Alles zum Thema Ernährungsberatung

Es gibt kaum einen Bereich im Alltag, der mit soviel Verwirrung einhergeht, wie das Thema gesunde Ernährung. Dabei ist die Ernährung eines der wichtigsten Grundlagen der Gesundheit. Um durch das Chaos der Ernährungsmythen ein wenig Ordnung zu bringen, müssen wir erst einmal verstehen, wie Ernährung unsere Gesundheit beeinflusst und wie unser Körper grundlegend in der Gesundheit funktioniert. Auf dieser Grundlage ist es dann gar nicht mehr so schwer eine gesunde Ernährung zu beurteilen.

Wenn man sich umschaut, was sich so über die gesunde Ernährung finden lässt, dann ist man schnell verwirrt. Die einen sagen, es sind Kohlenhydrate, die dick machen, die anderen zeigen ihre Finger aufs Fett. Neben der Diskussion über die Makronährstoffe (Kohlenhydrate, Fett und Protein) und dem Körpergewicht als Garant der Gesundheit kommt noch die Mikronährstoffversorgung ins Spiel. Zu guter Letzt gibt es auch noch die ganze Welt der Superfoods, der Ballaststoffe und der sekundären Pflanzenstoffe, die es zu beachten gilt. Scheinbar ein unübersichtliches Feld, wo man als Laie kaum durchblicken kann. Daher fangen wir mal ganz am Anfang an.

Was ist eine gesunde Ernährung?

Viele Menschen denken, dass eine gesunde Ernährung einfach nur beinhaltet, dass man genug Energie und Nährstoffe bekommt und dennoch ein „gesundes“ Körpergewicht hat. Das ist ein stark simplifiziertes Bild von Gesundheit.

Körpergewicht

Es gibt auch schlanke Menschen, die krank werden, Diabetes Typ 2 bekommen oder an einem Herz-Infarkt sterben. Zwar geht Übergewicht meist einher mit einem erhöhten Risiko für diverse Krankheiten, aber schlank zu sein schützt nicht davor. Schlank ist nicht unbedingt gleich zu setzten mit gesund, aber gesund ist so gut wie immer gleich zu setzten mit schlank.

Nährstoffabdeckung

Mit der Nährstoffabdeckung verhält es sich ähnlich. Nicht jede Erkrankung basiert auf einem Nährstoffmangel und so kann man auch erkranken, wenn man mit allen Nährstoffen gut versorgt ist. Wenn man allerdings nicht mit allen Nährstoffen versorgt ist, trägt das zu vielen Erkrankungen bei, da der Körper dann nicht sinngemäß funktionieren kann. Dennoch ist die Nährstoffabdeckung nur einer von vielen Rädchen für die Gesundheit.

Genetik


Die Genetik spielt eine viel kleinere Rolle, als viele denken. Das lässt sich in Migrationsstudien schön zeigen, wo Menschen, die aus Ländern mit niedrigen Krankheitsrisiko (wie Japan) in Länder mit hohem Krankheitsrisiko auswandern (wie USA) und dort das neue Krankheitsrisiko annehmen. Es konnte auch regelmäßig gezeigt werden, dass sich selbst Gene, die mit erhöhtem Risiko für Erkrankungen in Verbindung gebracht werden können, durch einen gesunden Lebensstill ausgeschaltet werden können und solche, die eher vor Krankheiten schützen stärker bedient werden. Die Gene mögen zwar die Pistole der möglichen Erkrankungen beladen, aber wie wir uns ernähren, und unser Leben verbringen, zieht den Abzug. So haben wir mehr Einfluss auf unsere Gesundheit, als viele glauben. Nur weil die Großeltern und Eltern an Diabetes Typ 2 erkrankt sind, muss es einem nicht zwangsläufig auch so ergehen. Denn laut einer Schätzung aus der Nurse Study sind 80-90% der Diabetes Typ 2 Fälle rein auf den Lebensstil zurückzuführen. Aus meiner persönlichen Sicht vermutlich noch einiges mehr, denn dort wurden moderatere zu ungesunden amerikanischen Ernährungsweisen verglichen, die aber alle dennoch aus wissenschaftlicher Sicht bei der Entstehung diverser Erkrankungen beteiligt sind. Je gesünder die Ernährung, desto weniger spielt die Genetik eine Rolle. Ob diese schlussendlich bei 0% liegt, vermag niemand zu sagen.

