden. Beide Erkrankungen führen wie die Prostatavergrößerung zu einigen der oben genannten Symptome.

  • PSA-Wert (Prostata-spezifisches Antigen)

    Ein Marker für Veränderungen an der Prostata, gutartiger oder bösartiger Ursache, ist der PSA-Wert im Blut. PSA, das Prostataspezifische Antigen (Protein), wird nur von den Prostatazellen gebildet. Der PSA-Wert ist in seiner Aussagekraft umstritten und die Interpretation dieses Wertes komplex. Denn eine Erhöhung des PSA-Wertes kann sowohl bei einer Entzündung der Prostata oder der Harnwege, nach dem Fahrradfahren, nach einer Tast- oder Ultraschalluntersuchung, bei einer BPH oder aber auch bei Prostatakrebs auftreten. Daher beurteilt der Arzt die Höhe des PSA-Wertes immer in Zusammenhang mit Ihren Symptomen und Ihren Patientendaten, wie etwa dem Verlauf des Wertes über eine längere Zeit. Besteht der Verdacht auf Prostata-Krebs, wird eine Gewebeprobe aus der Prostata entnommen und im Labor untersucht.

  • Ultraschalluntersuchung

    Weiterhin ist eine Ultraschalluntersuchung möglich, um die Größe der Prostata zu messen oder Veränderungen an der Blase in Folge der Prostatahyperplasie zu erkennen. Dazu zählen eine verdickte Blasenwand (Balkenblase), Aussackungen der Blasenwand (Blasenpseudodivertikel) oder Blasensteine. Auch die Urinmenge, die in der Harnblase trotz Entleerung noch zurückbleibt, kann auf diese Weise bestimmt werden

  • Uroflowmetrie

    Zudem lässt sich mit der Harnstrahlmessung (Uroflowmetrie) der Harnstrahl genauer untersuchen und es können dadurch Hinweise auf Einengungen der Harnröhre gewonnen werden. Dazu müssen Sie in einen Trichter mit Sensoren urinieren. Diese messen, wie viel Urin pro Zeiteinheit in diesen Trichter fließt.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es bei Prostatahyperplasie?

Bei der benignen Prostatahyperplasie (BPH) wächst die Prostata zwar nur langsam und hat kein deutlich erhöhtes Risiko, sich zu einem Prostata-Krebs zu entwickeln. Dennoch können teilweise schwerwiegende Erkrankungen der Blase und der Niere entstehen. Darunter zählen unter anderem Blasenwandausstülpungen (Blasendivertikel), Verdickung der Blasenwand (Balkenblase), Steinbildung, wiederholte Harnwegsentzündungen, Nierenentzündungen oder Nierenschwäche (Niereninsuffizienz).

Die Ziele der Therapie sind die Verminderung Ihrer Beschwerden, die Verbesserung Ihrer Lebensqualität und die Unterbindung des Wachstums Ihrer Prostata. Welche Therapie für Sie in Frage kommt, hängt unter anderem von Ihrem Alter, Ihrem Allgemeinzustand, dem Ausmaß der Erkrankung und dem Risiko für das Fortschreiten der Prostatahyperplasie (Progressionsrisiko) ab. Aufgrund des langsamen Wachstums der Prostata bei einer benignen Prostatahyperplasie ist es möglich, dass Sie bei geringen Beschwerden sogar gar keine Therapie benötigen. Dennoch sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen notwendig. Diese Vorgehensweise nennt man Watchful Waiting. Wird bei Ihnen eine fortgeschrittene Prostataerkrankung festgestellt, ist ein medikamentöse Behandlung oder ein operativer Eingriff ratsam.

