Alles zum Thema Blasenkatheter

Ein Blasenkatheter wird für verschiedene Zwecke eingesetzt: bei Störungen der Harnausscheidung, aber auch zur Untersuchung von Harnblase und Urin. Hier erklären wir die verschiedenen Katheterarten sowie alles, was Sie dazu wissen müssen.

Welche verschiedenen Arten von Blasenkathetern gibt es?

Bei den Blasenkathetern gibt es zwei verschiedene Arten: Transurethraler Blasenkatheter und Suprapubischer Blasenkatheter.

Transurethraler Blasenkatheter

  • Der Transurethrale Blasenkatheter wird über die Harnröhre in die Harnblase eingeführt. Dabei unterscheidet man Dauerkatheter, die zur dauerhaften Harnableitung oder zur Spülung gedacht sind und die Einmalkatheter, über welche einmalig oder wiederkehrend Harn abgeleitet wird.
  • Einmalkatheter sind aus Polyvinylchlorid (PVC), einem Kunststoff, gebaut. Dauerkatheter bestehen meist aus Silikon, bei einer Verweildauer unter fünf Tagen möglicherweise auch aus Latex.
  • Vorteilhaft bei Transurethralen Blasenkathetern ist, dass sie leicht einzusetzen sind, ein geringes Verletzungsrisiko haben und wenige Faktoren gegen eine Einlage sprechen.

Suprapubischer Blasenkatheter

  • Der Suprapubische Blasenkatheter wird über die Haut am Bauch oberhalb des Schambeins in die Harnblase eingeführt und dient der längerfristigen Harnableitung mit einer Dauer von mehr als fünf Tagen.

  • Suprapubische Blasenkatheter bestehen aus Silikon.

  • Von Vorteil beim Suprapubischen Blasenkatheter ist, dass dieser Katheter besser verträglich ist, weniger Infektionen auftreten, die Pflege des Katheters weniger aufwändig ist und die Harnröhre nicht verletzt wird.

Wie ist ein Blasenkatheter aufgebaut?

Die Blasenkatheter gibt es in unterschiedlicher Größe, welche der Arzt abhängig von individuellen Faktoren, unter anderem dem Geschlecht und dem Alter, auswählt. Angegeben wird die Größe des Außendurchmessers in Charrière. Dabei entspricht ein Charrière einem Drittel Millimeter. In der Regel haben die Katheter einen Außendurchmesser von 12-18 Charrière, für Frauen in kleinerer Größe als für Männer.

Ein Blasenkatheter besteht aus einem dünnen Schlauch, an dessen einem Ende eine Spitze geformt ist und Öffnungen für den Harnabfluss liegen. Am anderen Ende ist ein Plastikbeutel zur Harnsammlung angebracht. Nahe des Endes mit der Spitze ist ein aufblasbarer Ballon angebracht, welcher nach korrekter Positionierung des Katheters mit einer Lösung gefüllt werden kann, um den Katheter vor dem Herausgleiten aus der Harnblase zu schützen.

Die Katheterspitzen unterscheiden sich in ihrer Form. Es gibt unter anderem abgerundete und kegelförmige sowie Spitzen, welche wie das Flötenmundstück aussehen (Flötenspitze). Bei manchen Katheterarten ist die Spitze flexibel. Bei anderen Kathetertypen sind die Spitzen nicht gerade, sondern abgeknickt.

Wann wird ein Blasenkatheter angelegt?

Der Blasenkatheter kann zum einen für diagnostische Zwecke zum Einsatz kommen, wie beispielsweise:

  • Überwachung der Harnausscheidung und der Nierenfunktion
  • Kontrastmittelgabe zur Untersuchung der Harnblase oder Harnröhre
  • Sterile Uringewinnung

Zum anderen können Blasenkatheter zur Therapie genutzt werden. Dazu zählen unter anderem:

  • Plötzliche Unfähigkeit, die Blase zu leeren (akuter Harnverhalt)
  • Durch das Nervensystem bedingte (neurogene) Blasenentleerungsstörung
  • Spülung der Blase
  • Sichtbare Rotfärbung des Urins durch Blut (Makrohämaturie)
  • Wundheilungsstörungen im Urogenitalbereich
  • Übermäßige Prostatavergrößerung (Prostatahyperplasie)
  • Entlastung des Patienten in der palliativen Versorgung

Auch im Rahmen von Operationen werden Blasenkatheter gelegt, vor allem, wenn die Operation lange andauert oder wenn eine große Operation im Bauchraum stattfindet.

Was muss bei einem Blasenkatheter beachtet werden?

Um eine Ansteckung mit Krankheitserregern (Infektion) zu verhindern, sollte

  • der Blasenkatheter nur so lange liegen, wie es nötig ist.
  • der Harnsammelbeutel ohne Zug und unter dem Blasenniveau liegen.
  • der Harnsammelbeutel regelmäßig geleert werden.
  • genügend Flüssigkeit über die Niere ausgeschieden werden.
  • der Katheter bei Verstopfung, Krustenbildung, Verschmutzung oder vor einer medikamentösen Therapie gegen Bakterien (Antibiotikatherapie) gewechselt werden.

Bei Verdacht auf eine Infektion wird der Blasenkatheter entfernt oder gewechselt, eine Urinprobe auf Erreger untersucht und eine Antibiotikatherapie eingeleitet.