Klinikradar

Was Sie zu Reha wissen sollten

15.12.2021

Mit einer Rehabilitation (kurz: Reha) kommen Sie meist vor / nach einer Operation in Berührung. Manchmal sind es aber auch chronische Erkrankungen, die eine Rehabilitation erfordern, um wichtige Funktionen für den Alltag wieder aufzubauen. Hier erläutern wir Ihnen wichtige Grundzüge der Rehabilitation, wie die Beantragung abläuft und wer wann die Kosten dafür übernimmt.

Was versteht man unter Reha?

Rehabilitation (meist abgekürzt mit "Reha") bedeutet Wiederherstellung. Mithilfe spezifischer Maßnahmen sollen körperliche, psychische und soziale Einschränkungen überwunden oder zumindest vermindert werden, sodass Sie Ihrem Alltag wieder nachgehen können. Rehabilitationen können von Menschen jeden Alters in Anspruch genommen werden.

Wer ist für meine Rehabilitation verantwortlich bzw. übernommt die Kosten?

Die Rehabilitationsträger sind Organisationen, welche Ihre Reha bezahlen. Welcher Rehabilitationsträger für Sie zuständig ist, hängt vom Grund Ihrer Wiedereingliederung und von Ihrer Tätigkeit ab. So müssen Sie sich beispielsweise bei einem Arbeitsunfall an die Gesetzliche Unfallversicherung wenden.

Folgende wichtige Rehabilitations- beziehungsweise Kostenträger gibt es:

  • Gesetzliche Unfallversicherung
  • Gesetzliche Krankenversicherung
  • Bundesagentur für Arbeit
  • Eingliederungshilfe
  • Öffentliche Jugendhilfe
  • Sozialhilfe
  • Kriegsopferversorgung und Kriegsopferfürsorge
  • Berufsgenossenschaften
  • Beihilfestellen
  • Privatkassen
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Wie wird die Reha beantragt?

Die Beantragung einer Reha unterscheidet sich je nachdem, ob Sie vorher im Krankenhaus waren oder nicht.

Ist eine Rehabilitation etwa nach einem Krankenhausaufenthalt geplant, spätestens 14 Tage nach Entlassung, wird dies Anschlussheilbehandlung genannt. In den meisten Fällen wird Ihr behandelnder Arzt sowie der Sozialdienst des Krankenhauses dies direkt mit Ihnen besprechen. Die Ärzte entscheiden, ob eine Rehabilitation in Ihrem Fall sinnvoll ist. Schließlich füllt der Sozialdienst den Rehabilitations-Antrag aus und schickt diesen an den verantwortlichen Rehabilitationsträger.

Wird Ihre Reha im Anschluss an den Krankenhausaufenthalt nicht genehmigt oder wollen Sie eine Rehabilitation ohne vorherigen Krankenhausaufenthalt absolvieren, müssen Sie Ihren Haus- oder Facharzt kontaktieren und besprechen, ob Sie an einer stationären oder ambulanten Rehabilitation teilnehmen können. Bei chronischen Erkrankungen wird Sie ggf. auch Ihr behandelnder Facharzt auf diese Möglichkeit ansprechen. Sie müssen den Rehabilitations-Antrag sowie einen Selbsteinschätzungsbogen zum Gesundheitszustand ausfüllen und erhalten einen Befundbericht mit Begründung der Notwendigkeit der Rehabilitation von Ihrem Arzt. Sie können die Formulare auch auf den Webseiten der Krankenkassen oder Rentenversicherungen finden und diese mithilfe von Beratungen der Krankenkassen und Rentenversicherungen ausfüllen. Sie schicken den Antrag schließlich an den für Sie zuständigen Rehabilitationsträger. Falls doch ein anderer Rehabilitationsträger für die Bearbeitung Ihres Antrags zuständig ist, wird der Antrag an diesen weitergeleitet.

