Alles zum Thema Arthritis

Die Arthritis stellt eine Entzündung des Gelenks dar. Abgegrenzt werden kann diese von einer Arthrose, also einem sich langsam entwickelnden Gelenkverschleiß. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen wesentliche Informationen zum Erkrankungsbild Arthritis, der Diagnostik sowie Behandlungsmöglichkeiten. 

Wie bemerke ich eine Arthritis (Gelenkentzündung)?

Typische Entzündungszeichen, die auch bei der Gelenkentzündung auftreten, sind:

  • Das Gelenk schmerzt.
  • Das Gelenk ist überwärmt.
  • Das Gelenk ist geschwollen.
  • Das Gelenk ist gerötet.
  • Das Gelenk kann nicht mehr uneingeschränkt bewegt werden.

Zusätzlich können folgende Beschwerden, je nach Ursache der Arthritis, auftreten:

  • erhöhte Temperatur
  • Schüttelfrost
  • nächtliches Schwitzen
  • Muskelschmerzen
  • Müdigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Flüssigkeitsansammlung im Gelenk
  • Versteifung des Gelenks
  • Morgensteifigkeit
  • Verdickungen unter der Haut an der Streckseite der Gelenke (Rheumaknoten)

Bei der rheumatoiden Arthritis können im Verlauf noch Beschwerden an anderen Organen auftreten, wie beispielsweise:

  • Karpaltunnel-Syndrom
  • Nervenschädigung in den Beinen oder Füßen (Polyneuropathie)
  • Mundtrockenheit
  • kleine punktförmige Wunden (Kleingefäßvaskulitis)
  • Herzmuskelentzündung (Myokarditis)

Die Psorisis-Arthritis kann neben den Gelenkbeschwerden auch Augenentzündungen und die Schuppenflechten-typischen Hauterscheinungen (verdickte, gerötete Hautstellen mit silbrig-weißen Schuppen) aufweisen.

Betrifft die Arthritis immer nur ein Gelenk?
Wie schnell entwickelt sich eine Arthritis?
Wie kann eine Arthritis (Gelenkentzündung) von einer Arthrose (Gelenkverschleiß) unterschieden werden?

Welche Diagnostik wird bei einer Arthritis durchgeführt?

Nach einem ärztlich geführten ausführlichen Gespräch über Ihre aktuellen Beschwerden, Ihre Vorerkrankungen, Ihre Voroperationen, Ihre Medikamente und die Erkrankungen in Ihrer Familie, wird der Arzt bei Ihnen eine körperliche Untersuchung durchführen. Dabei schaut er sich unter anderem Ihre Gelenke genau an und tastet diese ab.

Mithilfe einer Blutuntersuchung kann man erste Hinweise auf eine Arthritis erhalten. Der Arzt betrachtet die unspezifischen Entzündungszeichen, wie das C-reaktive Eiweiß (erhöhter Wert), die Anzahl der weißen Blutkörperchen (erhöhter Wert) und die Blutsenkungsgeschwindigkeit (erhöhter Wert), sowie die Anzahl der roten Blutkörperchen (verringerter Wert). Zusätzlich kann man noch den Rheumafaktor, die Anti-Citrullin-Antikörper und die antinukleären Antikörper untersuchen, welche jedoch nicht bei jedem rheumatoide-Arthritis-Patienten nachzuweisen sind. Der Rheumafaktor ist sogar bei gesunden Menschen zu finden. Auch auf das Vorkommen von HLA-B27, einem Oberflächenprotein, kann untersucht werden. Dieses kann bei der Psoriasis-Arthritis auftreten.

Außerdem kann durch eine Gelenkpunktion Gelenkflüssigkeit gewonnen sowie die Gelenkinnenhaut (Synovia) abgestrichen werden und beides auf Erreger und Inhaltsstoffe untersucht werden.

Des Weiteren können Ultraschallbilder Ihres Gelenks Aufschluss über den Zustand Ihres Gelenks geben.

Im fortgeschrittenen Stadium einer Arthritis, also nach mehreren Jahren, kann eine Röntgenaufnahme sowohl Gelenkschäden sichtbar machen als auch bei der Unterscheidung zwischen den Arthritisformen helfen.

Welche unterschiedlichen Formen der Arthritis gibt es?

Grundsätzlich können bei der Arthritis die infektöse Form von der nicht-infektiösen Form unterschieden werden.

Zur infektiösen Arthritis etwa zählt man die bakterielle Arthritis, die durch Bakterien, wie Streptokokken, ausgelöst wird. Die Bakterien stammen dabei von einem Entzündungsherd in Ihrem Körper und wandern über die Blutbahn in Ihre Gelenke oder Sie gelangen über eine Gelenkverletzung oder eine ärztliche Intervention (zum Beispiel Gelenkpunktion) direkt in das Gelenk. Eine spezielle bakterielle Arthritis ist die Lyme-Arthritis. Es handelt sich um eine Arthritis, welche infolge eines Zeckenstichs entstehen kann, wenn dabei Borrelien-Bakterien übertragen wurden. Auch gibt es eine virale Arthritis, beispielsweise mit Röteln, welche teilweise aber erst nach der Virusinfektion auftritt. Eine Arthritis, welche durch eine bakterielle Infektion in einem gelenkfernen Bereich, wie beispielsweise dem Magen-Darm-Trakt hervorgerufen wird, nennt man reaktive Arthritis.

