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Grauer Star

Der Graue Star (Katarakt) ist eine Erkrankung der Augenlinse. Stoffwechselerkrankungen, Medikamente und viele weitere Ursachen führen über die Jahre zu einer Trübung der Augenlinse. Mit der Zeit bemerken Sie eine deutliche Abnahme der Sehschärfe, verschwommenes Sehen sowie eine ausgesprochene Blendempfindlichkeit. Bei deutlich herabgesetzter Sehschärfe kann ein Ersatz der Linse durchgeführt werden. Dieser Eingriff zählt mit zu den häufigsten chirurgischen Eingriffen.

Was sind die Ursachen für einen Grauen Star (Katarakt)?

In einigen Fällen ist die Katarakt bereits von Geburt an vorhanden. Man spricht hierbei vom kindlichen Katarakt. Die angeborenen Formen können erblich bedingt sein oder durch Infektionen, zum Beispiel Röteln, im Mutterleib erworben werden. Auch durch eine angeborene Stoffwechselstörung mit Milchzucker-Überschuss im Blut als Folge (Galaktosämie) kann es zu einer Linsentrübung kommen.

Die meisten Katarakte entstehen jedoch im Laufe des Lebens. Vor allem im Alter verändert sich die Augenlinse durch einen verlangsamten Stoffwechsel derart, dass die Linse ihre normale Funktion nicht mehr erfüllen kann. Man spricht von einem Alterskatarakt. Durch Verletzung der Linse, operative Eingriffe am Auge und in Folge von Augenerkrankungen kann es ebenfalls zu einer Linsentrübung kommen. Auch Strahlenexposition, Blitzschlag und manche Medikamente wie Cortison sind mögliche Ursachen. Darüber hinaus können Katarakte parallel zu verschiedenen anderen Krankheiten auftreten, wie dem Nierenversagen (Niereninsuffizienz), der Stoffwechselerkrankung Diabetes mellitus und der Kupferspeicherkrankheit (Morbus Wilson). Menschen mit Down-Syndrom (Chromosomenabweichung, Trisomie 21) entwickeln häufiger einen Katarakt.

Was sind Risikofaktoren für die Entwicklung eines Grauen Stars (Katarakt)?

Die Linsentrübung schreitet unter manchen Faktoren schneller voran. So begünstigen starkes Übergewicht, Rauchen und Alkoholkonsum den Grauen Star. Daher sollten Sie einen gesunden Lebensstil verfolgen. Auch die Stoffwechselerkrankung Diabetes mellitus hat einen negativen Einfluss auf die Erkrankung, sodass Sie als Diabetiker besonders auf einen gut eingestellten Blutzuckerspiegel achten sollten.

Was schützt vor der Erkrankung Grauer Star (Katarakt)?

Einen positiven Einfluss auf den Grauen Star und damit eine Senkung des Katarakt-Risikos hat vor allem Vitamin C. Dieses Vitamin reichert sich in der Augenflüssigkeit um die Linse herum an und schützt diese. Auch Vitamin A und Carotinoide können vorbeugen. Mit einer gesunden Ernährung, die reichlich Obst und Gemüse enthält, ist ihr Bedarf ausreichend gedeckt. Bewegung sowie das Tragen von Sonnenbrillen bei starker Sonneneinstrahlung können die Augenlinse schützen und die Ausbildung eines Kataraktes hinauszögern.

Welche Symptome bemerke ich bei einem Grauen Star (Katarakt)?

Die Anzeichen eines Grauen Stars entwickeln sich langsam im Laufe der Erkrankung. Durch die Linsentrübung stehen Sehverschlechterungen im Vordergrund:

  • Abnahme der Sehschärfe
  • Verschwommenes Sehen
  • Abnahme des Farbensehens
  • Kontrastverlust
  • Blendungsempfindlichkeit
  • Doppelbilder auf dem betroffenen Auge
  • Kurzsichtigkeit (Trübung im Kernbereich der Linse/Weitsichtigkeit (Trübung im Randbereich der Linse)
  • Eine von Geburt an bestehende kindliche Katarakt kann zusätzlich zu Augenzittern (Nystagmus), Schielen (Strabismus) und verzögerter motorischer Entwicklung führen.

Welche Untersuchungen werden bei Katarakt durchgeführt?

Im fortgeschrittenen Stadium ist die Katarakt bereits mit bloßem Auge als grau-gelblich-bräunliche Trübung zu erkennen.