Da ein Wunsch- und Wahlrecht in Bezug auf die Rehakliniken besteht, können Sie sich Ihre Rehabilitationseinrichtung selbst aussuchen. Ihre ausgewählte Rehabilitationseinrichtung muss jedoch auf die Behandlung Ihrer Erkrankung ausgerichtet sein. Diese Rehabilitationsklinik benennen Sie und begründen Ihre Wahl in einem formlosen Schreiben und schicken dies mit dem Rehabilitationsantrag ein. In manchen Fällen wird Ihnen eine andere Einrichtung vorgeschlagen, mit der ein Versorgungsvertrag besteht. Sollten Sie dennoch auf Ihre Wunscheinrichtung bestehen, müssen Sie möglicherweise die Mehrkosten selbst zahlen.

Über unsere Rehaklinik-Suche auf Klinikradar können Sie sich eine für Sie geeignete Reha-Klinik aussuchen.

Die Zusage beziehungsweise die Ablehnung des Rehabilitations-Trägers erfolgt in der Regel in einem Zeitraum von drei Wochen bis zu zwei Monaten nach Ihrer Antragstellung, je nachdem ob der Antrag noch an den richtigen Ansprechpartner weitergeleitet werden muss oder ob ein Gutachter den Antrag prüft.

Erhalten Sie eine Ablehnung für Ihre beantragte Rehabilitation, können Sie innerhalb von vier Wochen Widerspruch einlegen und dazu eine Stellungnahme Ihres Arztes einreichen. Sozialverbände, die Unabhängige Patientenberatung und Fachanwälte für Sozialrecht können Ihnen beim Widerspruch helfen. Der Rehabilitationsträger schickt Ihnen eine Begründung für die Ablehnung, auf welche Sie wiederum reagieren können.

Welche Reha-Kosten kommen auf mich zu?

Die Kosten für die Reha werden von der Krankenversicherung, der Rentenversicherung oder dem zuständigen Träger getragen. Auf Sie kommt eine tägliche Zuzahlung bis zu 10 Euro hinzu, abhängig von Ihrem Einkommen, wenn Sie bereits volljährig sind. Die Tage der Zuzahlung sind jedoch begrenzt und variieren je nach Rehabilitationsträger.

Absolvieren Sie eine ambulante Rehabilitation, ist es möglich, dass Sie einen Teil der Arzneimittel selbst zahlen müssen.

Sind Sie privatversichert und nicht bei der gesetzlichen Rentenversicherung, ist die Kostenübernahme beziehungsweise die Kostenbeteiligung je nach Tarif und privater Krankenkasse verschieden.

Welche Arten der Rehabilitation gibt es?

  • Medizinische Reha

    Die medizinische Reha soll Ihre Fähigkeiten im körperlichen, geistigen oder psychischen Bereich verbessern und die Verschlimmerung von Funktionsstörungen verhindern. Durch die Rehabilitation sollen Sie wieder im Stande sein, Ihren Beschäftigungen im Alltag nachzugehen.
  • Berufliche Reha

    Können Sie aufgrund Ihrer Krankheit nicht mehr in Ihrem Beruf tätig sein oder ist es möglich, dass dies eintritt, wird im Rahmen der Beruflichen Rehabilitation der berufliche Wiedereinstieg angestrebt. Dabei können unter anderem medizinische Therapien, die Suche nach belastungsangepassten Jobangeboten und Umschulungen möglich sein.
  • Soziale Reha

    Bei der Sozialen Rehabilitation arbeiten Sie an Ihrer Fähigkeit zum selbstbestimmten Leben, also eigene Entscheidungen zu treffen, und dass Sie in Gruppen und Gesellschaften gleichberechtigt agieren (soziale Integration) und einen zwischenmenschlichen Umgang (soziale Kompetenz) pflegen.
  • Ambulante Reha

    Eine ambulante Reha erfolgt in einer wohnortnahen Rehabilitationseinrichtung, welche Sie von morgens bis nachmittags bzw. abends besuchen oder mithilfe von mobilen Rehabilitationsteams bei Ihnen zu Hause. Sie werden ambulant in der Regel 20 Tage behandelt mit möglicher Verlängerung.
  • Stationäre Reha

    Stationäre Rehabilitationen werden verordnet, wenn die ambulanten Maßnahmen keine ausreichende Versorgung bieten. Sie verbringen Ihre Reha in einer speziellen Rehabilitationseinrichtung. Diese Rehabilitationsform dauert bei Erwachsenen drei Wochen und bei Kindern bis zu sechs Wochen, wobei die Möglichkeit einer Verlängerung des Aufenthaltes besteht.