  • Medikamentöse Therapie

    Durch die medikamentöse Therapie behandelt man größtenteils die Symptome. Teilweise verkleinern Medikamente auch die Prostata. Häufig eingesetzte Medikamente mit ihren zugehörigen Wirkungen sind:

    1. Pflanzliche Heilmittel, z. B. Brennnesselwurzel, Kürbiskern-Extrakte, afrikanischer Pflaumenbaum: Besserung der Symptome
    2. α-Rezeptorblocker (Blockade von Andockstellen an Prostata und Blase für Signalstoffe): Verbesserung des Harnabflusses aus der Blase, Besserung der Symptome
    3. 5-α-Reduktase-Inhibitoren (Hemmung der Umwandlung von Testosteron in das wirksamere männliche Geschlechtshormon Dihydrotestosteron): Prostataverkleinerung, Besserung der Symptome
    4. Keine Standardtherapie: Antimuskarinerge Substanzen (Medikamente, welche die Andockstelle an der Blase für den Botenstoff Acetylcholin blockieren), PDE-5-Hemmer (Hemmung des Abbaus eines Botenstoffes zur Behandlung der Erektionsstörung)

    Nachgewiesen wurde, dass eine Kombination aus α-Rezeptorblockern und 5-α-Reduktase-Inhibitoren wirksamer ist als eine Einzeltherapie mit einem der beiden Medikamente. Nicht zu vernachlässigen ist, dass bei den eingesetzten Medikamenten auch Nebenwirkungen eintreten können.

    Die Auswahl der Medikamente erfolgt durch Ihren Facharzt in Zusammenschau mit Ihren weiteren Erkrankungen sowie Ihrem individuellen Befund.

  • Operative Therapie

    Die operative Therapie der Wahl ist die transurethrale Prostataresektion (TUR-P), bei der die Prostata teilweise oder als Ganzes entfernt wird. Bei der TUR-P führt der Arzt unter Narkose das Resektoskop, ein Gerät mit einer Schlinge an der Spitze, durch die Harnröhre bis zur Prostata ein. Mit Hilfe der Schlinge, durch die elektrischer Strom fließt, kann man einen Teil oder die komplette Prostata entfernen. Bei einer sehr großen Prostata wird das Verfahren der Adenomnukleation gewählt werden. Unter Narkose setzt der Arzt einen Schnitt an der Bauchdecke und schält dann das Prostatagewebe aus der Prostatakapsel heraus, welche die Prostata umgibt. Alternativ ist der Einsatz eines Lasers möglich, mit dem entweder das Prostatagewebe in kleinen Stücken entfernt oder Stück für Stück verdampft wird. Wenn eine Behandlung durch Erhitzen des Prostatagewebe mit Radiofrequenzwellen oder Mikrowellen erfolgt, ist keine Narkose notwendig. Ein operativer Eingriff wird in folgenden Fällen angewendet:

    • Kein Ansprechen auf die medikamentöse Therapie
    • Wiederholt auftretende Harnwegsinfektionen
    • Nicht kontrollierbare Hämaturie
    • Schwere Blasenfunktionsstörungen
    • Wiederholt auftretender Harnverhalt
    • Bildung von Harnsteinen in der Blase
    • Beginnende Nierenschwäche

Unserer Ratgeber aus dem Bereich Urologie

In folgenden Ratgebern stellen wir aktuelle Behandlungsmethoden vor und zeigen Ihnen, welche Krankenhäuser und Experten sich auf Urologie spezialisiert haben.

Kliniken für Prostatahyperplasie

In Deutschland gibt es 461 Kliniken für Prostatahyperplasie. Klinikradar hat die neusten offiziellen Qualitätsdaten aller Krankenhäuser ausgewertet und Kliniken mit besonders hoher Expertise bei der Behandlung von Prostatahyperplasie ermittelt. Vergleichen Sie Kennzahlen und Behandlungsangebot, um die für Sie beste Klinik für Prostatahyperplasie zu finden.

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    • Anmerkung der Abteilung: Erfolgreiche Re-Zertifizierung des Prostatakarzinomzentrum am Auguste-Viktoria-Klinikum Berlin in 2019 erfolgt.

  3. Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden an der Technischen Universität Dresden

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