Um die Erkrankung des Grauen Stars festzustellen, wird Ihr Auge vom Augenarzt ausgeleuchtet und unter Vergrößerung untersucht.
Mit einem Augenspiegel (Ophthalmoskop) im Abstand von 30 cm leuchtet der Augenarzt in das Auge. Im Normalfall erscheint die Pupille rot. Die Linsentrübung verursacht dunkle Stellen in der roten Pupille, bei extremer Linsentrübung ist kein rotes Licht mehr zu sehen.

Ebenfalls kann ein Untersuchungsgerät mit dem Namen Spaltlampenmikroskop verwendet werden, um detaillierte Informationen über die Trübung zu erhalten, wie beispielsweise die genaue Lage sowie die Ausdehnung. Dabei können auch Augenverletzungen bzw. -erkrankungen als Ursache für eine Katarakt aufgedeckt werden.

Bei beiden Verfahren vergrößert der Augenarzt vor der Untersuchung medikamentös Ihre Pupille, um bessere Sicht auf die darunter liegende Augenlinse zu erhalten.

Welche Therapiemöglichkeiten bestehen bei Grauem Star (Katarakt)?

Eine Therapie ist nicht immer nötig. Meistens behandelt man die Katarakt, wenn selbst mit Sehhilfsmitteln die Sehschärfe nicht optimal oder die Blendungsempfindlichkeit zu hoch ist. Eine Behandlung ist auch dann notwendig, wenn es durch die Katarakt zur Sehnervenschädigung (Glaukom) kommt oder die Linsentrübung die Sicht auf den Augenhintergrund einschränkt, die der Augenarzt zur Kontrolle von manchen Augenkrankheiten benötigt.

Bisher kann man den Grauen Star nur operativ behandeln, außer beim Auftreten des Kataraktes im Rahmen der Stoffwechselstörung Galaktosämie. In diesem Fall bildet sich die Katarakt durch galaktosefreie Diät wieder zurück.

Die Katarakt-OP ist weltweit die am häufigsten durchgeführte Operation. Im Vorfeld der OP sind eine Prüfung der Sehschärfe sowie eine Untersuchung des Auges im Hinblick auf andere Erkrankungen nötig. Abgesehen von den komplizierten Fällen erfolgt der Eingriff ambulant und kurze Zeit nach der Operation können Sie unter Begleitung wieder nach Hause.

Die Operation erfolgt meist unter Betäubung des Auges und mit einem Beruhigungsmittel, in wenigen Fällen unter Vollnarkose. Vor dem Eingriff vergrößert man die Pupille medikamentös.
Prinzipiell wird bei der Katarakt-OP zuerst die Linse mit der Katarakt entfernt und anschließend durch eine künstliche Linse ersetzt.
Es gibt drei Hauptmethoden, die Linse zu entfernen:

  • Intrakapsuläre Kataraktextraktion (ICCE)

    Die Intrakapsuläre Kataraktextraktion (ICCE) kommt heutzutage selten zum Einsatz. Die Augenlinse friert man an die umgebende Linsenkapsel an und entnimmt beides dann am Stück.

  • Extrakapsuläre Kataraktextraktion (ECCE)

    Die Extrakapsuläre Kataraktextraktion (ECCE) belässt hingegen den hinteren Teil der Linsenkapsel im Auge und man löst zuerst das Zentrum und anschließend die Rinde der Augenlinse in einzelnen Stücken heraus.

  • Phakoemulsifikation

    Derzeit ist die Phakoemulsifikation das bevorzugte Verfahren. Hierbei wird ebenfalls der hintere Teil der Linsenkapsel im Auge belassen und die Rinde der Linse in einzelnen Stücken entnommen. Im Unterschied zur vorher genannten ECCE-Methode entfernt man jedoch das Zentrum der Linse nicht am Stück, sondern zerkleinert dieses mit dem Ultraschall.
    Im Anschluss an die Linsenentnahme setzt man eine Kunststoff- oder Silikonlinse in die Linsenkapsel ein. Wurde die Linsenkapsel vollständig im Rahmen der Operation entfernt, wird die künstliche Linse an Strukturen weiter vorne im Auge befestigt.

    Sie dürfen erst wieder aktiv am Straßenverkehr teilnehmen, wenn Sie mit Ihrem Augenarzt Rücksprache gehalten haben und dieser nach Prüfung Ihrer Sehfähigkeit die Unbedenklichkeit Ihrer Teilnahme erteilt hat. In regelmäßigen Abständen nach dem Eingriff werden Ihre Augen untersucht und ggf. Sehhilfen verordnet.

  • Komplikationen bei der Operation

    Die Operation am Grauen Star gehört zu den häufigsten Operationen, die durchgeführt werden. Trotz der großen Routine in den Kliniken birgt jede Operation spezielle Risiken. Insgesamt treten bei <1% der Patienten Komplikationen während oder nach der Operation auf. Besprechen Sie Ihre spezielle Situation mit Ihrem Operateur.

    Während der Operation kann es unter anderem zu folgenden Zwischenfällen kommen:

    • Allergische Reaktion und Herz-Kreislauf-Funktionsstörungen durch Narkosemittel
    • Einblutung in das Auge durch Verletzung einer gefäßreichen Augenschicht
    • Ablösung oder Schädigung von Schichten des Auges
    • Eindringen von Teilen der Linse in andere Augenstrukturen
    • Hinausdrücken des Augeninneren durch den Schnitt am Auge

    Nach Abschluss der Operation sind verschiedene Veränderungen im Auge möglich:

    • Infektion des Auges (Endophthalmitis)
    • Schädigung des Sehnervs (Glaukom)
    • Ansammlung von Flüssigkeit in der Mitte der Netzhaut (Makulaödem)
    • Bläschenbildung an der Augenhornhaut (Bullöse Keratopathie)
    • Ablösung der Netzhaut
    • Druckabsenkung im Inneren des Auges
    • Verwachsungen im Bereich des für die Katarakt-OP gesetzten Schnittes
    • Bildung eines Nach-Stars an der neu eingesetzten Linse (kann mit einer Laserbehandlung behoben werden)
  • Ratschläge nach der Operation

    Zur Vorbeugung werden nach der Operation Antibiotika und Mittel zur Entzündungshemmung verschrieben. Das operierte Auge sollten Sie vor Reizung schützen:

    • Reiben Sie nicht Ihr Auge.
    • Schlafen Sie auf der Seite des nicht operierten Auges und tragen Sie ggf. Augenschutz.
    • Verwenden Sie keine reizenden Mittel, wie zum Beispiel Seife.
    • Vermeiden Sie körperliche Anstrengungen.
    • Tragen Sie spezielle vom Optiker angepasste Sonnenbrillen, die das Blaulicht herausfiltern.

Unserer Ratgeber aus dem Bereich Augenheilkunde

In folgenden Ratgebern stellen wir aktuelle Behandlungsmethoden vor und zeigen Ihnen, welche Krankenhäuser und Experten sich auf Augenheilkunde spezialisiert haben.

Kliniken für Grauer Star

In Deutschland gibt es 222 Kliniken für Grauer Star. Klinikradar hat die neusten offiziellen Qualitätsdaten aller Krankenhäuser ausgewertet und Kliniken mit besonders hoher Expertise bei der Behandlung von grauem Star ermittelt. Vergleichen Sie Kennzahlen und Behandlungsangebot, um die für Sie beste Klinik für Grauer Star zu finden.

  1. Klinik Manhagen

    Viele Fälle im Bereich Grauer Star
    • Grauer Star
      3.764 Fälle
    • Kleines Krankenhaus
      124 Betten
    Fachabteilung für Grauer Star:
  2. Augenklinik Berlin Marzahn

    Viele Fälle im Bereich Grauer Star
    • Grauer Star
      1.875 Fälle
    • Fachklinik für Augenheilkunde
      51 Betten
    Fachabteilung für Grauer Star:
  3. Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum

    Viele Fälle im Bereich Grauer Star
    • Grauer Star
      1.561 Fälle
    • Großes Krankenhaus
      479 Betten
    • Universitätsklinikum
    Fachabteilung für Grauer Star:
    • Anmerkung der Abteilung: Ambulante und stationäre Katarakt-Operationen Premium-Linsen Herkömmliche minimal-invasive Kleinschnitt-Kataraktoperation Femtosekundenlaser mit hochauflösender 3D-Bildgebung Intraoperative Biomophometriegeräte zur Ergebnisoptimierung als High-Tech-Option .

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Kliniklisten: Behandlungen in der Augenheilkunde

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