Klinikradar

Dialyse

Bei der Dialyse werden Stoffe entgiftet, die normalerweise über die Niere aus dem Körper ausgeschieden werden. Die Dialyse ist ein künstliches Verfahren, das angewendet wird, wenn die Niere ihrer Funktion nicht mehr nachkommen kann. Es existieren verschiedene Verfahren: Hämodialyse, Hämofiltration sowie Peritonealdialyse.

Dieser Ratgeber auf einen Blick:

  1. Indikationen
  2. Arten
  3. Ablauf
  4. Komplikationen
  5. Kliniken
  6. Tageskliniken

Bei welchen Indikationen wird eine Dialyse durchgeführt?

Die Niere ist für die Ausscheidung von vielen Substanzen zuständig. Kann die Niere ihre Funktion kurzfristig (etwa bei einer Entzündung oder bei einem Nierenausfall) nicht wahrnehmen, kann vorübergehend ein Nierenersatzverfahren (Dialyse) zum Einsatz kommen. Dies geschieht auf Überwachungsstationen (Intensivstationen) sehr häufig. Auch bei langfristigem Ausfall der Niere kann deren Funktion durch eine Dialyse übernommen werden. Grundsätzlich wird eine Dialyse bei folgenden Indikationen eingesetzt:

  1. Stoffwechselbedingte Übersäuerung des Blutes (metabolische Azidose)
  2. Veränderungen des Blutsalzhaushaltes (Elektrolythaushaltes), vor allem zu hohe Kalium- oder Kalziumkonzentration im Blut
  3. Erhöhung des Harnstoffspiegels im Blut
  4. Erhöhung des Blutvolumens im Blutkreislauf (Hypervolämie) mit schwerwiegenden Folgen, beispielsweise einer Flüssigkeitsansammlung in der Lunge (Lungenödem)
  5. Erhöhung von harnpflichtigen Substanzen (zum Beispiel Abbauprodukte des Körperstoffwechsels wie Harnstoff, Harnsäure und Kreatinin) im Blut (Urämie)

Zusätzlich muss es in folgenden Fällen zu einer möglichst raschen Dialyse kommen:

  1. Vergiftung mit Substanzen, die man durch Dialyse aus dem Körper entfernen kann, z.B. Methanol
  2. Durch Funktionsstörungen des Herzens bedingte Überwässerung des Körpers mit Folgeschäden im Körper
  3. Plötzlich auftretendes Nierenversagen mit zu geringer Harnausscheidung über zwölf Stunden, zu viel Harnsäure im Blut und einem starken Anstieg des Kreatinins (Abbauprodukt aus dem Energiestoffwechsel der Muskulatur) im Blut über 24 Stunden

Welche Arten der Dialyse gibt es?

Die Dialyse wird sowohl in der Akuttherapie (etwa bei akutem Nierenversorgen) sowie in der langfristigen Therapie bei chronischer Nierenschwäche angewendet. Folgende Verfahren kommen üblicherweise zum Einsatz:

  • Hämodialyse

    Das Blut aus dem Körper wird über einen Schlauch in einen Dialysator geleitet, in dem kleine Kunststoffröhrchen in einer Dialysierflüssigkeit liegen. Das Blut fließt durch die dünnen Kunststoffröhrchen. Durch die unterschiedliche Konzentration an Teilchen im Blut und in der Dialysierflüssigkeit besteht ein Konzentrationsgefälle. Dieses führt zu einer Bewegung der Teilchen, beispielsweise der harnpflichtigen Stoffe, über die kleinen Löcher in der Wand der Kunststoffröhrchen. Auf diese Weise werden die gewünschten Stoffe aus dem Blut entfernt.

  • Hämofiltration

    Das Blut aus dem Körper wird über einen Schlauch durch einen Filter (Hämofilter) geleitet. Eine Pumpe erzeugt den für dieses Verfahren essenziellen Druckunterschied zwischen dem blutführenden Schlauch außerhalb des Körpers und dem Filter. Dadurch kann der Filter dem Blut Flüssigkeit mit harnpflichtigen Substanzen entziehen. Damit der Körper nach dem Verfahren noch genügend Blut hat, wird die entzogene Flüssigkeit mit einer Elektrolytlösung ersetzt.