Gesundheit: eine Frage des Gleichgewichts

Wenn es nun nicht nur das Körpergewicht, die Nährstoffversorgung oder die Genetik ist, die unsere Gesundheit bestimmt, was dann? Unser Körper ist ein faszinierendes System, denn es will immer zurück ins Gleichgewicht, auch Homöostase genannt. Für viele traditionellere Gesundheitslehren ist dieser Zustand die optimale Gesundheit und Krankheiten immer ein Ungleichgewicht im Gesamtsystem Körper. Auch wenn unsere westliche Medizin unseren Körper in einzelne Organe und Krankheitsbilder unterteilt hat, ist da viel Wahrheitsgehalt in diesen alten Lehren. Denn egal wieviel wir unseren Körper unterteilen wollen, es hängt doch alles zusammen. So kann die Genetik oder andere Umstände (wie zum Beispiel Viruserkrankungen, Verletzungen und Lebensstil) bestimmen, an welcher Stelle der Körper am ehesten krank wird, wenn wir uns nicht im Gleichgewicht befinden. Die Ursache aber ist, was unser System ins Ungleichgewicht bringt. 

Das klingt jetzt erstmal komplizierter als es ist. Um es nochmal ein wenig vereinfacht darzustellen: unser Körper möchte immer wieder zurück in die Gesundheit finden, und das Beste was wir machen können, ist ihn dabei zu unterstützen. Das machen wir, indem wir ihm das geben, was er braucht um das Gleichgewicht aufrecht zu erhalten, während wir das einschränken, was ihn belastet (also das, was das Gleichgewicht stört). Dabei ist es aus Ernährungssicht tatsächlich ziemlich egal um welche Erkrankung es sich handelt (auch wenn es manchmal leichte Einfärbungen geben kann). 

Eine gesunde Ernährung ist für jede Erkrankung unterstützend. Das ist das Großartige daran, wenn man den Körper als Gesamtsystem betrachtet und nicht etwa alles unterteilt und die Erkrankungen symptomatisch anspricht. Symptomatische Behandlungsmethoden können akut trotzdem sinnvoll sein. Auf lange Sicht sollte das Ziel allerdings immer sein, die Ursache anzusprechen. Hier kann eine gesunde Ernährung immer eine sehr sinnvolle Ergänzung oder gar der Fokus darstellen.

Dazu müssen wir aber erst verstehen, was unser Körper braucht und was ihn belastet. Dann können wir ihn optimal unterstützen, um wieder zurück in die Gesundheit zu finden.

Unser Körper: Stoffwechsel & Physiologie

Der Stoffwechsel bezeichnet, wie Nahrung in unserem Körper verwertet wird, unsere Physiologie u.a. wie die Nahrung aufgenommen und Stoffe wieder ausgeschieden wird. Wenn wir das grundlegend verstehen, dann verstehen wir auch, was unser Körper braucht und was ihn belasten kann. Dabei muss man verstehen, dass Belastungen nicht zwangsläufig immer zu Erkrankungen führen, und vor allem auch nicht immer sofort. Der Körper kann viel tolerieren und versucht trotz Belastungen immer wieder zurück in die Balance zu finden. So kann man manchmal jahrelang oder gar Jahrzehnte lang seinen Körper belasten, ohne dass sich Symptome ausprägen. Diese Toleranzen können auch von Mensch zu Mensch variieren abhängig von der Genetik, der Vorbelastung, dem Lebensstil und eben auch, ob man bereits krank ist, oder noch gesund.

Ist man aber bereits erkrankt, so sind die Toleranzen des Körpers meist schon ausgereizt und dann ist es besonders wichtig, ihn zu unterstützen. Präventiv kann man dabei auch schon Welten in Bewegung setzen und genießt dabei den Vorteil, noch höhere Toleranzen zu besitzen. Daher ist Prävention durch die Ernährung und den Lebensstil immer einfacher als die Behandlung von Krankheiten mit Hilfe von einer gesunden Ernährung, aber beides ist möglich.