Zum anderen existiert noch die nicht-infektiöse Arthritis. Dazu gehört die rheumatoide Arthritis (im Volksmund als Rheuma bezeichnet), bei der die Ursache bisher noch nicht vollständig geklärt ist, man jedoch von einer fehlerhaft gesteuerten Reaktion des Abwehrsystems des Körpers gegen körpereigene Strukturen (Autoimmunerkrankung), unter anderem gegen das Knorpelgewebe im Gelenk, ausgeht. Man geht davon aus, dass sich dadurch das Gelenk entzündet und zerstört wird. Eine weitere Autoimmunerkrankung, die zu einer Gelenkentzündung führt, ist die Psoriasis-Arthritis. Ist der Gelenkknorpel im Rahmen einer Arthrose (Gelenkverschleiß) bereits vorgeschädigt, kann durch den abgeriebenen Knorpel oder den Knochen eine Entzündung des Gelenks, also eine Arthritis, ausgelöst werden. Ein anderer Begriff dafür ist die aktivierte Arthrose. Zusätzlich gibt es die Gicht-Arthritis, die aufgrund einer Stoffwechselstörung entsteht. Dabei entzünden sich die Harnsäurekristalle, die im Rahmen der Erkrankung im Gelenk abgelagert werden.

Welche Therapien werden bei Arthritis durchgeführt?

Die Arthritis behandelt man auf unterschiedliche Art, je nach auslösender Ursache. Dafür muss durch die Diagnostik die Ursache der Arthritis geklärt werden.

Unterstützend kann eine lokale Behandlung mit Kälte, beispielsweise mit kalten Umschlägen oder Kühlpackungen, gegen die Schmerzen und die Entzündung helfen. Ebenso wirken Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) schmerzlindernd und entzündungshemmend.

Zur Behandlung einer bakteriellen Arthritis werden Mittel gegen Bakterien (Antibiotika) eingesetzt. Viele Viruserkrankungen werden beschwerdespezifisch behandelt. Hat sich Eiter im Gelenk angesammelt, kann dieser mithilfe einer Drainage aus dem Gelenk entnommen werden. Ebenfalls kann das Gelenk operativ eröffnet und die Gelenkinnenhaut (Synovia) mit den darauf sitzenden Keimen entfernt werden und im Anschluss eine Reinigung des Gelenks vorgenommen werden. Abschließend kann Antibiotikum direkt in das Gelenk gegeben werden, um die antibiotische Therapie über Tabletten oder Infusionen zu unterstützen. Nach der Operation sollten zur Vorbeugung von Bewegungseinschränkungen physiotherapeutische Maßnahmen vorgenommen werden.

Bei der Nicht-Infektiösen Arthritis setzt man sich als Ziel, die Schmerzen zu lindern, die Gelenkfunktion zu erhalten und den Entzündungsprozess zu unterbinden. Dabei können unter anderem Bewegungstherapie, Physiotherapie und Ergotherapie sowie psychologische Therapie helfen. Auch Ultraschalltherapie und Kältetherapie werden bei manchen Arthritisformen eingesetzt. Speziell bei der Gicht-Arthritis sollten Sie auf Fleisch, Meeresfrüchte, Alkohol und fruktosehaltige Getränke verzichten.

Zur medikamentösen Therapie der rheumatoiden Arthritis werden unterschiedliche Medikamente eingesetzt. Sowohl Schmerzmittel als auch entzündungshemmende, schmerzlindernde und fiebersenkende Mittel (Nichtsteroidale Antirheumatika) werden häufig eingesetzt. In Tablettenform wirken die Medikamente nicht nur auf das Gelenk, sondern auf den gesamten Körper. Cortison, ein Hormon der Nebennierenrinde, ist auch ein Medikament, das schmerzlindernd und entzündungshemmend ist. Es wirkt stärker, sollte jedoch aufgrund seiner Nebenwirkungen möglichst schnell auch wieder reduziert werden. Zusammen mit den Basis-Medikamenten führt Cortison jedoch zu besseren Behandlungsergebnissen als ohne Cortison. Die Basis-Medikamente wiederum unterdrücken das Abwehrsystem (Immunsystem) des Körpers, welches bei der rheumatoiden Arthritis fehlgesteuert scheint. Als langfristige Therapie werden meist sogenannte Basistherapeutika (Methotrexat, Lefunomid, Sulfasalazin usw.) sowie Biologicals (monoklonale Antikörper; etwa Infliximab, Adalimumab, Rituximab usw.) eingesetzt. Diese wirken über einen längeren Zeitraum und sorgen oft dafür, dass die Basistherapie mit Cortison reduziert werden kann, müssen jedoch auch genau durch Ihren Rheumatologen überwacht und auf Ihre weiteren Erkrankungen gut abgestimmt werden.

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