  • Bauchfelldialyse (Peritonealdialyse)

    Das Bauchfell (Peritoneum) kleidet den Bauchraum mit den Bauchorganen aus und ist eine Art halbdurchlässige Trennwand (semipermeable Membran), die nur bestimmte Stoffe passieren lässt. Diese semipermeable Membran wird bei diesem Verfahren genutzt, um die harnpflichtigen Stoffe aus der Blutbahn zu entfernen. Dazu wird zuerst über den Bauch ein dünner Schlauch (Katheter) in die Bauchhöhle eingeführt, der für mehrere Dialysier-Anwendung genutzt werden kann. Wurde der Katheter fixiert, kann darüber Dialysierflüssigkeit mit Zucker (Glukose) in den Bauchraum geleitet werden. Die Glukose im Bauchraum zieht Wasser mit den harnpflichtigen Substanzen aus den Blutgefäßen. Nach ein paar Stunden wird diese Flüssigkeit aus der Bauchhöhle wieder über den Katheter abgesaugt.

  • Hämoperfusion

    Die Hämoperfusion kommt bei Vergiftungen zum Einsatz, wenn man mit den geläufigen Dialyse-Methoden keinen Erfolg hatte. Bei diesem Verfahren wird das gesamte Blut durch eine Säule geführt, die eine Substanz enthält, welches die Giftstoffe bindet, damit das Blut schließlich gereinigt wieder in den Körper zurückfließen kann. Voraussetzung ist, dass es eine Substanz gibt, welche den schädlichen Stoff binden kann.

Wie wird die Dialyse durchgeführt?

  • Ablauf Hämodialyse

    Vor der Hämodialyse wird bei Ihnen ein Zugang zu einem Blutgefäß geschaffen, über welches man bei der Dialyse das Blut aus dem Körper und nach der Reinigung wieder zurückführen kann. Dazu wird ein Schlauch mit großem Durchmesser (großlumiger Katheter) in ein Blutgefäß am Hals oder unter dem Schlüsselbein eingebracht. Dieser Zugang kann sofort für eine Dialyse genutzt werden, jedoch nur für wenige Dialyseeinheiten. Soll ein Zugang über einen längeren Zeitraum für die Dialyse genutzt werden, erhalten Sie einen Shunt am Arm, seltener am Bein. Dieser ist eine Verbindung von einem Blutgefäß, welches Blut zum Herzen führt (Vene) zu einem Gefäß, welches das Blut vom Herzen wieder wegtransportiert (Arterie). Den Shunt muss man rechtzeitig vor der ersten Dialyse einbauen, da sich die Vene vor der Belastung durch die Dialyse erst anpassen muss. Der Patient kommt meist mehrmals pro Woche zur Dialyse und wird für ein paar Stunden an eine Maschine angeschlossen, welche die Blutwäsche übernimmt. Dazu wird der Katheter oder der Shunt über Schläuche mit der Maschine verbunden, sodass das Blut während der Dialyse aus dem Körper über die Maschine und wieder zurück in den Körper fließen kann.

  • Ablauf Peritonealdialyse

    Bei der Peritonealdialyse wird in einer Operation ein kleiner Hautschnitt am Bauch gesetzt, durch den ein Kunststoffschlauch in die Bauchhöhle eingeführt wird. Dieser Schlauch wird anschließend vernäht, damit dieser nicht verrutscht. Über diesen kann die Glukoseflüssigkeit in den Bauchraum eingeführt und nach einigen Stunden wieder ausgeleitet werden. Diese Methode können Sie selbst zu Hause durchführen und mit der Flüssigkeit im Bauch Ihrem normalen Alltag nachgehen. Der Flüssigkeitsaustausch ist mehrmals am Tag vorgesehen, kann bei Berufstätigen auch nachts mit Hilfe eines Gerätes erfolgen, welches selbstständig für einen regelmäßigen Austausch der Flüssigkeit in der Bauchhöhle sorgt.

Welche Komplikationen sind bei einer Dialyse möglich?

  • Komplikationen Hämodialyse

    An der Stelle, an welcher der Shunt angelegt wurde, kann es zu einem Eintritt von Krankheitserregern kommen oder der Shunt von außen eingeengt werden. Ebenfalls kann ein Blutpfropfen (Thrombus) aus einem Blutgefäß den Shunt verschließen.
    Das Herz wird durch die Blutentnahme aus dem Körperkreislauf zu vermehrter Herzarbeit angeregt, was auf Dauer in einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) enden kann. Wird in kurzer Zeit zu viel Blut entzogen, werden die körperfernen Körperspitzen, wie Finger und Zehen, weniger gut durchblutet und können anschließend Schmerzen verursachen. Auch kann ein niedriger Blutdruck während der Dialyse auftreten. Besteht bereits eine Funktionsstörung der Blutplättchen, kann diese durch den Kontakt mit der Kunststoffröhrchenwand im Dialysator verstärkt werden und zu Blutungen führen. Damit das Blut in den Dialyseschläuchen nicht gerinnt, wird ein gerinnungshemmendes Mittel, meist Heparin, verabreicht. Manche Menschen reagieren auf dieses Medikament mit einem lebensgefährlichen Abfall der Blutplättchen.

