Alles zum Thema Prostatahyperplasie

Die Prostatahyperplasie ist eine sehr häufige Erkrankung bei Männern. Es handelt sich dabei um eine gutartige Vergrößerung durch Zunahme des Gewebes. Eine Vergrößerung an sich führt zu keinen Beschwerden, erst eine Einengung der Harnröhre führt zu den bekannten Störungen beim Wasserlassen. Neben medikamentöser Therapie kann eine operative Therapie durchgeführt werden.

Welche Symptome bestehen bei Prostatahyperplasie?

Die Vergrößerung der Prostata an sich führt zu keinen Beschwerden. Die Symptome entstehen erst durch Einengung des oberen Abschnittes der Harnröhre infolge der vergrößerten Prostata und der erhöhten Anstrengung der Harnblase, den Harn in die verengte Harnröhre abzulassen. Dadurch kann es zu folgenden Beschwerden kommen:

  1. Abgeschwächter bis teilweise unterbrochener Harnstrahl (im Extremfall kein Ausscheiden des Urins möglich)
  2. Verzögerter Beginn des Wasserlassens
  3. Notwendiges Pressen bei der Urinausscheidung
  4. Nachtropfen kleiner Urinmengen nach dem eigentlichen Wasserlassen (Nachträufeln)
  5. Gefühl, dass noch Harn in der Harnblase zurückgeblieben ist (Restharngefühl)
  6. Häufiges Wasserlassen mit kleinen Urinmengen (Pollakisurie)
  7. Mehrfache Urinausscheidung in der Nacht (Nykturie)
  8. Starker Harndrang, der nicht kontrolliert werden kann (imperativer Harndrang)
  9. Blut im Urin (Hämaturie)
  10. Erschwertes Wasserlassen mit Schmerzen (Dysurie, selten)

Zusätzlich sind sexuelle Beeinträchtigungen möglich, wie beispielsweise eine Erektionsstörung (Beeinträchtigung der Versteifung des Penis), eine Ejakulationsstörung (Beeinträchtigung des Samenergusses) oder Schmerzen bei der Ejakulation.

Welche Symptome Sie haben und wie stark diese bei Ihnen ausgeprägt sind, ist individuell und unterschiedlich. Dabei spielt nicht nur die absolute Vergrößerung der Prostata eine Rolle, sondern auch die ursprüngliche Ausgangsgröße.

Welche Ursachen für eine Prostatahyperplasie sind bekannt?

Bei der Benignen Prostatahyperplasie (BPH) handelt es sich um eine gutartige Prostatavergrößerung durch Zunahme der Zellzahl und des Gewebes zwischen den Zellen der Prostata. Früher verwendete man für diese Erkrankung auch die Bezeichnungen Prostataadenom (Prostatageschwulst) und fälschlicherweise Prostatahypertrophie (Zunahme der Zellgröße bei der Prostata). Kommt es zusätzlich bei der Volumenzunahme der Prostata zu Beschwerden, wird dies als Benignes Prostatasyndrom (BPS) bezeichnet.

Bis heute ist die Ursache der Prostatahyperplasie unbekannt. Denkbar wäre eine Veränderung im Hormonhaushalt mit sinkenden Testosteronspiegeln (männliches Geschlechtshormon) als auch ein verändertes Zusammenspiel der Zellen mit dem Bindegewebe der Prostata. Eine genetische Veranlagung spielt mit einer großen Wahrscheinlichkeit bei Erkrankten unter 60 Jahren eine Rolle.

Risikofaktoren
Protektive Faktoren

Wie läuft die Untersuchung bei Verdacht auf eine Prostatahyperplasie ab?

Die Untersuchung bis hin zur Diagnose setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen. Der Arzt, idealerweise ein Urologe, wird Sie zuerst nach Ihren Symptomen und deren Stärke befragen und im Anschluss daran eine Digital-rektale Untersuchung (DRU) durchführen. Welche Untersuchungen im Anschluss notwendig sind, wird durch Ihren behandelnden Facharzt nach Ihren individuellen Symptomen sowie auffälligen Befunden mit Ihnen zusammen entschieden.

Digital-rekatale Untersuchung
Laboruntersuchung
PSA-Wert (Prostata-spezifisches Antigen)
Ultraschalluntersuchung
Uroflowmetrie

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es bei Prostatahyperplasie?

Bei der benignen Prostatahyperplasie (BPH) wächst die Prostata zwar nur langsam und hat kein deutlich erhöhtes Risiko, sich zu einem Prostata-Krebs zu entwickeln. Dennoch können teilweise schwerwiegende Erkrankungen der Blase und der Niere entstehen. Darunter zählen unter anderem Blasenwandausstülpungen (Blasendivertikel), Verdickung der Blasenwand (Balkenblase), Steinbildung, wiederholte Harnwegsentzündungen, Nierenentzündungen oder Nierenschwäche (Niereninsuffizienz).

Die Ziele der Therapie sind die Verminderung Ihrer Beschwerden, die Verbesserung Ihrer Lebensqualität und die Unterbindung des Wachstums Ihrer Prostata. Welche Therapie für Sie in Frage kommt, hängt unter anderem von Ihrem Alter, Ihrem Allgemeinzustand, dem Ausmaß der Erkrankung und dem Risiko für das Fortschreiten der Prostatahyperplasie (Progressionsrisiko) ab. Aufgrund des langsamen Wachstums der Prostata bei einer benignen Prostatahyperplasie ist es möglich, dass Sie bei geringen Beschwerden sogar gar keine Therapie benötigen. Dennoch sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen notwendig. Diese Vorgehensweise nennt man Watchful Waiting. Wird bei Ihnen eine fortgeschrittene Prostataerkrankung festgestellt, ist ein medikamentöse Behandlung oder ein operativer Eingriff ratsam.

Medikamentöse Therapie
Operative Therapie
Endovaskuläre Therapie mittels Katheter (Prostataarterienembolisation)
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