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Hüftarthrose

Hüftarthrose ist eine häufige Ursache für langandauernde Schmerzen bei der Bewegung sowie allgemeinen Bewegungseinschränkungen in der Hüfte. Neben einer ausführlichen Diagnose können bereits im Frühstadium Therapien ohne Operation eingeleitet werden. In späten Stadien mit ausgeprägten Schmerzen stehen verschiedene Therapieverfahren - wie auch eine Operation mit Totalendoprothese - zur Verfügung.

Dieser Ratgeber auf einen Blick:

  1. Risikofaktoren
  2. Symptome
  3. Diagnose
  4. Therapieverfahren
  5. Kliniken

Welche Risikofaktoren für Hüftarthrose sind bekannt?

Die Hüftgelenksarthrose, eine Gelenkverschleißerkrankung, entsteht, wenn der Knorpel des Gelenks immer weiter geschädigt wird und der Knorpel den Knochen weniger gut vor Druckbelastungen schützen kann. Dies kann durch unterschiedliche Weise hervorgerufen werden, wobei nachfolgende Risikofaktoren entscheidend sind.

Die Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung einer Hüftgelenksarthrose ist in folgenden Fällen erhöht:

  • Steigendes Lebensalter
  • Weibliches Geschlecht
  • Genetische Veranlagung
  • Absterben des Oberschenkelkopfes unterhalb des Knorpels in der Hüftpfanne (Hüftkopfnekrose)
  • Einklemmung zwischen Hüftkopf und Pfanne durch knöcherne Auswüchse (Hüftimpingement)
  • Durchblutungsstörung des Hüftkopfes (Morbus Perthes)
  • Abrutschen der Wachstumsfuge in der Pubertät (Epiphysiolyse)
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Fehlstellung des Hüftgelenks
  • Überlastung des Hüftgelenks
  • Entzündung des Hüftgelenks
  • Verletzung in der Hüfte
  • Fehlstellung der Hüfte
  • Formabweichung des Hüftkopfes und/oder der Hüftpfanne
  • Knorpelschäden
  • Durchblutungsstörung des Hüftkopfes
  • Erkrankungen der Gelenkschleimhaut
  • Eisenspeicherkrankheit
  • Diabetes mellitus
  • Gicht
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Bluter-Krankheit (Hämophilie)
  • Medikamente gegen Bakterien, wie beispielsweise Gyrasehemmer

Welche Symptome sind typisch für eine Hüftarthrose?

Eine Hüftgelenksarthrose kann mit verschiedenen Beschwerden einhergehen:

  • Schmerzen nach längeren Ruhezeiten, die nach ein paar Schritten wieder nachlassen (Anlaufschmerz)
  • Schmerzen beim Treppensteigen (Belastungsschmerz)
  • Leistenschmerz, der bis in das Kniegelenk ausstrahlen kann
  • Schmerzen beim Übereinanderschlagen der Beine
  • Drehbewegungen, die Sie beispielsweise beim Aussteigen aus dem Auto vollführen, fallen schwerer
  • Das Beugen, das Strecken und die Abspreizung der Beine fallen schwerer
  • Schonhinken und Einknicken
  • Gelenke sind für wenige Minuten steif (Morgensteifigkeit)
  • Knack- und Reibegeräusche
  • Verminderte Gehstrecke

Eine fortgeschrittene Arthrose kann auch mit einer Entzündung des Gelenks (Arthritis) einhergehen, bei der eine Schwellung, eine Überwärmung oder eine Rötung zu erkennen sein können. Die Schmerzen treten dann meist auch in Ruhe und in der Nacht auf und nicht mehr vorrangig bei Belastung oder nach einem anstrengenden Tag. Sie können an unterschiedlichen Stellen im Gelenk auftreten und sich verschiedenartig, beispielsweise brennend, äußern.

Wie wird eigentlich eine Hüftarthrose diagnostiziert?

Zuerst wird Sie der Arzt in einem ausführlichen Gespräch über Ihre Beschwerden befragen. Dabei ist für ihn unter anderem wichtig, wo sich die Schmerzen befinden, wann die Schmerzen auftreten und wie lange die Schmerzen schon bestehen. Zudem ist es für den Arzt hilfreich, wenn er über Ihre Vorerkrankungen, Ihre Voroperationen, Ihre Medikamente und die Erkrankungen in Ihrer Familie Bescheid weiß.

In der körperlichen Untersuchung wird sich der Arzt auch Ihre Hüfte genau anschauen und abtasten, um unter anderem Schwellungen oder eine Druckempfindlichkeit festzustellen. Darüber hinaus misst er die Beinlänge, untersucht Ihr Becken auf einen Schiefstand und prüft die Hüftbeweglichkeit, Ihren Gang und Ihre Haltung. Zusätzlich untersucht er die Durchblutung und testet auf das Vorliegen von Nervenfunktionsstörungen.

