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Kinderwunschbehandlung

12-15% aller Paare in Deutschland sind ungewollt kinderlos. Das heißt, es kommt trotz regelmäßigem, ungeschütztem Geschlechtsverkehr über ein Jahr nicht zu einer Schwangerschaft. In diesem Fall spricht man von Unfruchtbarkeit bzw. Zeugungsunfähigkeit (Sterilität, Infertilität). Die Gründe dafür sind vielfältig. Zu einem Drittel liegt die Ursache bei der Frau und zu einem Drittel beim Mann. In manchen Fällen liegt die Ursache auch bei beiden Partnern oder bleibt unklar. Für die Diagnostik stehen sowohl für Männer als auch für Frauen unterschiedliche Tests zur Verfügung. Je nach Ursache kommen von medikamentösen Therapien bis hin zu invasiven Eingriffen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten in Frage.

Welche Ursachen können bei Frauen vorliegen?

  • Fehlender Einsprung (Anovulation)

    Die häufigste Ursache für Unfruchtbarkeit bei Frauen sind Zyklusstörungen, die meist mit dem Ausbleiben des Einsprungs einhergehen. Ohne Eisprung kann keine Befruchtung und damit keine Schwangerschaft stattfinden. Zyklusstörungen können entweder direkt durch eine Fehlfunktion der Eierstöcke oder durch eine fehlende Hormonausschüttung im Gehirn bedingt sein.

  • Vorzeitige Menopause

    Mit zunehmendem Alter der Frau nimmt die Funktion der Eierstöcke ab. Das heißt, es reifen weniger Eizellen heran bis der Eisprung irgendwann ganz ausbleibt, dann spricht man von der Menopause. Im Durchschnitt erreichen Frauen die Menopause im Alter von 52 Jahren. Im Einzelfall kann der regelmäßige Eisprung auch schon vor dem 40. Lebensjahr ausbleiben. In diesem Fall spricht man von einer vorzeitigen Menopause. Diese kann durch Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus, Autoimmunerkrankungen (z.B. rheumatoide Arthritis) und Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) oder genetisch bedingt sein. Außerdem kann eine Strahlen- oder Chemotherapie zur Behandlung einer Krebserkrankung zu einer Schädigung der Eierstöcke und damit zu einer vorzeitigen Menopause führen. In manchen Fällen lässt sich dafür auch keine Ursache finden.

  • Polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS)

    Das sogenannte Polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) ist eine Stoffwechselstörung, die zu einem Ungleichgewicht der Sexualhormone führt und häufig mit multiplen Kammern bzw. Blasen (Zysten) im Ovar einhergeht. Dadurch kommt es zu Zyklusstörungen bis hin zum Ausbleiben des Einsprungs.

  • Genetische Ursache

    Außerdem kann eine genetische Veränderung zu einer Fehlanlage oder Funktionslosigkeit der Eierstöcke führen. Häufig haben betroffene Frauen auch keine Periode.

  • Hormonelle Störungen

    Der weibliche Zyklus wird durch Hormone gesteuert, die zentral, also im Gehirn gebildet und ausgeschüttet werden und auf die Eizellreifung in den Eierstöcken wirken. Kommen diese Hormone aus dem Gleichgewicht, kann es ebenfalls zu Zyklusstörungen oder zum Ausbleiben des Eisprungs kommen, auch wenn die Eierstöcke selbst voll funktionsfähig sind. Ein solches Hormonungleichgewicht kann zum Bespiel entstehen, wenn unser Körper außergewöhnlichen Stresssituationen ausgesetzt ist. Dieser Stress kann sowohl psychischer als auch körperlicher Natur sein und zum Beispiel durch Schlafmangel, Hungerphasen, Essstörungen oder Hochleistungssport ausgelöst werden. Auch Medikamenteneinnahme und Allgemeinerkrankungen können zu Hormonstörungen führen. Außerdem können Erkrankungen des Gehirns wie zum Beispiel eine Entzündung, ein Infarkt oder eine Verletzung sowie gutartige oder bösartige Neubildungen (z.B. ein Hypophysenadenom) ursächlich für eine Hormonstörung sein.