Das Wichtigste zu Kohlenhydraten und Ballaststoffen

Unsere Physiologie ist auf eine pflanzliche Ernährung mit wenig Fett und hohem Anteil an Kohlenhydrate ausgelegt. Das zeigt sich schon in der Speichelamylase, die Stärke bereits im Mund verdaut. Der pH-Wert im Magen ist nicht auf eine Proteinreiche Ernährung ausgelegt, und gewiss nicht auf Fleisch, welches Krankheitserreger und Parasiten mitbringen kann. Diese werden bei fleischfressenden (Carnivoren) Tieren dort bereits durch die Magensäure unschädlich gemacht. Unser Magen besitzt zwar auch Magensäure, aber diese ist nicht ganz so stark wie bei Carnivoren. Unser Darm ist länger als bei Carnivoren, damit die Ballaststoffe der pflanzlichen Ernährung gut verdaut werden können. Fleisch, gerade wenn es nicht durch die Magensäure optimal sterilisiert wurde, ist allerdings nichts, was man lange im Körper gären haben möchte. Die Bakterien, die sich darin befinden können im schlimmsten Fall Krankheiten auslösen, aber oft produzieren sie Stoffe, die unseren Darm und unseren Körper belasten, namentlich Leichengifte. Daher haben Carnivore auch sehr kurze Darm-Trakte, damit der Nahrungsbrei nicht unnötig lange im Körper gären kann. 

Die Verstoffwechselung von Fett

Unsere Fettverdauung ist auch nicht auf große Mengen an Fett ausgelegt. Wir produzieren nicht soviel Galle. Zusätzlich wird Fett auch in einer Art und Weise aufgenommen, die nur für kleine Mengen sinnvoll ist: es wird emulgiert (in kleine Fett Tröpfchen gepackt) und dann einfach ins Blut abgegeben, ohne zuvor über die Leber geleitet zu werden. Dickflüssiges Blut kann die Folge von einer sehr fettreichen Mahlzeit sein, sowie die Schädigung der sensiblen Schutzschicht der Blutgefäße, des Endotheliums. Das gilt übrigens auch für „hochwertige“ Pflanzenöle. Daher fühlen wir uns nach einer fettreichen Mahlzeit auch oft so träge und manche spüren bereits Brustschmerzen. Nicht verwunderlich, denn dieses Fett kann leicht mit in die Plaques mit eingelagert werde und beteiligt sich so an der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wird der Körper mit Fett überschwemmt, bringt das unseren Stoffwechsel ordentlich durcheinanderbringt, aber dazu später mehr. In unverarbeiteten pflanzlichen Lebensmitteln an Ballaststoffe gebundenen Fett wird ein wenig anders und kontrollierter verdaut und belastet nicht so stark. Dennoch können wir auch dort unsere Toleranzen irgendwann sprengen!

Das Wichtigste zu Protein und Cholesterin

Zusätzlich ist unser Ausscheidungssystem auch nicht auf große Mengen an Protein ausgelegt. Stickstoff, welches ausgeschieden werden muss, belastet unsere Nieren: Nierensteine und Gicht können die Folge einer Überlastung sein. Genauso sieht es mit Nahrungscholesterin aus: es gibt keine nennenswert aktiven Mechanismen Cholesterin auszuscheiden, da unser Körper auf eine cholesterinfreie pflanzliche Ernährung angepasst ist. Im Gegenteil gibt es einige Wege, wie unser Körper Cholesterin recycelt und dem System wieder zuführt, da es ein wichtiges Molekül im Körper ist. Der Körper stellt es aber in ausreichender Menge her, denn die Synthese ist auf diese passiven Verluste (über die Galle) ausgelegt, nicht aber auf eine zusätzliche Aufnahme über die Ernährung. Wenn die Ausscheidungssysteme überlastet sind, versucht der Körper diese Stoffe anderweitig einzulagern, um wieder in eine Homöostase zu gelangen: Stoffwechselendprodukte landen dabei gerne in Bindegewebe und Gelenke, oder bei fettlöslichen im Fettgewebe. Cholesterin landet in Fettgewebe (auch Fett in der Leber) oder in Ablagerungen im Herz-Kreislaufsystem. Es kann allerdings Jahre oder Jahrzehnte dauern, bevor diese Notlösungen des Körpers zu ernsthaften Symptomen führt wie Gicht, Arthrose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes Typ 2.

Das Zusammenspiel in unserem Stoffwechsel

Unser Energiestoffwechsel ist auf Kohlenhydrate ausgelegt. Proteine und Fette können zwar auch als Energiequelle dienen, sind aber hauptsächlich Baustoffe und beteiligt an aufbauenden Stoffwechselprozesse. Bei Proteinen und Fette ist es also eher relevant, die essenziellen Teile in ausreichender Menge zu decken. Essenziell bedeutet dabei, dass der Körper diese Stoffe nicht selbst herstellen kann, sie aber für lebenswichtige Prozesse benötigt. Bei den Fetten hauptsächlich die Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren, alles andere kann der Körper bei zureichender Kalorienzufuhr auch selbst herstellen. Unverarbeitete pflanzliche Lebensmittel enthalten diese Fettsäuren in genügender Menge.

Bei Proteinen sind die essenziellen Aminosäuren wichtig, dennoch sollte man davon auch keinen Überschuss essen, wie es bei tierischen Proteinen der Fall ist. Dieser Überschuss schaltet den Stoffwechsel auf Einbau und Aufbau um und führt damit zu Fetteinlagerungen, die an Diabetes Typ 2 beteiligt sind, als auch das Wachstum von Krebszellen fördert. Neben anderen Inhaltsstoffen (Leichengifte wie TMAO, Cholesterin, Häm-Eisen, etc.) von tierischen Produkten, ist genau dieses Aminosäure Profil die Ursache für viele Erkrankungen, die mit dem Fleisch in Assoziation gebracht werden können. Auch bei pflanzlich isoliertem Protein passieren dies zum Teil, wenn diese mit den essenziellen Aminosäuren angereichert werden. Deswegen sollte man pflanzliche Lebensmittel, wenn möglich, auch bevorzugt möglichst unverarbeitet zu sich nehmen.

Kohlenhydrate: Grundlage des Energiestoffwechsels

Aus diesen pflanzlich vollwertigen Lebensmitteln stammt auch der Zucker, die Grundlage unseres Energiestoffwechsels. Dabei spreche ich nicht von industriellem Haushaltszucker, sondern von natürlicher Glucose. Sie ist für alle Körperzellen der schnellste und bevorzugte Brennstoff.  Unsere Mitochondrien sind darauf ausgelegt Glucose in Energie umzuwandeln. Sie können Energie zwar auch aus Fett und Aminosäuren umwandeln, aber das ist viel aufwendiger und braucht mehr Zeit. Außerdem ist unser Gehirn, und interessanterweise auch unsere roten Blutkörperchen, auf Glucose angewiesen! Das Gehirn kann keine Energie aus Fett oder Protein gewinnen. Das ist der Grund warum wir schlechte Laune und Heißhunger bekommen, wenn unser Blutzucker fällt. Und das, obwohl wir eigentlich noch genug Energie in Form von Körperfett zur Verfügung hätten. Der Körper ist auf eine regelmäßige Zufuhr von Kohlenhydraten angewiesen. Fällt der Blutzucker ab und wir essen dann keine vollwertigen Kohlenhydrate, schöpft der Körper zuerst aus den Speichern.

Sowohl die Muskeln als auch die Leber haben Zucker in Form von Glykogen gespeichert. Glukagon wird dabei bei niedrigem Blutzucker ausgeschüttet und mobilisiert dieses. Die Muskeln verwenden es direkt, die Leber gibt es ins Blut ab. Wenn man dann immer noch nichts isst, wird die Gluconeogenese gestartet. Hierbei wird in der Leber Zucker aus Fett oder Protein gewonnen. Dadurch steht unserem Gehirn auch in Hungerszuständen noch genug Zucker zur Verfügung. Das passiert zum Beispiel nachts, wenn wir schlafen und unseren Hunger nicht mitbekommen. Werden weiterhin keine Kohlenhydrate gegessen, startet die Ketogenese. Jetzt wird in der Leber aus Fett und zum Teil auch Protein ein Keton gebildet. Dieser dient im Notfall auch dem Gehirn als Brennstoff. Das passiert etwa währen der Keto-Diät, da diese sehr fettreich und kohlenhydratarm ist.

