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Lippen-Kiefer-Gaumenspalte

Lippen-Kiefer-Gaumenspalten sind eine der häufigsten Fehlbildungen des Menschen. Weltweit wird die Häufigkeit mit etwa 10-15% angegeben. Unter diesem Begriff werden verschiedene Spaltenbildungen zusammengefasst, die die Lippen, den Kiefer sowie den Gaumen miteinbeziehen. Häufig ist hierdurch die Atmung, das Sprechen sowie das Schlucken gestört. Für eine optimale Behandlung ist ein multiprofessionelles Team notwendig, so dass auf jeden Fall eine Behandlung sowie Operation an einem Zentrum vorzuziehen ist.

Dieser Ratgeber auf einen Blick:

  1. Ursachen
  2. Symptome
  3. Diagnostik
  4. Therapie
  5. Kliniken

Was sind Ursachen für eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte?

Eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte entsteht in der Entwicklungsphase des Gesichtes im Mutterleib, wenn die Gesichtsbestandteile zusammenwachsen. Je nachdem, zu welchem Zeitpunkt die Entwicklung gestört wird, resultieren unterschiedliche Spaltformen. In der fünften bis zur siebten Woche der Schwangerschaft kommt es zu Lippen- und Kieferspalten und im zweiten bis zum dritten Monat zu Gaumenspalten. Die Schwere der einwirkenden Störung bedingt den Ausprägungsgrad der Spaltbildung. Man nimmt an, dass verschiedene Faktoren gemeinsam für die Ausbildung der Spaltbildung verantwortlich sind.

Ursächlich sein können unter anderem:

  • Erkrankungen der Mutter während der Schwangerschaft, vor allem Viruserkrankungen
  • Vitaminmangel
  • Medikamente
  • Alkohol, Drogen und Nikotin
  • Starker körperlicher oder seelischer Stress der Mutter während der Schwangerschaft
  • Strahlung

Ebenfalls kann eine Veranlagung für eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte bestehen. Mehrere Gene sind daran beteiligt und die Wahrscheinlichkeit ist umso höher, je näher man verwandt ist.


Welche Symptome werden bei einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte bemerkt?

Die Spaltbildung kann im Bereich der Lippe, des Kiefers oder des Gaumens, aber auch miteinander kombiniert vorkommen. Bei der Gaumenspalte kann man noch zwischen einer Spalte am harten und am weichen Gaumen unterscheiden. Als harten Gaumen bezeichnet man die obere Wand der Mundhöhle. Der weiche Gaumen reicht vom Hinterrand des harten Gaumens bis zu einem kleinen hängenden Gewebefortsatz (Zäpfchen).
Die Spaltbildung kann einseitig oder beidseitig, rechts und/oder links sowie stärker oder weniger stark ausgeprägt sein.
Ebenso möglich ist eine verdeckte Spaltbildung, wenn beispielsweise am Gaumen die Schleimhaut geschlossen ist, aber die Muskulatur darunter nicht zusammengewachsen ist. Häufig treten noch andere Fehlbildungen neben der Lippen-Kiefer-Gaumenspalte auf.

Infolge der Spaltbildung können abhängig von der Lokalisation weitere Beschwerden auftreten, wie beispielsweise:

  • Atemstörungen und daher vermehrt Mundatmung
  • Anfälligkeit für Kariesbildung
  • Infektionen im Mund-, Nasen- und Rachenraum aufgrund von trockener Atemluft
  • Erschwerte Nahrungsaufnahme
  • Sekretansammlungen und Entzündungen im Ohr aufgrund fehlender Belüftung
  • Gestörte Sprachentwicklung
  • Sprachprobleme aufgrund einer fehlenden Trennung des Nasen- und Rachenraumes
  • Fehlbildungen im Gesicht und bei Zähnen


Welche Diagnostik wird bei einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte durchgeführt?

Eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte ist, ausgenommen der Gaumenspalte, bei einer Ultraschalluntersuchung im Mutterleib gut zu erkennen. Jedoch wird in der Schwangerschaftsvorsorge in der Regel das Gesicht nicht genau untersucht, sondern nur in spezialisierten Zentren bei Kindern mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte. In Ausnahmefällen oder bei besonderem Verdacht kann auch eine Untersuchung mit einer Magnetresonanztomographie (MRT) im Mutterleib erfolgen.
Bei den ersten Untersuchungen der Neugeborenen und spätestens bei weiterführenden Untersuchungen der oben genannten Beschwerden, fällt die Spaltbildung bei Ihrem Kind auf.

Welche Therapie wird bei einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte durchgeführt?

Diese Erkrankung benötigt eine umfassende Behandlung durch Experten verschiedener Fachrichtungen, wie der Mundkieferchirurgie, der Kinderheilkunde, der Hals-Nasen-Ohren-Kunde und der Logopädie. Es gibt Behandlungszentren für Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, die sich auf die Diagnose und die Behandlung der verschiedenen Formen spezialisiert haben.

Die Lippen-Kiefer-Gaumenspalte wird chirurgisch behandelt. Dabei handelt es sich um Primäroperationen, in denen der Spalt verschlossen wird und Sekundäroperationen im Anschluss, um die Funktion zu verbessern und die Operationswunden an die Umgebung anzupassen. Die Oberlippe wird zwischen dem dritten und sechsten Monat verschlossen, der Gaumen im Alter von sechs bis zwölf Monaten und schließlich wird im Alter von acht bis elf Jahren der Kieferspalt durch einen Knocheneinsatz verschlossen.

Bereits in den ersten Lebenstagen kann eine Gaumenplatte eingesetzt werden, welche die Mund- und Nasenhöhle voneinander trennt, um so die Nahrungsaufnahme zu erleichtern und gleichzeitig die Gaumenhälften einander anzunähern.
Zusätzlich zur operativen Therapie werden Sie unterstützt durch Stillberatung und können psychologische Unterstützung annehmen. Fehlstellungen der Zähne können mit einer Zahnspange korrigiert werden und durch Logopädie kann die Sprach-, Sprech- und Stimmentwicklung gefördert werden.

Unserer Ratgeber aus dem Bereich Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie

In folgenden Ratgebern stellen wir aktuelle Behandlungsmethoden vor und zeigen Ihnen, welche Krankenhäuser und Experten sich auf Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie spezialisiert haben.

Kliniken für Lippen-Kiefer-Gaumenspalte

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