  • Endometriose

    Endometriose ist eine gutartige Erkrankung, bei der es zu einer Ausbreitung von Zellen der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle kommt. Die Zellen können zum Beispiel in den Eierstöcken oder den Eileitern auftreten aber auch in anderen Organen wie Darm, Harnblase oder Lunge. In 30-50% führt Endometriose zu Unfruchtbarkeit. Mehr zu dieser Erkrankung finden Sie in unserem Ratgeber zum Thema Endometriose.

  • Andere Erkrankungen der Geschlechtsorgane

    Unfruchtbarkeit kann auch direkt durch Erkrankungen bzw. Fehlbildungen der Gebärmutter oder der Eileiter bedingt sein. Diese Fehlbildungen können angeboren oder im Laufe des Lebens erworben sein. Eine angeborene Fehlbildung ist zum Beispiel ein sogenannter „geteilter Uterus“. Hier besteht die Gebärmutter aus zwei kleinen Höhlen statt einer großen. Das kann die Einnistung einer befruchteten Eizelle erschweren oder sogar unmöglich machen. Geschlechtskrankheiten wie Chlamydien oder Gonorrhoe können zu einem Verschluss der Eileiter führen. Dadurch kann die Eizelle nicht in die Gebärmutter gelangen und befruchtet werden. Uterusmyome, sind gutartige Neubildungen in der Gebärmutter und können je nach Lage die Einnistung der befruchteten Eizelle verhindern.

Welche Ursachen können bei Männern vorliegen?

  • Erkrankungen des Hodens

    Bei Männern ist die häufigste Ursache für Unfruchtbarkeit Erkrankungen des Hodens, die zu einer Veränderung der Spermien führen können. Dazu gehören:

    • bakterielle (z.B. Chlamydien) und virale (z.B. Mumps) Infektionen
    • Fehllage des Hodens (Maldescensus testis)
    • Varikozele (durch Blutstau erweiterte Venen des Hodens, die zu einer zum Teil schmerzhaften Schwellung führen)
    • Hodenverletzungen (z.B. Hodentorsion)
    • Hodentumore
    • Medikamentöse Schädigung des Hodens (z.B. durch Strahlen- oder Chemotherapie, Nikotin, Alkohol)
    • Genetische Veränderungen

    Die Veränderung der Spermien kann zum einen die Anzahl also die Quantität (Azoospermie), als auch die Form und Beweglichkeit, also die Qualität (Asthenozoospermie) der Spermien betreffen. Möglich ist auch, dass sowohl die Anzahl der Spermien also auch die Beweglichkeit und Form verändert ist. In diesem Fall spricht man von einer Oligoasthenoteratozoospermie, kurz OAT-Syndrom.

  • Erkrankungen der Samenwege

    Der Samenleiter transportiert die Spermien vom Hoden über den Nebenhoden entlang der Leiste bis in die Harnröhre. Ist dieser Transportweg gestört, können die Spermien nicht ins Ejakulat gelangen. Ursache dafür können entzündliche Verengungen des Samenleiters, Leistenhernien oder eine Fehlanlange des Samenleiters durch genetische Veränderungen sein.

  • Hormonelle Störungen

    Die Reifung der Spermien im Hoden, wird durch verschiedene Sexualhormone gesteuert. Diese werden zum Teil im Gehirn (LH, FSH, GnRH) und zum Teil im Hoden (Testosteron) gebildet. Ist die Ausschüttung dieser Hormone zum Beispiel durch eine Erkrankung des Hodens oder des Gehirns (Infektion, Infarkt, Verletzung) gestört, können die Spermien nicht richtig ausreifen und es kommt zur Unfruchtbarkeit. Hormonstörungen, insbesondere ein Testosteronmangel, können auch zur erektilen Dysfunktion führen.