Die Leber kann im Gegensatz zum Gehirn keine Ketone als Energie verwenden. Sie ist in Hungerzeiten und bei einer kohlenhydratarmen Ernährung auf die Gluconeogenese angewiesen.

Aber das ist kein gesunder Dauerzustand! Es gibt kein Volk der Welt, das natürlicherweise dauerhaft die Ketogenese verwendet. Es handelt sich hier um einen körperlichen Notzustand. Trotzdem ist die Ketogene Ernährung scheinbar zu einem Ernährungstrend geworden. Und die Angst vor Kohlenhydraten ist weit verbreitet. Dieser Trend hat schlimme Konsequenzen. Eine erhöhte Krankheitsrate und eine erhöhte Sterblichkeit sind die Folge. Warum ist das so?

Ketone sind sauer und können daher den Körper übersäuern. Ein weiteres Problem ergibt sich wenn man sich die Funktionen von Insulin verdeutlicht: Insulin ist wie ein Schlüssel, der die Zellen für die Zuckeraufnahme öffnet. Aber nicht nur für Zucker. Unter anderem ist es auch essenziell für die Aufnahme von Aminosäuren und somit auch Zellwachstum und die Erneuerung.  Ohne Insulin geht gar nichts! Sind wir in der Ketogenese ist der Inuslinspiegel niedrig und diese Körperprozesse funktionieren nur suboptimal.

Was passiert bei Fettüberschuss?

Bei einem Überschuss an Fett, wird dieses in Gewebe eingelagert, welches nicht dafür gemacht ist Fett zu lagern, wie Muskeln und Leber. Dieser Überschuss ist nicht unbedingt gleichzusetzen mit einem Überschuss an Kalorien, da mindestens 20% der Energie (für das Gehirn) optimalerweise aus Glucose stammt. Bei normalen Mengen an Fett geschieht dies auch eher als kurzes Zwischenlager, um dann wieder verbrannt zu werden oder anderweitig genutzt oder eingelagert zu werden. Bei einem Überschuss an Fett bleiben diese Gewebe allerdings auf diesem Fett sitzen. Da sie nicht für eine „sichere“ Lagerung von Fett ausgelegt sind, wirkt dieses Fett „toxisch“ (Lipotoxicity auf Englisch).

Das führt unter anderem zum Beispiel zur Insulinresistenz: Diese Zellen reagieren nicht mehr wirklich gut auf das Insulin und dadurch sind sie nicht nur chronisch unterversorgt, sondern der Zucker verbleibt im Blut, Diabetes Typ 2 entsteht. Dabei zeigen die Kohlenhydrate in der Ernährung nur die Symptomatik auf, die eigentliche Ursache ist ein Überschuss aus Fett und tierischem Protein in der Ernährung, der zu diesem Phänomen führt. Ich bezeichne das als die Symptomatik der Kohlenhydrate, die ihnen schon das ein oder andere Mal einen schlechten Ruf eingehandelt hat.

Was passiert bei Proteinüberschuss?

Bei einem Überschuss an Protein (gerade wenn diese viele essenzielle Aminosäuren enthalten) werden Ein- und Aufbau Prozesse im Körper gefördert, was die Fetteinlagerung in Körperzellen noch unterstützen kann. Es erschafft auch ein Milieu, in denen Krebszellen besonders gut wachsen können, wie bereits oben besprochen. Der überschüssige Stickstoff muss auch wieder entsorgt werden, was nicht nur belastend ist, sondern auch Energie kostet. Deshalb ist der Muskelaufbau bei zu viel Protein weniger effizient, als wenn man die genau richtige Menge an Protein zu sich nimmt. Daher lieber vollwertig pflanzliche Lebensmittel in einer bunten Vielfalt essen und genug Kalorien aus Kohlenhydraten zu sich zu nehmen, als zu Proteinshakes zu greifen, unabhängig ob pflanzlich oder tierischer Herkunft.

