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ICL (implantierbare Kontaktlinse)

ICL steht für einsetzbare künstliche Kontaktlinsen. Diese werden zur Behebung einer Sehschwäche oder anderen Augenerkrankung eingesetzt. Oft werden diese insbesondere bei sehr starker Fehlsichtigkeit oder bei ausgeprägter Verkrümmung der Hornhaut eingesetzt.

Dieser Ratgeber auf einen Blick:

  1. Definition
  2. Indikationen
  3. Operation
  4. Häufige Fragen

Was ist eine ICL / Phake Linse?

ICL ist die Abkürzung für „implantable contact lense“ und bedeutet übersetzt „implantierbare Kontaktlinse“, welche auch Phake Linse (phakos griech.: Linse) genannt wird. Diese kann aus einem weichen, faltbaren Kunststoff (Acrylat) oder aus dem Eiweiß Kollagen, das in unserem Körper auf natürliche Weise vorkommt, bestehen. Der integrierte UV-Strahlenschutz schützt Ihre Augen vor der schädlichen Ultraviolettstrahlung Typ A und B.

Die implantierbare Kontaktlinse wird dauerhaft im Augen eingesetzt

Die implantierbare Kontaktlinse (ICL) wird an Ihre Sehfähigkeiten angepasst und zusätzlich zu Ihrer körpereigenen Linse in das Auge implantiert (eingepflanzt). Sie können sich diese eingesetzte Linse als Kontaktlinse vorstellen, welche dauerhaft im Auge verbleibt und Ihnen das Tragen einer Brille oder das regelmäßige Einsetzen und Herausnehmen der Kontaktlinsen erspart. Abhängig von der Lage, also vor oder hinter der Iris (Regenbogenhaut, farbiger Ring im Auge), wird zwischen der Phake Vorderkammer- und der Phake Hinterkammerlinse unterschieden. Durch die Positionierung der ICL innerhalb des Auges, und nicht wie eine Kontaktlinse auf der Augenoberfläche, spüren Sie diese nicht. Von außen ist diese Linse nicht sichtbar, nur mit den augenärztlichen Untersuchungsgeräten.

Die ICL verändert die Brechkraft des Auges

Die Brechkraft (Refraktion) des Auges ist nötig für das scharfe Sehen. Sie wird in Dioptrien gemessen und gibt an, wie stark das ins Auge einfallende Licht gebrochen wird. Die Fehlsichtigkeit beruht auf einer veränderten Brechkraft des Auges für das einstrahlende Licht, sodass die einfallenden Lichtstrahlen nicht auf der Netzhaut des Auges gebündelt werden und damit kein scharfes Bild mehr entsteht. Die Refraktion der implantierbaren Kontaktlinse wird so gewählt, dass sie den Brechkraftfehler der körpereigenen Linse ausgleicht und sich somit wieder ein scharfes Bild einstellt. Mithilfe der ICL-Implantation können Kurz- und Weitsichtigkeit sowie Hornhautverkrümmungen korrigiert werden.

Kommt für mich eine ICL in Frage?

Eine ICL ist für Sie eine Option, wenn einer der aufgeführten Aspekte auf Sie zutrifft:

  • Starke Kurzsichtigkeit (mehr als -8 Dioptrien)
  • Starke Weitsichtigkeit (mehr als +3 Dioptrien)
  • Extreme Hornhautverkrümmung kombiniert mit einer Fehlsichtigkeit
  • Hornhaut des Auges wird immer dünner und kegelförmiger (Keratokonus)
  • Ungeeignet für eine Augenlaserbehandlung

Meist wird die Phake Linse bei Patienten im Alter von 18 bis 45 Jahren eingesetzt. Im höheren Alter treten häufig Linsentrübungen (Grauer Star) und Altersweitsichtigkeit auf, sodass dann sogar ein Austausch der körpereigenen Linse gegen eine Multifokallinse empfehlenswert ist, welche zu einer Korrektur der Sehfähigkeit in der Nähe und Ferne führt.

Damit Sie eine Phake Linse erhalten können, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Älter als 18 Jahre
  • Keine Schwangerschaft
  • Konstante Sehkraft seit mindestens einem Jahr
  • Genügend Platz im Auge zum Einsetzen der ICL
  • Kein erhöhter Augeninnendruck (Grüner Star)
  • Keine entzündliche Augenerkrankung oder Augenverletzung
  • Vorzugsweise noch keine früheren Augenoperation
  • Keine Fehlsteuerung des Immunsystems, das körpereigene Strukturen angreift (Autoimmunerkrankung)

Was muss ich zu der Operation wissen?

Die Operation zum Einsetzen ist ein Routine-Eingriff und ist oft binnen 15 Minuten durchgeführt. Sehr wichtig ist eine eingehende und genaue Untersuchung der Augen im Vorfeld.

  • Wie wird die ICL eingesetzt?