  • Erektile Dysfunktion

    Durch Hormonstörungen (Testosteronmangel) sowie durch verschiedene körperliche und psychische Erkrankungen kann es zur erektilen Dysfunktion kommen. Von erektiler Dysfunktion spricht man, wenn es über 6 Monate zu keiner Erektion kommt, die für den Geschlechtsverkehr ausreicht. Mögliche Ursachen sind:

    • Diabetes mellitus
    • Arteriosklerose
    • Fettstoffwechselstörungen
    • Bluthochdruck
    • Depression
    • Nikotinkonsum
    • Alkoholkonsum
    • Medikamenteneinnahme (z.B. Psychopharmaka, Medikamente gegen Bluthochdruck, anabole Steroide
  • Ausbleibender Samenerguss (Ejakulation)

    Kommt es trotz ausreichender Stimulation nicht zu einem Samenerguss spricht man von einer ausbleibenden Ejakulation. Ähnlich wie bei der erektilen Dysfunktion kommen verschiedene Ursachen in Frage:

    • Nervenerkrankungen (Querschnittslähmung, Multiple Sklerose)
    • Vorangegangene Operation an Harnblase oder Prostata
    • Diabetes mellitus
    • Alkoholkonsum
    • Medikamenteneinnahme (z.B. Psychopharmaka, Medikamente gegen Bluthochdruck, anabole Steroide)

Welche Ursachen können bei beiden Geschlechtern vorliegen?

  • Antikörper

    Sowohl bei Männern als auch bei Frauen, kann es ohne klare Ursache zur Bildung von Spermienantikörpern kommen. Das sind Eiweißmoleküle, die Spermien binden und diese so verlangsamen bzw. funktionsuntüchtig machen.

  • Lebensstil, Allgemeinerkrankungen und Medikamente

    Für beide Geschlechter gilt, dass sich Lebensstil, Allgemeinerkrankungen und Medikamenteneinnahme auf die Fruchtbarkeit auswirken können. Es gibt verschiedene Studien, die den Einfluss von körperlichem oder psychischem Stress, Schlafmangel, Ernährungsweise, Alkohol- Nikotin- und Drogenkonsum auf die Fruchtbarkeit nahelegen. Erkrankungen, die den ganzen Körper betreffen (Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Schilddrüsenerkrankungen, chron. Nieren und Lebererkrankungen, Antiphospholipidsyndrom) sowie die Einnahme verschiedener Medikamente können ebenfalls zu Unfruchtbarkeit führen.

Wann ist ein Arztbesuch sinnvoll?

Je nach Alter der Frau, dauert es zwischen 6 und 12 Monaten bis eine Schwangerschaft eintritt. Wichtig ist dabei auch, dass der Geschlechtsverkehr zum richtigen Zeitpunkt stattfindet. Der Zeitpunkt mit der höchsten Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden, ist in den Tagen um den Einsprung. Tritt trotz regelmäßigem Geschlechtsverkehr zum richtigen Zeitpunkt über ein Jahr keine Schwangerschaft ein, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Welche Diagnostik steht zur Verfügung?

  • Beratungsgespräch

    Am Anfang jeder Diagnostik im Rahmen der Kinderwunschbehandlung steht ein ausführliches Gespräch mit beiden Partnern. Ziel ist es, herauszufinden, ob es Lebensgewohnheiten oder Allgemeinerkrankungen gibt, die dem Kinderwunsch im Wege stehen und ob eine weitere Diagnostik sinnvoll ist.

  • Körperliche Untersuchung

    Danach folgt eine erste körperliche Untersuchung, die Körpergröße und -gewicht und die Untersuchung der äußeren Genitale beinhaltet. Eine Ultraschalluntersuchung kann erste Hinweise auf Erkrankungen von Gebärmutter und Eierstöcken bzw. Hoden, Nebenhoden und Samenleiter geben. Außerdem kann ein Abstrich und zum Ausschluss von Geschlechtskrankheiten (z.B. Chlamydien) erfolgen. Bei der Frau kann bei einer gynäkologischen Untersuchung der Gebärmutterhalsschleim (Zervixschleim) und die Vaginalzellen analysiert werden.