Was passiert bei Kohlenhydratüberschuss?

Da Kohlenhydrate die Grundlage unseres Stoffwechsels ist, ist ein Kohlenhydratüberschuss auch immer ein Kalorienüberschuss (außer man isst isolierte Kohlenhydrate und erreicht dadurch nicht die essenziellen Mengen an Protein und Fett für den Körperaufbau, -Erneuerung und -Prozesse).

Dabei muss man eines verstehen: der Grundumsatz kann sich verändern. Wenn der Körper mehr Energie aus (vollwertigen) Kohlenhydrate bekommt, regt er Prozesse an, wie Bewegungsdrang und Thermogenese, die nicht überlebensnotwendig sind, aber unsere generelle Gesundheit und Wohlbefinden unterstützen können. Warum lagert er leichte Überschüsse nicht direkt ein für „schlechte Zeiten“. Das tut er in gewissen Umfang: das vorher angesprochene Glykogen, was dem Körper, und gerade auch den Muskeln, Energie in kleinen Hungerszeiten gibt. Darüber hinaus muss der Körper es sich ganz genau überlegen, ob er aus diesen Kohlenhydrate mehr für „schlechte Zeiten“ einlagern möchte, weil es erstens ja bereits die bevorzugte Energiequelle ist, und zweitens die Umwandlung in Fett sehr aufwendig und energieraubend ist.

Die De Novo Lipogenese in der Leber verschlingt immerhin 30% der Energie, die diese Kohlenhydrate mit sich bringen. Damit ist es kein gern gegangener Weg und wird hauptsächlich begangen, um strukturelle Fette zu produzieren, aber nicht um Fette einzulagern. Das passiert erst bei einem massiven Energieüberschuss von über 4000 kcal über mehr als 7 Tage. Einen Überschuss von Kohlenhydraten aus pflanzlich vollwertigem Lebensmittel ist daher praktisch unmöglich, das gibt schon alleine das Magenvolumen nicht her, sondern ist eher bekannt aus Softdrink-Exzessen und traditionellen Überfressungsritualen in manchen Ureinwohnerstämmen, die aber eine absolute Ausnahme bilden! Hier sei schonmal verraten: Fettgewebe stammt von Fett in der Nahrung (lässt sich auch super sehen an der Fettsäureverteilung der Nahrung im Vergleich zum Körperfett.

Ein klein wenig Fettgewebe ist vollkommen normal, gesund und dient für kleinere Hungersnöte und Krankheitstage und stammt bei einer vollwertig pflanzlichen Ernährung auch aus dem Fett in der Ernährung, denn ja, sogar eine Karotte enthält Fett!

Was belastet nun eigentlich den Körper?

Neben den bereits genannten Dingen, die unsere Physiologie und unseren Stoffwechsel belasten, gibt es natürlich noch weitere Dinge, die unserem Körper nicht dienlich sind. Bevor ich jetzt eine ganze Liste angebe, möchte ich hier lieber eine Vogelperspektive geben: worauf ist unser Körper evolutiv angepasst? Natürliche und unverarbeitete pflanzliche Lebensmittel enthalten nicht nur alles was unser Körper braucht, sondern gibt ihm das auch noch im richtigen Kontext. Wissenschaftlich gesehen wird gerne mal isoliert betrachtet und dadurch kommen sehr verwirrende Aussagen zustande, wie Zitronen schützen vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen, aber isoliertes Vitamin C ist auf lange Sicht nutzlos.