    Vor der ambulanten Augen-Operation werden Ihr Auge sorgfältig untersucht und die darin liegenden Strukturen vermessen, um die zu implantierende Phake Linse individuell anzupassen. Vor dem Eingriff werden Ihnen Augentropfen in Ihr Auge geträufelt, welche die Pupille vergrößert und das Auge betäubt, sodass Sie während der Operation (OP) keine Schmerzen und meist nur einen leichten Druck im Auge spüren. Wenn Sie es wünschen, kann der Arzt Ihnen ein Beruhigungsmittel verabreichen. Nach einem 2 mm-Schnitt am Rand der Hornhaut wird die künstliche Linse in gefalteter Form in das Auge eingebracht. Sie entfaltet sich anschließend und wird dann in die richtige Position gebracht. Der kleine Operationsschnitt verschließt sich selbstständig wieder. Insgesamt dauert die OP nur knapp eine Viertelstunde.

  • Was muss ich nach der ICL-Operation beachten?

    Die Phake Linse wird zuerst in ein Auge eingesetzt und dann in einer zweiten Sitzung in das andere Auge. In der Regel erfolgt dies an zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Auf Wunsch können Sie auch beide Augen an einem Tag operieren lassen. Nach der Augen-Operation dürfen Sie nicht Auto fahren und keine Kontaktlinsen tragen. Körperliche Anstrengung sollten Sie ebenso zunächst vermeiden.

    Zum Schutz des Auges verwendet man nach der OP bis zum nächsten Tag entweder einen Verband oder eine durchsichtige Augenklappe. Am Tag der Operation reagieren Ihre Augen empfindlicher auf helles Licht und können tränen. Sie sollten die ersten Tage regelmäßig Augentropfen anwenden und nicht Ihr Auge reiben. In der Nacht könnten Sie beispielsweise auf eine Schlafmaske beziehungsweise medizinische Augenklappe zurückgreifen.

    Ihren alltäglichen Aktivitäten werden sie bald nach der Operation wieder nachkommen können. Nach zwei bis vier Tagen können Sie in der Regel wieder arbeiten.

    Eine genaue Übersicht über das Verhalten nach der Operation erhalten Sie auch von Ihrem Operateur.

  • Ist die ICL-Operation ein sicheres Verfahren?

    Diese Operation wird schon lange Zeit durchgeführt und es treten nur in wenigen Fällen Komplikationen auf. Dazu zählen:

    • Erhöhung des Augeninnendrucks (Grüner Star)
    • Wasseransammlungen in der Hornhaut (Hornhautödeme)
    • Blutansammlungen im vorderen Bereich des Auges (Hyphaema)
    • Infektion des Auges (Endophthalmitis)
    • Trübung der körpereigenen Linse (Grauer Star)
    • Verziehung der Pupille
    • Unverträglichkeit der eingesetzten Linse
    • In der Nacht: Helle Ringe um Leuchtquellen (Halos) und eine erhöhte Blendempfindlichkeit

    In regelmäßigen Nachsorgeterminen mit kurzem zeitlichen Abstand sowie in nachfolgenden jährlichen Kontrolluntersuchungen wird Ihr Auge untersucht, sodass rechtzeitig Veränderungen erkannt und behandelt werden können. Eine Erblindung ist bei dieser Behandlungsmethode bisher nicht aufgetreten.

Häufige Fragen

  • Wie gut sieht man mit der ICL?

    Nach der Operation werden Sie von Tag zu Tag besser sehen können. In einigen Fällen zeigt sich bereits am nächsten Tag eine deutliche Verbesserung des Sehvermögens. Manchmal kann es aber ein paar Wochen dauern, bis Sie Ihre vollständige Sehfähigkeit erreichen. Mit der implantierbaren Kontaktlinse sehen Sie klar, scharf und teilweise sogar besser als mit einer Brille vor der Operation.

  • Wie lange bleibt die ICL im Auge?

    Die Phake Linse kann dauerhaft im Auge bleiben. Verschlechtert sich Ihre Sehschärfe im Laufe des Lebens, kann die künstliche Linse mit einem Laser nachbehandelt oder die ursprüngliche ICL gegen eine ICL mit einer anderen Linsenstärke ausgetauscht werden.
    Man kann die implantierbare Kontaktlinse auch entfernen und ein anderes Behandlungsverfahren anwenden, beispielsweise bei Auftreten der Altersweitsichtigkeit (Presbyopie) oder bei Trübung der körpereigenen Linse (Grauer Star).

  • Wie viel kostet eine ICL?

    Eine implantierbare Kontaktlinse kostet meistens mehrere tausend Euro, abhängig von Ihrer Linsenstärke und dem Typ der Linse. Die Phake Linse müssen Sie in der Regel selbst zahlen, da die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten nicht übernehmen. Private Kassen übernehmen die Kosten abhängig von Ihrem Versicherungsvertrag und den vereinbarten Bedingungen.

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