  • Hormondiagnostik

    Durch eine Blutentnahme kann der Hormonstatus (LH, FSH, Anti-Müller-Hormon, SHBG, Östradiol, Testosteron, TSH) bestimmt werden. Bedarf es danach weiterer Untersuchungen, können sogenannte Hormonfunktionstests durchgeführt werden. Dabei wird über einen bestimmten Zeitraum ein Hormon verabreicht (z.B. Östrogen, Gestagen, Clomifen, Gonadoliberin) und danach erneut der Hormonstatus gemessen werden. So kann ermittelt werden, ob die Ursache der Unfruchtbarkeit eine Hormonstörung ist und wodurch die Hormonstörung bedingt ist (z.B. fehlende Hormonausschüttung im Gehirn, Erkrankungen der Eierstöcke bzw. Hoden).

  • Chromosomenanalyse

    Bei beiden Partnern kann außerdem eine Chromosomenanalyse, also eine Analyse des Erbguts erfolgen, um eine genetische Ursache der Unfruchtbarkeit auszuschließen. Dafür ist eine Blutentnahme nötig.

  • Spermiogramm

    Beim sogenannten Spermiogramm wird das Ejakulat des Mannes auf Anzahl und Funktion der Spermien untersucht. Außerdem kann die Probe auf Infektionskrankheiten untersucht werden.

  • Invasive Diagnostik

    Ergeben die oben genannten Untersuchungen keinen Befund, können auch invasivere Methoden zum Einsatz kommen. Bei Männern kann zur Beurteilung des Hodengewebes eine Biopsie, also eine Gewebsentnahme mithilfe einer Nadel durchgeführt werden. Die Diagnostik der Frau kann durch eine Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) ergänzt werden. Das ist ein kurzer operativer Eingriff, bei dem mithilfe einer Kamera, die durch die Vagina eingeführt wird, die Gebärmutterhöhle untersucht werden kann. Im Rahmen einer Bauchspiegelung (Laparoskopie) kann die Durchgängigkeit der Eileiter untersucht werden.

  • Tests zur Beurteilung der Interaktion von Spermien und Zervixschleim

    Damit die Spermien eine Eizelle befruchten können, müssen sie vom Vaginalkanal über den Gebärmutterhals bis in die Gebärmutterhöhle vordringen. Dabei müssen sie den Gebärmutterhalsschleim (Zervixschleim) überwinden. Um zu untersuchen, ob dies möglich ist, gibt es unterschiedliche Tests. Beim Postkoitaltest wird 6-12h nach Geschlechtsverkehr Schleim aus dem Gebärmutterhals entnommen und auf bewegliche Spermien untersucht. Alternativ können auch der Zervikalschleim der Frau und Spermien des Mannes entnommen und in vitro, also auf einem Objektträger im Labor zusammengebracht werden. Dann wird untersucht, ob die Spermien in den Zervikalschleim eindringen können.

Welche konservativen Behandlungsmethoden können eingesetzt werden?

Zunächst kann versucht werden, durch einfache Maßnahmen, wie Zykluskontrolle und Anpassung des Lebensstils die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft zu erhöhen.

  • Natürliche Zykluskontrolle: Der Zeitpunkt des Eisprungs kann ganz einfach durch einen Menstruationskalender oder tägliche Temperaturmessung mithilfe einer Basaltemperaturkurve ermittelt werden. Findet der Geschlechtsverkehr am Tag des Eisprungs bzw. zwei Tage davor oder einen Tag danach statt, ist die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung am höchsten.
  • Lebensstil: Verschiedenen Studien zeigen, dass ein BMI im Normalbereich, die Chancen einer Schwangerschaft deutlich erhöhen kann. Außerdem ist es hilfreich, körperlichen und psychischen Stress möglichst zu reduzieren und auf Genussmittel, vor allem auf Nikotin, zu verzichten. Besteht eine Grunderkrankung (Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Schilddrüsenerkrankung) sollte diese zunächst behandelt werden.