Ich nehme da auch gerne einen Auto als Sinnbild: Eine Schraube an der richtigen Stelle eingeschraubt von einem Mechaniker kann ein Motor wieder zum Laufen bringen. Schmeißt man diese Schraube einfach wahllos in den Motor, kann dieselbe Schraube auch das komplette System aus dem Ruder bringen. Der Kontext ist wichtig. Daher sind sowohl isolierte, hochgradig verarbeitete Produkte, als auch synthetische Zusätze, die von der Lebensmittelindustrie gerne verwendet werden für Textur, Geschmack und Aussehen meist für unseren Körper schädlich. Auch wenn es naturgleiche, oder naturähnliche Stoffe sind, die auch in natürlichen pflanzlichen Lebensmitteln vorkommen und dort mitunter sogar positive Eigenschaften haben, genau wie die außer Kontext platzierte Schraube im Motor. Ein Automotor ist im Vergleich zum Körper dabei noch ein sehr einfaches System. Wir kennen noch nicht einmal alle Stoffe, die in natürlichen Lebensmitteln vorkommen, wie diese im Kontext zusammenwirken, und wie der Körper darauf reagiert, aber denken wir könnten Nahrungsergänzungen kreieren, die diese imitieren. Das ist im besten Fall eine teure Fehlinvestition, im schlimmsten Fall ist es wie eine außer Kontext gesetzte Schraube im Getriebe des Körpers.

Die gesündesten Lebensmittel sind aus dem Boden gewachsen und findet man in der Frischesektion und in der unverarbeiteten Sektion eures Supermarktes. Dazu gehört Obst, Gemüse, Vollkorngetreide und Pseudogetreide und zu guter Letzt Hülsenfrüchte, und damit lässt sich erstaunlich viel Leckeres zaubern!

Fazit: wie sieht eine gesunde Ernährung nun eigentlich aus?

Eine gesunde Ernährung ist eine pflanzenbasierte und hauptsächlich unverarbeitete Ernährung. Unser Körper kann sowohl mit pflanzlichen Lebensmitteln als auch mit möglichst unverarbeiteten Lebensmitteln am besten umgehen! Dann muss man weder Kalorien noch Nährstoffe zählen, denn euer Körper ist in der Hinsicht die beste App, schließlich ist sie in Jahrmillionen Co-Evolution an die pflanzlichen Ernährung angepasst.

Eine kleine Ausnahme bildet wohl Vitamin B12, was bakterieller Natur ist, weil unsere Welt sehr steril geworden ist. Dadurch haben wir zwar kaum noch die Pest und Cholera, aber eben auch weniger Zugang zu diesem Vitamin, welches früher in Wasser und Erde zu genüge vorhanden war. Manche Menschen scheinen zwar die richtige Darmflora zu besitzen, um das zu kompensieren, aber da Vitamin B12 so eine wichtige Rolle im Körper übernimmt, sollte man es nicht darauf ankommen lassen und lieber ein Supplement nehmen, wie es die meisten unserer Zuchttiere inzwischen auch bekommen.


In Klartext: eine (fettarme) pflanzlich vollwertige Ernährung aus unverarbeiteten Lebensmitteln, also ohne Zucker, Weißmehl, Öl und Proteinpulver und co. ist für unseren Körper die optimale Grundlage für unsere Gesundheit. Persönliche Toleranzen als auch die Unterscheidung zwischen Behandlung und Prävention kann entscheidend sein, ob man sich auch streng fettarm ernährt, beziehungsweise wie streng man es im Allgemeinen handhabt. Das ist aber wie bei vielen Dingen im Leben: die eigene Selbstverantwortung hat man erst wirklich hat, wenn man alle Informationen zur Verfügung hat. Wenn man dann noch weiß, wie man das ohne ein Gefühl von Verzicht umsetzt, ist das die perfekte Mischung. Ich lebe selbst so zusammen mit meinem Sohn und es war die beste Entscheidung für unser Wohlbefinden!

Die Ernährung ist ein wichtiger Teil der Krankheitsprävention

Aus wissenschaftlicher Sicht habe ich damit auch gleichzeitig das Risiko einer Vielzahl an Erkrankungen drastisch reduziert, wie Diabetes Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, einige Krebsarten und sogar Alzheimer, wie viele Interventionsstudien aber auch große Populationsstudien wie die Nurse Study, die Adventisten Studie, die China Studie und noch viele weitere immer wieder verdeutlichen. Was wirst du mit diesem Wissen für dich machen? Es liegt in deiner Hand, oder vielmehr an der Spitze deiner Gabel!

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