Im Röntgenbild kann man eine Hüftgelenksarthrose typischerweise an einem verschmälerten Spalt zwischen den Gelenksflächen im Hüftgelenk erkennen. Darüber hinaus treten Knochenauswüchse (Osteophyten) sowie im Knochen unter dem Knorpel des Gelenkes verdichtete Bereiche (subchondrale Sklerosierung), die durch Calciumeinlagerungen entstehen, und mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume (subchondrale Geröllzysten) auf. Auch Fehlformen der Gelenkbestandteile kann man auf dem Röntgenbild erkennen. Die Bänder, die Muskeln, die Gelenkkapsel oder ein eventuell aufgetretener Hüftgelenkserguss können in einer Ultraschalluntersuchung (Sonographie) sichtbar gemacht werden. Zu Beginn der Hüftgelenksarthrose kann der Knorpelverschleiß mit dem Röntgenverfahren noch nicht dargestellt werden, weshalb man eine Magnetresonanztomographie (MRT) einsetzen kann. Damit kann man potenzielle Schäden an Sehnen, Bändern oder Menisken aufdecken sowie Flüssigkeitseinlagerungen im Knochenmark (Knochenmarksödeme) sichtbar machen.

Mithilfe einer Gelenkpunktion kann angesammelte Flüssigkeit im Hüftgelenk auf Krankheitserreger und Entzündungen untersucht werden, um andere Erkrankungen auszuschließen. Zudem kann zeitgleich die Flüssigkeit entfernt werden, sodass die Hüfte durch den sinkenden Innendruck für einige Zeit entlastet wird und der Schmerz abnimmt.

Zum Ausschluss anderer Erkrankungen ist eine Blutuntersuchung hilfreich, bei der man unter anderem Entzündungswerte, bestimmte Eiweiße (Antikörper) und Harnsäurewerte bestimmt.

Eine spezielle Untersuchung ist die Arthroskopie. Dies ist eine Gelenkspiegelung, bei der durch kleine Schnitte verschiedene Instrumente, wie zum Beispiel ein dünner Schlauch mit einer Kamera am Ende (Endoskop), eingeführt werden, um das Innere des Gelenks genau beurteilen zu können. Darüber hinaus kann dieses Verfahren für die Therapie genutzt werden.

Welche Therapiemöglichkeiten bestehen bei einer Hüftarthrose?

Die Ziele in der Arthrose-Therapie sind vor allem das Voranschreiten des Gelenkverschleißes zu verlangsamen sowie die Schmerzen zu lindern und die Bewegungseinschränkungen zu behandeln.

Welche Therapieform bei Ihnen angewendet werden kann, muss in einem individuellen Gespräch mit einem Facharzt geklärt werden, der eine genaue Auskunft über Ihre Erkrankung, Befunde und Begleiterkrankungen hat.

Ist die Arthrose-Erkrankung in einem frühen Stadium, kann man versuchen, nicht-operative Maßnahmen anzuwenden. Sie können Ihre Gelenke mit verschiedenen Übungen im Rahmen eines Eigenübungsprogrammes oder durch Sportarten wie Schwimmen, Wandern oder Radfahren, wieder beweglicher machen und auch Ihre Muskulatur stärken. Bewegen Sie sich daher viel. Auch Physikalische Therapie, wie Massagetherapie, Elektrotherapie oder Schlammpackungen (Hydrotherapie) können helfen. Bewegungstherapie stellt ebenfalls eine Behandlungsmöglichkeit dar. Die Übungen kommen aus den Bereichen, wie Tai-Chi, Dehnung, Kräftigung und Gleichgewicht. Diese können sie selbst oder unter Anleitung geschulter Sporttherapeuten beim Reha-Sport oder in Hüftsport-Gruppen in Reha-Zentren beziehungsweise im Sportverein durchführen. So erhöhen Sie Ihre Lebensqualität und mindern Ihre Schmerzen. Mit der Manuellen Therapie, einer speziellen Krankengymnastik, werden Gelenke mobilisiert und Verspannungen sowie Verklebungen der Gewebe gelöst.

Vermeiden Sie Übergewicht, um Ihre Gelenke zu entlasten. Sie können zur Gelenkentlastung auch Gehhilfen nutzen, deren richtiger Einsatz mit Ihnen in einer physiotherapeutisch angeleiteten Gangschule geübt wird. Umgehen Sie im Alltag körperlich einseitige Belastungen, das Liegen auf Ihrer erkrankten Seite sowie hüftbelastende sportliche oder berufliche Aktivitäten und das Tragen schwerer Lasten. Außerdem helfen Schuhe mit stoßdämpfenden Sohlen zur Verminderung der Beschwerden. Eine Wärmeanwendung kann die Durchblutung und damit die Versorgung des Hüftgelenks verbessern, den Transport der Abfallprodukte aus dem Gelenk fördern und die Verspannungen der Muskulatur lösen. Im Falle eines starken Entzündungszustandes wirkt hingegen Kälte besser, um die Beschwerden zu lindern. Massagen können auch hilfreich sein bei Arthrose, denn durch sie werden Verspannungen gelöst, die bei länger bestehenden Schmerzen in der Hüfte entstehen.