Ist die Ursache der Unfruchtbarkeit ein ausbleibender Eisprung, ist die Hormontherapie der Frau eine erfolgsversprechende Therapieoption. Durch hormonelle Stimulation des Einsprungs, kann in bis zu 30% eine Schwangerschaft erreicht werden. Je nachdem, ob der fehlende Eisprung durch eine Erkrankung der Eierstöcke oder durch eine fehlende Hormonausschüttung des Gehirns bedingt ist, kommen verschiedene Wirkstoffe in Frage.

  • Östrogene und Gestagene imitieren einen natürlichen Zyklus und führen so zum Eisprung
  • Gonadotropine (LH und FSH) bewirken die Reifung der Eizellen
  • Clomifen führt im Gehirn zu einer vermehrten Ausschüttung der Sexualhormone LH und FSH
  • GnRH-Analoga imitieren die Wirkung des natürlichen Hormons Gonadoliberin und können bei kurzfristiger Anwendung zu einer erhöhten Ausschüttung von Sexualhormonen führen

Liegt eine Hormonstörungen des Mannes vor, kann eine Therapie mit GnRH-Analoga, FSH oder Clomifen, sowie eine Therapie mit Anti-Östrogenen (z.B. Tamoxifen) die Ausreifung der Spermien unterstützen und so die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung steigern.

Welche operativen Behandlungsmethoden können eingesetzt werden?

Erkrankungen der Gebärmutter und Eileiter bzw. Hoden und Samenleiter können oft operativ behandelt werden. Dazu gehören:

  • Entfernung von Gebärmuttermyomen (gutartige Neubildung der Gebärmuttermuskulatur)
  • Wiederherstellung der Durchgängigkeit von Eileitern bzw. Samenleitern oder Nebenhodengängen
  • Behandlung einer Varikozele des Hodens (Venenstau)
  • Entfernung von Hodentumoren
  • Mikrochirurgische Entnahme von Spermien aus dem Hoden oder Nebenhoden (bei fehlenden Spermien im Ejakulat)

Welche Methoden der künstlichen Befruchtung gibt es?

Führen obengenannte Behandlungsmöglichkeiten nicht zum Erfolg, kommt für viele Paare eine künstliche Befruchtung in Frage. Dabei gibt es verschiedene Verfahren:

Intrauterine Insemination

Bei der intrauterinen Insemination werden die Spermien des Mannes in die Gebärmutterhöhle der Frau eingebracht. Die Spermien können sowohl vom Partner als auch von einem Fremdspender stammen. Dieses Verfahren kommt zum Einsatz, wenn die Spermien den Gebärmutterhals nicht auf natürliche Weise durchdringen können, zum Beispiel aufgrund der Beschaffenheit des Zervikalschleims, mangelnder Beweglichkeit der Spermien oder dem Vorliegen von Spermienantikörpern. Voraussetzung für die intrauterine Insemination ist ein erfolgter Eisprung einer reifen Eizelle.

