Alles zum Thema Kinderkardiologie

Erkrankungen am Herzen von Kindern werden durch die Kinderkardiologie betreut. Bei den Herzerkrankungen im Kindesalter handelt es sich vorwiegend um angeborene Herzfehler. Diese Herzfehler entstehen meist bereits vor der Geburt durch eine Entwicklungsstörung des Herzens. Die Behandlung ist abhängig von den Auswirkungen und der Art der Erkrankung, hierzu ist daher eine genaue Diagnose notwendig. Insbesondere bei schweren Herzerkrankungen wird diese in speziellen Zentren durchgeführt. 

Welche tpyischen Beschwerden (Symptome) treten bei Kindern mit Herzerkrankungen auf?

Die Beschwerden sind abhängig von der Erkrankung sowie dem Alter des Kindes.

Bei Säuglingen weisen folgende Zeichen auf eine Herzerkrankung hin:

  • Blaufärbung der Haut und Schleimhäute (Zyanose)
  • Atem- oder Trinkschwierigkeiten
  • Schwäche
  • Schlechtes Gedeihen
  • Unruhe
  • Herzgeräusche: krankhafte Blutströmungsgeräusche beziehungsweise Herzklappengeräusche, die vom Herzen ausgehen
  • Herzversagen mit der Notwendigkeit der intensivmedizinischen Behandlung
     

Bei Kindern mit Herzerkrankung können unter anderem folgende Anzeichen vorkommen:

  • Herzklopfen, beschleunigter Herzschlag, Herzrasen
  • Herzgeräusch
  • Zyanose
  • Angestrengte und beschleunigte Atmung
  • Neigung zu schneller Erschöpfung
  • Schwitzen bei geringster Belastung
  • Unruhe 
  • Schwindel, Ohnmachtsanfälle
  • schlechtes Gedeihen 
  • Einlagerung von Flüssigkeit im Gewebe (Ödem)
  • Nach einem Infekt: Leistungsverlust, mangelnde Belastbarkeit, Herzklopfen, Herzrasen, Übelkeit, Erbrechen
     

Welche Untersuchungen führt der Kinderkardiologe durch?

Herzerkrankungen können sich unterschiedlich äußern: Oftmals werden Probleme bereits vor der Geburt festgestellt, manchmal auch direkt nach der Geburt. Hier folgt gleich im Anschluss eine ausführliche Diagnostik. Bei unauffälliger Geburt und unauffälligen ersten Untersuchungen können sich Probleme mit dem Herzen allerdings auch erst im späteren Alter äußern. 

In einem ärztlichen Gespräch werden Sie und Ihr Kind mit dem Arzt über die auffälligen Anzeichen und Beschwerden Ihres Kindes reden. Es werden außerdem von Ihrem Kind Größe, Gewicht, Blutdruck und mit einem Clip am Finger der Sauerstoffgehalt des Blutes (Sauerstoffsättigung) ermittelt. Anschließend erfolgt eine körperliche Untersuchung, in welcher der Arzt unter anderem mit einem Stethoskop das Herz abhört. 

Außerdem wird eine Elektrokardiographie (EKG) durchgeführt. Bei dieser schmerzlosen Untersuchung werden im Liegen kleine Messgeräte (Elektroden) auf die Haut des gesamten Körpers, vor allem in der Nähe des Herzens, aufgeklebt. Man erhält durch diese Untersuchung Informationen über die elektrische Aktivität des Herzens und über Veränderungen am Herzen. Diese Untersuchung dauert inklusive der Vorbereitungszeit ungefähr zehn Minuten. Um weitere Informationen über das Herz unter Belastung zu ermitteln, kann ein EKG durchgeführt werden, während Ihr Kind auf einem stationären Fahrrad (Ergometer) fährt. Für einen Langzeit-Überblick über die Herzaktivität Ihres Kindes, erhält Ihr Kind ein kleines tragbares EKG-Messgerät, welches für eine bestimmte Zeit über die angebrachten Elektroden die Herzaktivität aufzeichnet. Ebenso kann Ihrem Kind ein tragbares Blutdruckmessgerät angelegt werden, das aus einer Oberarmmanschette und einem kleinen Computer besteht. So erhält der Arzt einen Überblick über den Blutdruck mit seinen Schwankungen im Tagesverlauf.
Es schließt sich eine ungefähr 15-minütige Echokardiographie, eine schmerzlose Ultraschalluntersuchung des Herzens, an. Dabei wird klares Gel auf der Brust von Ihrem Kind verteilt und anschließend ein Schallkopf über dem Bereich des Herzens bewegt. Man kann auf dem Monitor die Strukturen und Größe des Herzens beurteilen und auf diese Weise Veränderungen erkennen.


In manchen Fällen müssen weitere Untersuchungen ergänzt werden, um eine Krankheit feststellen und andere ausschließen zu können. Dazu zählen beispielsweise eine bildgebende Röntgenuntersuchung, eine Blutuntersuchung und eine Untersuchung mit einem biegsamen Kunststoffschlauch, welcher durch ein Blutgefäß bis zum Herzen vorgeschoben wird (Herzkatheteruntersuchung). Aufwendige Untersuchungen werden in der Regel im Krankenhaus durchgeführt.
 

Welche angeborene Herzfehler sind bei Kindern bekannt?

Bei angeborenen Herzfehlern gab es Störungen in der Entwicklung des Herzens im Mutterleib, sodass das Kind bereits mit einem Herzfehler auf die Welt kommt. 
Das Herz hat vier Hohlräume, welche voneinander durch Klappen und Wände getrennt sind. Zwei von den Hohlräumen werden Herzvorhöfe und die anderen beiden Herzkammern genannt.

Ventrikelseptumdefekt (VSD)
Atriumseptumdefekt (ASD)
Persistierender Ducuts Botalli
Aortenstenose
Pulmonalstenose
Aortenisthmusstenose
Fallot-Tetralogie
Atrioventrikulärer Septumdefekt (AVSD)
Transposition der großen Gefäße
Hypoplastisches Rechtsherzsyndrom
Hypoplastisches Linksherzsyndrom

Welche erworbene Herzfehler sind bei Kindern bekannt?

Neben den angeborenen Herzfehlern gibt es noch die erworbenen Herzfehler, welche im Laufe des Lebens nach einem ursprünglich gesund angelegten Herzen entstehen. Meist treten diese in Folge einer Infektion des Herzmuskels auf. Zusätzlich gibt es noch Herzrhythmusstörungen, bei denen das Herz unregelmäßig, zu schnell oder zu langsam schlägt. Die Herzmuskulatur kann verändert beziehungsweise geschädigt sein und es können in seltenen Fällen Tumore am Herzen auftreten oder Tumorzellen von einem Tumor an einer anderen Stelle des Körpers in das Herz einwandern (Metastasen). Auch Erkrankungen, die andere Strukturen des Körpers betreffen, können das Herz mitschädigen. Schließlich gibt es noch Erkrankungen des Herzbeutels, einer Hülle, die das Herz umfasst.

Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis)
Kardiomyopathie
Marfan Syndrom
Lungenhochdruck (Pulmonale Hypertension)
Kawasaki Syndrom
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