Als Entzündungshemmer und Schmerzmittel können Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), wie Ibuprofen, eingesetzt werden, welche jedoch nach längerer Therapiedauer zu unerwünschten Nebenwirkungen führen können. Häufig erhalten Sie während dieser medikamentösen Therapie zum Schutz Ihres Magen-Darm-Traktes das Medikament namens Protonenpumpen-Hemmer. Generell werden für Sie diejenigen Schmerzmittel ausgewählt, die für Sie individuell und für Ihre Schmerzstärke am besten sind. Bei starken Schmerzen kann man Ihnen Cortison in das Hüftgelenk spritzen, wodurch die Schmerzen für kurze Zeit abnehmen und das Gelenk abschwillt. Gleichzeitig kann vorhandene Reizflüssigkeit aus dem Gelenk entnommen werden. Auch Hyaluronsäure kommt als gespritztes Medikament zum Einsatz, welches das Hüftgelenk wieder beweglicher machen soll. Als Knorpelschutz sind verschieden aufbereitete Bestandteile des Knorpelstoffwechsels, wie Glucosaminsulfat, als Injektion in das Gelenk möglich, die zwar erst nach einiger Zeit wirken, dafür jedoch längerfristig. Bezüglich der Wirksamkeit von Vitaminpräparaten, Pflanzenmedikamenten (Phytotherapeutika) oder Homöopathika können bisher keine sicheren wissenschaftlichen Aussagen getroffen werden.

Zur optimalen Ernährung bei Arthrose sind bisher noch nicht so viele wissenschaftliche Studien durchgeführt worden, um eindeutig wirksame Empfehlungen aussprechen zu können. Positiv auf den Gelenkstoffwechsel scheinen sich Kräutertee, grüner Tee, Kaltwasserfische (zum Beispiel Forelle), Obst, Gemüse und Milchprodukte mit einem geringen Fettgehalt auszuwirken.

Ist Ihre Hüftarthrose bereits fortgeschritten oder ist Ihre Lebensqualität stark eingeschränkt, kann über eine Operation nachgedacht werden. Die Operationen können gelenkerhaltend, teilweise minimalinvasiv mit Hilfe der Arthrodese, oder unter Einsatz einer Hüftprothese erfolgen. Welches Verfahren zum Einsatz kommt, sollte individuell mit einem Experten besprochen werden.

Es stehen dazu verschiedene operative Verfahren zur Auswahl:

  • Lavage

    Spülung des Hüftgelenks mit Kochsalzlösung zur Entfernung von Knorpel- und Gewebefasern aus der Gelenkflüssigkeit

  • Debridement

    Abschliff rauer Knorpeloberflächen und Entfernung von Gelenkanteilen, welche die Beweglichkeit des Hüftgelenks einschränken

  • Mikrofrakturing

    Anbohrung der Knorpeloberfläche zur Aktivierung der Knorpelzellen, damit diese Ersatzgewebe produzieren

  • Abrasion

    Auffräsung der Knorpeloberfläche zur Freilegung der Blutgefäße und dadurch Förderung des Wachstums eines Ersatzknorpels

  • Umstellungsosteotomie/Korrekturosteotomie

    Änderung der Ausrichtung des Beckens oder der Oberschenkelknochen zur Umverteilung der Belastung

  • Endoprothetischer Gelenkersatz

    Ersatz eines Teil des Gelenks oder des gesamten Hüftgelenks durch ein künstliches Gelenk. Unter unserem Ratgeber künstliches Hüftgelenk finden Sie alle Informationen zur Implantation eines künstliches Hüftgelenks.

Unserer Ratgeber aus dem Bereich Orthopädie

In folgenden Ratgebern stellen wir aktuelle Behandlungsmethoden vor und zeigen Ihnen, welche Krankenhäuser und Experten sich auf Orthopädie spezialisiert haben.

Kliniken für Hüftarthrose

In Deutschland gibt es 997 Kliniken für Hüftarthrose. Klinikradar hat die neusten offiziellen Qualitätsdaten aller Krankenhäuser ausgewertet und Kliniken mit besonders hoher Expertise bei der Behandlung von Hüftarthrose ermittelt. Vergleichen Sie Kennzahlen und Behandlungsangebot, um die für Sie beste Klinik für Hüftarthrose zu finden.

  1. Asklepios Klinikum Bad Abbach

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      2.577 Fälle in 2 Fachabteilungen
    • Mittelgroßes Krankenhaus
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  2. Schön Klinik Neustadt

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    • Hüftarthrose
      2.027 Fälle
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      327 Betten
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  3. Helios Endo-Klinik Hamburg

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