  • Komplikationen Peritonealdialyse

    Durch die in den Bauchraum eingeleitete Glukoselösung wird der Stoffwechsel des Körpers beeinflusst und eine Gewichtszunahme ist möglich. Durch den künstlich geschaffenen Zugang von außen in das Körperinnere (Bauchraum) können Krankheitserreger in den Körper einwandern und sich sowohl an der Außenseite des Katheters, im Gewebe um den Katheter herum als auch am Bauchfell absetzen.

Unserer Ratgeber aus dem Bereich Urologie

In folgenden Ratgebern stellen wir aktuelle Behandlungsmethoden vor und zeigen Ihnen, welche Krankenhäuser und Experten sich auf Urologie spezialisiert haben.

Kliniken für Dialyse

In Deutschland gibt es 864 Kliniken für Dialyse. Klinikradar hat die neusten offiziellen Qualitätsdaten aller Krankenhäuser ausgewertet und Kliniken mit besonders hoher Expertise bei der Behandlung mit Dialyse ermittelt. Vergleichen Sie Kennzahlen und Behandlungsangebot, um die für Sie beste Klinik für Dialyse zu finden.

  1. Charité - Universitätsmedizin Berlin

    Viele Fälle im Bereich Dialyse
    • Dialyse
      24.619 Fälle in 3 Fachabteilungen
    • Großes Krankenhaus
      3.011 Betten
    • Universitätsklinikum
    3 Fachabteilungen für Dialyse:
    • Anmerkung der Abteilung: Anästhesiologie, Intensivmedizin, Schmerztherapie, Palliativmedizin, Telemedizin.

  2. Universitätsklinikum des Saarlandes

    Viele Fälle im Bereich Dialyse
    • Dialyse
      18.831 Fälle in 3 Fachabteilungen
    • Großes Krankenhaus
      1.445 Betten
    • Universitätsklinikum
    • Hohe Patientenzufriedenheit
      Patientenbefragung der Techniker Krankenkasse
    3 Fachabteilungen für Dialyse:
    • Anmerkung der Abteilung: In Kooperation mit der Klinik für Innere Medizin IV - Nephrologie.

  3. Universitätsklinikum Gießen und Marburg (Gießen)

    Viele Fälle im Bereich Dialyse
    • Dialyse
      18.185 Fälle
    • Großes Krankenhaus
      1.288 Betten
    • Universitätsklinikum
    Fachabteilung für Dialyse:
Alle Kliniken für Dialyse

Kliniken für Dialyse nach Bundesland

Kliniken für Dialyse in deutschen Großstädten

Tageskliniken für Dialyse

Eine Tagesklinik für Dialyse kann eine sinnvolle Alternative zu einem stationären Aufenthalt sein. Patienten werden in einer Tagesklinik mit Spezialisierung auf Dialyse von Montag bis Freitag tagsüber von Fachärzten behandelt, verlassen die Klinik aber ab dem späten Nachmittag und übernachten zu Hause. Die Patienten der Tagesklinik werden so nicht aus ihrem gewohnten Umfeld herausgerissen, können aber trotzdem die Behandlungsmöglichkeiten im Bereich Dialyse wahrnehmen.

  1. Marienhospital Letmathe

    Wenige Fälle im Bereich Dialyse
    • Dialyse
      18 Fälle
    • Kleines Krankenhaus
    • Tagesklinik
    Fachabteilung für Dialyse:
  2. Hohenloher Krankenhaus Künzelsau

    Wenige Fälle im Bereich Dialyse
    • Dialyse
      10 Fälle
    • Kleines Krankenhaus
    • Tagesklinik
    Fachabteilung für Dialyse:

Kliniklisten: Behandlung von urologischen Erkrankungen

Mit unserer Kliniksuche finden Sie auch in anderen Bereichen des Fachgebiets Urologie empfehlenswerte Spezialkliniken: