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Die Abteilung Stereotaktische und Funktionelle Neurochirurgie am Universitätsklinikum Freiburg gehört zu den erfahrensten Zentren ihrer Art im deutschsprachigen Raum. Als Teil des Neurozentrums behandeln wir Patientinnen und Patienten, bei denen neurologische Erkrankungen wie Bewegungsstörungen, Hirntumoren, schwere Epilepsie, chronische Schmerzsyndrome oder therapieresistente psychiatrische Erkrankungen mit hochpräzisen, minimalinvasiven Verfahren behandelt werden können.
Die Anfänge der Stereotaxie in Freiburg reichen in die 1950er Jahre zurück. Seither verbindet die Abteilung eine mehr als sechs Jahrzehnte lange Behandlungstradition mit dem aktuellen Stand der Forschung. Unsere Spezialistinnen und Spezialisten entwickeln für jeden Patienten ein individuell zugeschnittenes Behandlungskonzept – stets in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit mit Neurologie, Neuroradiologie, Neuropsychologie und weiteren Fachdisziplinen des Neurozentrums.
Ja. Für gesetzlich Versicherte ist eine Überweisung vom Haus- oder Facharzt erforderlich. Privatpatienten melden sich direkt beim Sekretariat der Abteilung. Bitte legen Sie zur Anmeldung bereits relevante Vorbefunde und aktuelle Arztbriefe bei – das beschleunigt die Terminfindung erheblich und ermöglicht eine gezieltere Vorbereitung auf das Erstgespräch.
Im Erstgespräch nehmen wir uns Zeit für Ihre Krankengeschichte: Symptome, bisherige Behandlungen, Medikamente und Ihre persönliche Situation. Darauf folgt eine körperlich-neurologische Untersuchung. Gemeinsam besprechen wir dann, welche diagnostischen oder therapeutischen Schritte sinnvoll sind – und was die Abteilung konkret für Sie tun kann. Das Gespräch dauert je nach Vorgeschichte zwischen 30 und 60 Minuten. Bringen Sie bitte alle verfügbaren Befunde, Bildgebungen und einen aktuellen Medikamentenplan mit.
Für allgemeine Ambulanztermine ist in der Regel eine Wartezeit von wenigen Wochen üblich. Für spezialisierte Behandlungsverfahren wie den fokussierten Ultraschall (HiFUS) ist die Nachfrage sehr hoch – hier müssen sowohl für den Ersttermin als auch für die Behandlung mehrmonatige Wartezeiten eingeplant werden. Eine individuelle Prognose ist leider nicht möglich. Die Abteilung arbeitet strikt nach Eingangsreihenfolge und meldet sich unaufgefordert, sobald Ihre Anfrage bearbeitet wurde.
Hilfreich sind: aktuelle Arztbriefe und Entlassberichte, Befunde von Neurologen oder anderen Fachärzten, Bildgebungen (MRT/CT auf CD oder als QR-Code), ein aktueller Medikamentenplan sowie bei Voroperationen im Bereich Kopf oder Herz die entsprechenden Operationsberichte und ggf. Geräteausweise (z. B. Herzschrittmacherausweis). Für die HiFUS-Voranmeldung müssen diese Unterlagen vorab per E-Mail eingereicht werden, bevor ein Termin vergeben werden kann.
Beide von der Abteilung hauptsächlich eingesetzten Verfahren – die Tiefe Hirnstimulation und der fokussierte Ultraschall – werden von den gesetzlichen Krankenversicherungen bei zugelassenen Indikationen erstattet. Voraussetzung ist in der Regel, dass eine medikamentöse Therapie zuvor ausreichend erprobt wurde. Privatpatienten und Selbstzahler erhalten auf Anfrage eine Kostenaufstellung. Für Patienten aus dem Ausland ohne deutsche Krankenversicherung koordiniert der International Medical Service (IMS) alle Kostenfragen.