In-vitro-Fertilisation (IVF) und Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI)

Die in-vitro-Fertilisation kommt zum Einsatz, wenn die reife Eizelle nicht auf natürliche Weise in die Gebärmutter gelangen kann (z.B. durch Verschluss der Eileiter) oder die Qualität der Spermien nicht für eine Befruchtung in der Gebärmutter ausreicht. Zunächst werden der Frau reife Eizellen aus den Eierstöcken entnommen. Dies ist erfolgt durch die Vagina mithilfe einer Punktionsnadel während eines kurzen operativen Eingriffs. Häufig ist es sinnvoll, die Reifung der Eizellen und den Zeitpunkt des Eisprungs durch eine Einnahme von Hormonen (z.B. LH, FSH, GnRH-Analoga) zu unterstützen bzw. zu steuern. Dem Mann werden Spermien entnommen. Reicht die Menge der Spermien im Ejakulat nicht aus, werden sie direkt durch eine operative Entnahme aus dem Hoden oder Nebenhoden gewonnen. Eizellen und Spermien werden dann im Labor in einem Kulturgefäß zusammengebracht. Ist die Befruchtung erfolgreich können nach ca. 2-5 Tagen bis zu 3 Embryonen in die Gebärmutter eingebracht werden. In 30% der Fälle kommt es zu einer Schwangerschaft. Kommt es nach dem Zusammenbringen von Eizellen und Spermien nicht zu einer Befruchtung können die Spermien auch mithilfe einer Kanüle direkt in die Eizelle eingebracht werden. Dieses Verfahren nennt man intrazytoplasmatische Spermieninjektion.

Wer übernimmt die Kosten für die Behandlung?

Die Kosten für eine Beratung sowie die Untersuchungen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen. Auch die Hormontherapie der Frau wird von den meisten gesetzlichen Kassen übernommen. Seit 2004 beteiligen sich die gesetzlichen Kassen an den Kosten für eine künstliche Befruchtung (bis zu 3 Zyklen) mit einem Anteil von 50%. Dazu müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  1. Alter der Frau: zwischen 25 und 40 Jahre
  2. Alter des Mannes: unter 50 Jahre
  3. das Paar ist verheiratet

Unserer Ratgeber aus dem Bereich Frauenheilkunde

In folgenden Ratgebern stellen wir aktuelle Behandlungsmethoden vor und zeigen Ihnen, welche Krankenhäuser und Experten sich auf Frauenheilkunde spezialisiert haben.

Kliniken für Kinderwunschbehandlung

In Deutschland gibt es 16 Kliniken für Kinderwunschbehandlung. Klinikradar hat die neusten offiziellen Qualitätsdaten aller Krankenhäuser ausgewertet und Kliniken mit besonders hoher Expertise bei der Behandlung von Kinderwunsch ermittelt. Vergleichen Sie Kennzahlen und Behandlungsangebot, um die für Sie beste Klinik für Kinderwunschbehandlung zu finden.

  1. Klinikum der Universität München

    Viele Fälle im Bereich Kinderwunschbehandlung
    • Kinderwunschbehandlung
      8 Fälle
    • Großes Krankenhaus
      2.058 Betten
    • Universitätsklinikum
    Fachabteilung für Kinderwunschbehandlung:
  2. Universitätsklinikum Erlangen

    Viele Fälle im Bereich Kinderwunschbehandlung
    • Kinderwunschbehandlung
      7 Fälle
    • Großes Krankenhaus
      1.394 Betten
    • Universitätsklinikum
    • Hohe Patientenzufriedenheit
      Patientenbefragung der Techniker Krankenkasse
    Fachabteilung für Kinderwunschbehandlung:
    • Anmerkung der Abteilung: Schwerpunkt im zertifizierten Universitäts-Fortpflanzungszentrum Franken.

  3. Universitätsklinikum Heidelberg

    Durchschnittlich viele Fälle im Bereich Kinderwunschbehandlung
    • Kinderwunschbehandlung
      2 Fälle
    • Großes Krankenhaus
      1.991 Betten
    • Universitätsklinikum
    • Hohe Patientenzufriedenheit
      Patientenbefragung der Techniker Krankenkasse
    Fachabteilung für Kinderwunschbehandlung:
    • Anmerkung der Abteilung: Alle Techniken (IVF, NC-IVF, ICSI, IUI, IVM, Blastozystenkultur, PKD, hormonelle Stimulation, time lapse imaging, scratching), PID-Zentrum .

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