Diagnostik, Beratungsgespräche, Nachkontrollen und die Einstellung von Stimulationsgeräten erfolgen in der Regel ambulant – Sie kommen zu einem Termin und fahren noch am selben Tag nach Hause. Operative Eingriffe wie die Implantation eines DBS-Systems oder die HiFUS-Behandlung erfordern einen stationären Aufenthalt. Dieser dauert je nach Verfahren typischerweise zwischen 5 und 10 Tagen. Die genaue Planung wird mit Ihnen im Vorfeld abgestimmt.
Nach der Entlassung übernimmt Ihr niedergelassener Neurologe die laufende Betreuung in enger Abstimmung mit unserem Abteilungsteam. Regelmäßige ambulante Kontrolltermine in der Abteilung sind insbesondere in der ersten Zeit nach dem Eingriff vorgesehen – etwa zur Einstellung und Optimierung von Stimulationsparametern. Bei akuten Fragen oder unerwarteten Symptomen können Sie jederzeit Kontakt zur Ambulanz aufnehmen. Ein schriftlicher Entlassbrief mit klaren Nachsorgeempfehlungen wird Ihnen und Ihrem weiterbehandelnden Arzt zeitnah zugestellt.
Ja – die interdisziplinäre Zusammenarbeit ist ein wesentlicher Bestandteil des Behandlungskonzepts. Die Abteilung ist eingebettet ins Neurozentrum des Universitätsklinikums Freiburg und kooperiert eng mit der Klinik für Neurologie, der Neuroradiologie, dem Epilepsiezentrum, dem Interdisziplinären Schmerzzentrum sowie der Psychiatrie. Komplexe Fälle werden regelmäßig in gemeinsamen Fallkonferenzen (Tumorboards, Bewegungsstörungs-Konferenzen) besprochen, um die bestmögliche individuelle Therapieentscheidung zu treffen.
Die Abteilung ist aktiv in der klinischen Forschung tätig und führt regelmäßig Studien zu neuen Anwendungsgebieten und Weiterentwicklungen etablierter Verfahren durch. Eine Teilnahme ist freiwillig und wird gesondert besprochen. Aktuelle Studien – darunter auch Angebote für Patienten mit schwer behandelbarer Depression, Epilepsie oder neuartigen Stimulationsansätzen – sind auf der Website der Abteilung einsehbar. Sprechen Sie Ihr Behandlungsteam gerne darauf an.
Ja. Die Abteilung behandelt regelmäßig Patientinnen und Patienten aus dem In- und Ausland. Für alle, die keine deutsche Krankenversicherung haben – einschließlich Anfragen aus Österreich und der Schweiz – ist der International Medical Service (IMS) des Universitätsklinikums Freiburg der erste Ansprechpartner. Er koordiniert die Vorabprüfung, Kostenfragen und den gesamten Behandlungsablauf. Kontakt: info-international@uniklinik-freiburg.de
Bei medizinischen Fragen im Verlauf ist Ihr niedergelassener Neurologe die erste Anlaufstelle. Für Rückfragen, die die Behandlung in unserer Abteilung direkt betreffen – etwa Nachsorge, Gerätekontrolle oder Symptomveränderungen – erreichen Sie uns über das Patientenmanagement. Im Notfall wenden Sie sich bitte an die Notaufnahme des Universitätsklinikums oder rufen den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116 117) an. Schreiben Sie uns keine dringlichen Anfragen per E-Mail – diese werden nicht in Echtzeit bearbeitet.
Ja, ausdrücklich. Viele Patientinnen und Patienten kommen zu uns für eine zweite ärztliche Einschätzung – sei es zur Frage, ob ein Eingriff sinnvoll ist, oder zur Beurteilung einer bereits begonnenen Behandlung. Bringen Sie dazu bitte alle vorhandenen Befunde, Arztbriefe und Bildgebungen mit. Eine Zweitmeinung ist kein Misstrauensvotum gegenüber Ihrem bisherigen Arzt, sondern ein sinnvoller Schritt bei schwerwiegenden Behandlungsentscheidungen.